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Die grundlegenden Glaubensanschauungen und Lehren des Zusammenschlusses unabhängiger Missionarsgemeinschaften, allgemein Die Familie genannt

Seite 3

Inhalt Seite 1

1.   Die Heilige Schrift
2.   Gott
3.   Die Schöpfung
4.   Der Sündenfall des Menschen
5.   Jesus Christus, Sohn Gottes
6.   Der Weg zur Errettung
7.   Der Heilige Geist
8.   Die Taufe des Heiligen Geistes
9.   Die Geistesgaben
10. Frucht des Geistes

Inhalt Seite 2

11. Engel
12. Verstorbene Heilige
13. Satan und seine Dämonen
14. Geistige Kriegsführung
15. Gebet
16. Übernatürliche Heilung
17. Gemeinschaft der Gläubigen
18. Das Abendmahl
19. Die Kirche
20. Der große Auftrag

Inhalt Seite 3

21. Hingabe des Christen
22. Loslösung von der Welt
23. Verfolgung
24. Jüngerschaft
25. Kooperatives Zusammenleben
26. Kinder und ihre Betreuung
27. Unantastbarkeit des Lebens
28. Staatsgewalt, Religionsfreiheit
29. Prophetische Erwägungen
30. Schlussfolgerung

21. Hingabe des Christen:

Wir glauben, dass das Leben eines Christen dem Herrn völlig gewidmet sein sollte, das heißt, nicht nur gelegentlich etwas für Ihn zu tun oder zu versuchen, sich selbst zu gefallen oder auf andere Eindruck zu machen, sondern sein Leben ohne Rückbehalte ganz und gar Jesus hinzugeben: »Weihet Gott (gebt hin) euren Leib als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer! So verrichtet ihr einen angemessenen Gottesdienst!» (Römer 12:1) Dann kann Er durch und in uns wirken, »denn Gott ist's, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt, nach Seinem Wohlgefallen.» (Philipper 2:13) Wir widmen unser Leben dem Herrn, weil wir Ihn lieben, denn Er hat uns zuerst geliebt, und wir sind glücklich, dass wir Ihm gehören. (Siehe Galater 2:20; 1. Johannes 4:19; Psalm 40:9.)

Da wir wissen, dass Jesus uns durch Sein eigenes Blut erkauft hat, ist uns auch klar, dass unser Leben nicht mehr uns gehört, sondern Ihm. Wir glauben daher, dass wir »nicht mehr nach den Begierden der Menschen, sondern nach dem Willen Gottes die im Fleisch noch übrige Zeit leben sollen». (1. Petrus 4:2) Denn unser Körper gehört dem Herrn und ist der Tempel, in welchem der Heilige Geist wohnt. Darum glauben wir, dass man ihn nicht mit Drogen, Alkohol, Tabak oder anderen schädlichen und unnatürlichen Substanzen missbrauchen sollte. »Wisst ihr nicht, dass ihr der Tempel Gottes seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn einer den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, welcher ihr seid! Darum preiset Gott an eurem Leib und in eurem Geist, welche Gott gehören!» (1. Korinther 3:16,17; 6:20)

Wir glauben auch, dass das Leben eines engagierten Christen ein offensichtliches Beispiel vom Wesen Christi sein sollte, »damit das Leben Jesu an unserem Leibe offenbar werde». (2.Korinther 4:10) Unser Herr hat uns geboten: »Lasst euer Licht so leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.» (Matthäus 5:16) Daher zeigt das Ausmaß, in welchem ein Gläubiger die Liebe und das Leben Christi auf andere reflektiert, deutlich, wie sehr er oder sie sich innerlich Gott geweiht hat. (Siehe Philipper 2:15; 1. Petrus 2:12; 1. Johannes 3:18.)

22. Loslösung von der Welt:

Wir glauben, dass ein Christ, der sich Gott gewidmet hat, von Ihm dazu berufen ist, »sich nicht dieser Welt anzupassen, sondern sein Wesen zu verändern durch die Erneuerung seines Sinnes». (Römer 12:2) Wir halten uns auch an die biblische Warnung: »Habt nicht die Welt lieb noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt liebhat, in dem ist nicht die Liebe zum Vater. Denn alles, was in der Welt ist – die Lust des Fleisches, die Lust der Augen und das großtuerische Leben – stammt nicht vom Vater, sondern von der Welt.» (1. Johannes 2:15,16) Diese Schriftstelle zeigt ganz klar, dass der Gläubige nicht nur keine weltlichen Ziele verfolgen und nicht unchristlich handeln sollte, sondern dass er sich auch von weltlichen Einstellungen und Denkweisen distanzieren sollte. »Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen.» (Psalm 1:1)

Obwohl wir glauben, dass Gottes Kinder in der Bibel dazu aufgefordert werden, »von ihnen (den Ungläubigen) auszugehen und sich abzusondern« (2.Korinther 6:17), sollte unserer Meinung nach diese Absonderung des Gläubigen nicht von scheinheiligen oder legalistischen Sitten und Moralbegriffen diktiert werden. Sie sollte sich stattdessen nach biblischen Vorbildern, der Führung des Heiligen Geistes und den Bedürfnissen unserer Mitmenschen richten. Als Jesus auf der Erde lebte, half und diente Er ohne jegliche Vorbehalte auch denen, die von der religiösen Institution Seiner Tage ausgestoßen waren – eine Handlungsweise, die Ihm die Verachtung und Verurteilung Seiner selbstgerechten, pharisäischen Feinde brachte, die Ihn verschmähten und beschimpften und einen »Freund der Zöllner und Sünder« nannten. (Matthäus 9:10-14; 11:19) Obwohl wir »nicht von dieser Welt« sind (Johannes 17:16), sind wir dennoch in dieser Welt, und wir sollten uns bemühen, ein rechtschaffenes Leben zu führen, anderen zu helfen und in die Fußstapfen dessen zu treten, der in diese Welt kam, um »zu suchen und zu retten, was verloren ist«. (Lukas 19:10) (Siehe auch Epheser 5:11,12; Jakobus 4:4; 2.Korinther 6:14-17.)

23. Verfolgung um der Gerechtigkeit willen:

Wir glauben, dass aktive Christen, die anderen von Jesus erzählen und für Ihn leben, Verfolgung erleiden werden. In der Bibel steht klar und deutlich: »Alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden.« (2.Timotheus 3:12) Jesus hat sozusagen angekündigt, dass alle, die ihr Leben vollständig Ihm widmen, Verfolgung erleiden werden: »Es gibt niemanden, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker um Meinetwillen und um des Evangeliums willen verlassen hat, der nicht hundertfältig empfangen wird... jetzt, in dieser Zeit, unter Verfolgungen, und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.« (Markus 10:29,30)

Wir versuchen, uns an die biblische Aufforderung zu halten: »Ist es möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden!« (Römer 12:18) Und: »Sei deinem Widersacher schnell entgegenkommend, solange du mit ihm auf dem Weg bist, damit dich nicht etwa der Widersacher dem Richter überliefere, und der Richter dem Gerichtsdiener, und du ins Gefängnis geworfen werdest!« (Matthäus 5:25) Es ist uns aber auch klar, dass diejenigen, welche die Botschaft des Herrn ablehnen, ebenso die Botschafter verschmähen werden, die sich bemühen, sie zu verbreiten.

Der perfekte und sündenlose Sohn Gottes wurde von einer Welt, die Seine Wahrheit und Liebe verwarf, völlig abgelehnt, verschmäht, verachtet und grausam verfolgt und gekreuzigt. Daher nehmen wir Seine Warnung ganz nüchtern zu Herzen: »Der Jünger ist nicht über dem Meister, noch der Knecht über seinem Herrn. Haben sie den Hausvater Beelzebub (Teufel) geheißen, wieviel mehr werden sie seine Hausgenossen so heißen!« (Matthäus 10:24, 25) »Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das ihre lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern Ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie Mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen... Aber das alles werden sie euch um Meines Namens willen antun, denn sie kennen den nicht, der Mich gesandt hat.« (Johannes 15:18-21)

Wir wissen, dass »alle Dinge denen zum Besten dienen, die Gott lieben« (Römer 8:28) – einschließlich Verfolgung. Sie ist oft ein verkannter Segen, den Gott zu unserem Besten benutzt, um uns »zu läutern und zu reinigen« (1. Petrus 4:12-14; Daniel 11:35) und uns dazu zu veranlassen, in andere Gegenden zu ziehen, die unsere Botschaft brauchen: »Wenn sie euch in dieser Stadt verfolgen, dann flieht in eine andere!« (Matthäus 10:23; Apostelgeschichte 8:1) Verfolgung dient auch dazu, Interesse an uns und unserer Botschaft zu wecken: »Von dieser Sekte ist uns bekannt, dass sie überall auf Widerspruch stößt.« (Apostelgeschichte 28:22; Psalm 76:11) Folgende Worte von Jesus sind für uns daher ausgesprochen ermutigend: »Gesegnet seid ihr, wenn euch die Menschen um Meinetwillen schmähen und verfolgen und zu Unrecht allerlei Übles wider euch reden! Freut euch und frohlockt; denn groß ist euer Lohn im Himmel; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind!« (Matthäus 5:11,12) (Siehe auch Philipper 1:29; Lukas 6:26; Johannes 16:1,2; Apostelgeschichte 7:51,52.)

24. Jüngerschaft:

Unserer Meinung nach ist es für den Gläubigen eine große Ehre, wenn er die Herausforderung von Christus annimmt, Ihm vollzeitig als Jünger zu folgen. Wir glauben auch, dass sich im Grunde genommen Christi Aufforderung zum vollzeitigen Dienst nicht von dem Auftrag unterscheidet, den Er vor langer Zeit den Fischern von Galiläa gab: »Folgt Mir nach, und Ich werde euch zu Menschenfischern machen!« (Matthäus 4:19) Wir sind gewiss, dass für uns heute genau dasselbe zutrifft wie für die ersten Apostel und Jünger. Der Herr fordert auch uns auf, Ihm unser Leben gänzlich zu widmen und Seinen Lehren und Seinem Beispiel zu folgen – einfach aus Liebe und Dankbarkeit für Sein Opfer für uns. (Siehe Johannes 12:26; 13:15.)

Wir sind aufgrund von Schriftstellen aus der Bibel davon überzeugt, dass solche Jüngerschaft folgendes erfordert:

a) Völlige Hingabe und Treue zu Jesus Christus, »nicht nur mit Worten oder mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit«. (1. Johannes 3:18) Jüngerschaft verlangt, dass man seine eigenen Wünsche und Vorstellungen beiseite legt und Gottes heiligen Willen, der in Seinem geschriebenen Wort offenbart ist, bereitwillig annimmt. »Wer Mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge Mir nach! Denn wer sein Leben bewahren will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um Meinetwillen, der wird es retten!« (Lukas 9:23,24)

Einerseits verlangt es dermaßen viel Aufopferung, dass wir jeden, der ernsthaft erwägt, Gottes Ruf zur Jüngerschaft Folge zu leisten, dringend ersuchen, ganz nüchtern die »Kosten zu überschlagen«, bevor er wagt, einen solchen Weg einzuschlagen. Andererseits, wenn wir »über den nachdenken, der solche Anfeindungen von den Sündern gegen sich erduldet hat« (Hebräer 12:3), und an das ungeheure Opfer und Leiden, welches Christus auf sich genommen hat, um uns Errettung zu bringen, wie können wir Ihm nicht unser ganzes Leben – einfach alles! – geben? (Siehe Lukas 14:25-33; Philipper 3:7,8.)

b) Eine Entschlossenheit, andere zu Christus zu gewinnen, »Frucht zu bringen«, sie zu lehren und ihnen beizubringen, wie man Jesus als Jünger folgt. »Dadurch wird Mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt; so sollt ihr Meine Jünger sein.« (Johannes 15:8) »Geht hin und lehrt alle Völker... und lehrt sie alles halten, was Ich euch befohlen habe!« (Matthäus 28:19,20)

c) Ein Verzicht darauf, materiellem Reichtum nachzujagen, und ein Aufgeben aller anderer weltlichen und materialistischen Ambitionen. »Keiner, der Kriegsdienst tut, verstrickt sich in Geschäfte des alltäglichen Lebens, damit er dem gefalle, der ihn zum Kriegsdienst angeworben hat.« (2.Timotheus 2:4) Der Jünger wird ermahnt: »Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.« (Kolosser 3:2) Christus selbst legte die rigorosen Bedingungen der Jüngerschaft fest, als Er sagte: »Wer nicht allem absagt, was er besitzt, kann nicht Mein Jünger sein.« (Lukas 14:33) (Siehe auch Matthäus 6:19-34; Markus 10:21; Hebräer 11:13.)

d) Gottes offenbarter Wille muss im Leben des Jüngers absoluten Vorrang haben, sogar wenn er durch das Befolgen eines ausdrücklichen biblischen Gebots mit den Wünschen und Plänen von Familie, Freunden und Nahestehenden in Konflikt gerät. »Wenn jemand zu Mir kommt und nicht seinen Vater und seine Mutter und seine Frau und seine Kinder und seine Brüder und Schwestern, sowie auch das eigene Leben hasst, der kann nicht Mein Jünger sein.« (Lukas 14:26) (Hassen wird hier angewendet im Sinne von Gleichgültigkeit oder relativer Geringschätzung im Vergleich zur Einstellung Gott gegenüber.) (Siehe auch Matthäus 10:34-38; 12:48-50; Lukas 9:59-62.)

(Im Lexikon wird »Jünger« definiert als: »Ein ergebener Schüler, der an die Lehren eines Meisters glaubt, sie befolgt und verbreiten hilft.« Dem Evangelium nach scheint es offensichtlich, dass das Beispiel für ideale Jüngerschaft die Lebensweise der zwölf Apostel ist, die allem weltlichen Streben abgesagt hatten, denn sie sahen es als ein Privileg an, dem Meister vollzeitig folgen und mit Ihm zusammenleben zu können. Wir sind uns allerdings auch bewusst, dass man in verschiedenem Maße »die Lehren befolgen« kann. Wir sehen die ersten zwölf Apostel als ideales Vorbild und fühlen uns zu derselben Jüngerschaft berufen. Aber natürlich kann nicht jeder diesem Pfad folgen. Wir ersehen aus der Bibel, dass es neben den zwölf Jüngern noch andere gab, die Jesus offensichtlich nicht vollzeitig folgten oder mit Ihm lebten. Dennoch wurden sie als Jünger angesehen, wie zum Beispiel Joseph von Arimathia, »der ein Jünger Jesu war, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden«. [Johannes 19:38] Unserer Meinung nach ist das Ausmaß, zu welchem jemand sein Leben Christus widmet, eine Angelegenheit des persönlichen Glaubens und der eigenen Überzeugung.)

25. Kooperatives Zusammenleben:

Wir glauben, dass die neutestamentliche Beschreibung von der ursprünglichen Lebensweise der ersten Christen uns nicht nur eine geschichtliche Erzählung bietet, sondern auch ein exemplarisches Vorbild und Modell, denn es war Gottes Plan, dass zukünftige Generationen von Gläubigen diesem Beispiel folgen sollten. »Alle, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam« (Apostelgeschichte 2:44) – sie lebten kooperativ und selbstlos. Das erwies sich für die junge Bewegung nicht nur als sehr praktisch und finanziell vorteilhaft, sondern – und das war sogar noch wichtiger – die enge Gemeinschaft und geistige Einheit, die solch ein Lebensstil fördert, bot den ersten Jüngern auch einen geistigen Zufluchtsort und notwendigen Ruheplatz vor den ununterbrochenen Anfeindungen ihrer religiösen Gegner und vor der schamlosen, aufdringlichen Abgötterei des heidnischen Roms. Wir haben festgestellt, dass die praktischen wie auch geistigen Vorteile des kooperativen Zusammenlebens uns auch heute sehr dabei helfen, unser Ziel zu erreichen, so vielen wie möglich das Evangelium von Jesus Christus zu predigen. (Siehe auch Markus 10:29,30; Apostelgeschichte 2:44, 25; 4:34,35; Psalm 133:1.)

26. Kinder und ihre Betreuung:

Wir glauben, dass die Kinder, die uns Gott anvertraut hat, ein wundervolles Geschenk und ein Segen Gottes sind. »Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn, und Leibesfrucht ist Sein Lohn.« (Psalm 127:3) Daher setzen wir uns dafür ein, dass die physischen, emotionalen, psychologischen und geistigen Bedürfnisse unserer Kinder bestmöglich erfüllt werden. Die Betreuung der Kinder, die Gott uns gegeben hat, ist unserer Meinung nach eine unserer wichtigsten Verantwortungen und stellt einen wichtigen Bestandteil unseres täglichen Lebens und Dienstes für den Herrn dar. Daher werden alle Mitglieder unserer Gemeinschaften dazu ermutigt, nach ihren besten Fähigkeiten dafür zu sorgen, dass ihre Kinder in einer so gesunden, liebevollen, sicheren und christlichen Umgebung wie nur möglich aufwachsen.

Wir glauben, dass die Erziehung eines Kindes während seiner entscheidenden, formativen ersten Lebensjahre zum Leitfaden für sein ganzes Leben wird. »Gewöhne ein Kind an den Weg, den es gehen soll, so lässt es auch nicht davon, wenn es alt wird!« (Sprüche 22:6) Der heilige Apostel Johannes drückte die Gefühle fürsorglicher christlicher Eltern ganz hervorragend so aus: »Eine größere Freude gibt es für mich nicht als die, von meinen Kindern zu hören, dass sie in der Wahrheit wandeln.« (3. Johannes 4) Aus diesem Grund bemühen wir uns, unseren Kindern einen tiefen Respekt, eine innige Liebe und aufrichtige Dankbarkeit für Gott und Sein Wort und die darin enthaltenen ewigwährenden Prinzipien zu vermitteln. »Erzieht eure Kinder in der Zucht und Ermahnung des Herrn!« (Epheser 6:4) (Siehe auch Psalm 127:3-5; Epheser 6:4; 2. Timotheus 3:15; Sprüche 22:6; 5. Mose 6:6,7; Psalm 34:12; 1. Samuel 1:28.)

27. Die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens:

Wir glauben, dass das menschliche Leben heilig ist und dass jeder Mensch das Recht hat, als Individuum behandelt zu werden, da er als Ebenbild Gottes geschaffen wurde. Aus der heiligen Schrift geht klar hervor, dass Gott das Ungeborene als eine Person mit einer Identität, und nicht nur als Fetusgewebe ansieht. Der Herr sagte zum Propheten Jeremia: »Ich kannte dich, ehe Ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von deiner Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker.« (Jeremia 1:5) Der Psalmist David betete: »Du hast mich geschaffen mit Leib und Geist, mich zusammengefügt im Schoße meiner Mutter. Ich war Dir nicht verborgen, als ich im Dunkeln Gestalt annahm, tief unten im Mutterschoß der Erde. Du sahst mich schon fertig, als ich noch ungeformt war, und alle Glieder (Körperteile) waren in Dein Buch geschrieben. Während vieler Tage wurden sie gebildet, als (noch) nicht eines von ihnen war.« (Psalm 139:13,15,16) Moderne Fetologie zeigt unwiderlegbar, dass das menschliche Leben zum Zeitpunkt der Empfängnis beginnt, was bedeutet, dass das sich entwickelnde Kind denselben Schutz verdient wie wir alle. Aus diesen Gründen sind wir absolut gegen Abtreibung. (Siehe 1. Mose 1:27; 2:7; Psalm 139:13-16; Jeremia 2:34,35; Apostelgeschichte 7:19.)

28. Staatsgewalt und Religionsfreiheit:

Wir glauben zwar, dass wir »Fremde und Pilger hier auf Erden« sind (Hebräer 11:13), aber wir stehen auch hinter der schriftgemäßen Lehre, dass Gott die Staatsgewalt im Interesse und zum Wohl der Bevölkerung eingesetzt hat. »Seid jeder menschlichen Ordnung um des Herrn willen untertan. Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott eingesetzt.« (1. Petrus 2:13; Römer 13:1)

Daher sollte man für die Obrigkeit beten und muss die Gesetze und Verordnungen des Landes gewissenhaft respektieren und ihnen gehorchen. Was den Glauben anbelangt, gibt es allerdings eine Ausnahme: der Gehorsam einem menschlichen Gesetz gegenüber darf nicht mit Gottes Gesetz in Widerspruch geraten. Einen Präzedenzfall für diese Haltung finden wir in der Apostelgeschichte, als das Synedrium den Aposteln Petrus und Johannes verbot, von ihrem Glauben an Jesus Zeugnis zu geben. (Das Synedrium war das mächtige jüdische Tribunal, welches in Judäa von der Zeit Christi bis zur Zerstörung von Jerusalem im Jahre 70 n.Chr. das Bürgerrecht sowie auch das Kriminalrecht vertrat.) »Sie (die Mitglieder des Synedriums) geboten ihnen, Petrus und Johannes, durchaus nicht mehr im Namen von Jesus zu reden und zu lehren. Doch diese antworteten ihnen: ›Ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott, das urteilt selbst! Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben.‹« (Apostelgeschichte 4:18-20)

Jesus Christus ist der König der Könige und der Herr aller Herren. Deshalb nehmen wir in jeder Situation, wo menschliche Gesetze oder Bestimmungen mit unserer Überzeugung und der Pflicht der Evangeliumsverbreitung in Konflikt geraten, dieselbe Haltung ein wie die Apostel, die sagten: »Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen«. (Apostelgeschichte 5:29) (Siehe auch Römer 12:18; 13:1-7; 1. Petrus 2:17; Matthäus 22:21; 23:10; Sprüche 8:15,16; Offenbarung 19:16.)

29. Eschatologische (die Zukunft betreffende) Erwägungen:

(Obwohl wir die folgenden Lehren für wahr und begründet halten, unterscheiden sie sich von den zuvor erwähnten Grundsätzen darin, dass es sich hierbei nicht um Dogmen handelt, die auf unmissverständlichen, unerschütterlichen Aussagen unseres Herrn basieren, sondern um das recht mysteriöse Thema von größtenteils noch unerfüllten Bibelprophezeiungen. Daher sind wir uns bewusst, dass im Gegensatz zu den vorher aufgeführten Grundsätzen bezüglich dieser eschatologischen Überlegungen mehrere Interpretationen möglich sind. Wir erwarten also nicht, dass man sich im selben Maße hinter diese Lehren stellt wie hinter die weit offensichtlicheren, vorher erwähnten christlichen Prinzipien.)

Wir glauben, dass wir jetzt in der Ära leben, die in der Heiligen Schrift »die letzten Tage« oder »die Endzeit« genannt wird, mit anderen Worten, die Zeit, die dem zweiten Kommen Christi unmittelbar vorangeht. Danach werden »die Königreiche der Welt unserem Herrn (Gott) und Seinem Christus zuteil werden, und Er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit«. (Offenbarung 11:15) Eine sorgfältige Analyse von Bibelprophezeiungen hat uns zu den folgenden, hier zusammengefassten Glaubensanschauungen gebracht:

a) Erfüllte Prophezeiungen: Viele biblische Prophezeiungen und »Zeichen der Zeit«, welche die Zustände in der Welt vor dem zweiten Kommen Christi spezifisch voraussagen, sind ohne Zweifel in unserer Generation erfüllt worden und bestätigen, dass wir tatsächlich in den »letzten Tagen« leben. »Wie es aber in den Tagen Noahs war, so wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein« (Matthäus 24:37), »denn böse Menschen und Betrüger werden es immer schlimmer treiben, denn sie verführen und lassen sich verführen.« (2.Timotheus 3:13) (Siehe auch Matthäus 16:3; 24:1-14; 2.Timotheus 3:1-7.)

b) Der Antichrist: Sieben Jahre bevor Jesus wiederkommt, wird ein mächtiger Weltherrscher, in der Bibel als das »Tier«, der »Mann der Sünde«, »Sohn des Verderbens« oder »Antichrist« beschrieben, durch List an die Macht gelangen und genügend Einfluss erringen, um »einen festen Bund mit vielen zu schließen« (Daniel 9:27) – einen Friedenspakt mit den Hauptparteien im Nahost-Konflikt. In diesem Vertrag dreht es sich hauptsächlich um den Krisenherd Jerusalem, und seine Ratifikation wird aller Wahrscheinlichkeit nach die Internationalisierung der Stadt zur Folge haben und den Juden freien Zutritt zum Tempelberg gestatten, wo sie ihren Tempel wiedererrichten und zum ersten Mal seit beinahe zweitausend Jahren wieder ihre Tieropfer darbringen werden. (Siehe 1. Johannes 2:18; 2.Thessalonicher 2:1-4,9; Offenbarung 13:4,7.)

c) Die große Trübsal: Dreieinhalb Jahre nach dieser Friedensinitiative wird der satansbesessene Antichrist den Bund brechen, das jüdische Opfer und allen Gottesdienst abschaffen und behaupten, dass er allein Gott sei; und er wird verlangen, dass die ganze Welt ihn ehrt und anbetet. Zu dieser Zeit wird er ein internationales Kreditsystem einrichten, in welchem es niemandem gesetzlich erlaubt sein wird, Konsumgüter zu kaufen oder verkaufen, es sei denn, er trägt die Nummer oder Zahl dieses Demagogen, das »Zeichen des Tieres«, auf seiner Stirn oder rechten Hand. Diese Ereignisse werden die ganze Welt in eine Zeit von gewaltigem gesellschaftlichen Chaos und nie dagewesener religiöser Verfolgung stürzen. Dieser Zeitraum wird in der Bibel die »große Trübsal« genannt. Obwohl das tyrannische Regime die Kirche mit all seinem dämonischen Zorn attackieren wird, werden zahllose Christen die Anschläge des »Tieres« überleben und mutig das Evangelium der Errettung bis zur Wiederkehr des Herrn predigen. (Siehe Daniel 9:27; 11:31; 2.Thessalonicher 2:4; Matthäus 24:15,21; Offenbarung 11:3-6; 13:7; 12:11.)

d) Das zweite Kommen Christi: Der Höhepunkt der dreieinhalbjährigen großen Trübsal wird die Rückkehr von Jesus Christus zur Erde sein. »Sogleich aber nach der Trübsal jener Tage wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden alle Völker auf Erden wehklagen und den Menschensohn kommen sehen in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.« (Matthäus 24:29,30) Alle wiedergeborenen Gläubigen werden dann durch die Entrückung auf überirdische Weise von ihren grausamen Verfolgern befreit. In diesem fantastischen, übernatürlichen Ereignis machen sie eine wundervolle Veränderung durch und bekommen einen Körper wie Jesus nach Seiner Wiederauferstehung; und sie werden emporsteigen und dem Herrn in der Luft begegnen.

Der Geist eines jeden, der in Christus verstorben ist, ist seit seinem Tode beim Herrn im Himmel. Er wird aber zu diesem Zeitpunkt mit seinem jetzt verherrlichten Körper wiedervereint, der dann aus dem Grabe auferstehen wird. »Denn Er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und der Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die wir noch leben und übriggeblieben sind, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft, und so werden wir allezeit beim Herrn sein.« (1. Thessalonicher 4:16,17) (Siehe auch Offenbarung 1:7; 1. Korinther 15:51,52; Philipper 3:20, 21.)

e) Das Hochzeitsmahl, der Zorn Gottes und die Schlacht von Harmagedon: Nach der Wiederauferstehung und Entrückung werden die Geretteten am herrlichen »Hochzeitsmahl des Lammes« im Himmel teilnehmen und vor dem Richtstuhl Christi erscheinen, wo sie ihre Belohnungen für ihre Dienste auf Erden erhalten. Währenddessen werden Gottes Engel des Gerichts Seine Plagen und Seinen Zorn auf den Antichristen und seine Nachfolger ausschütten. Das erreicht seinen Höhepunkt in der Schlacht von Harmagedon, wenn Jesus mit der himmlischen Heerschar zurückkehrt, um den teuflischen Antichristen und seine gottlosen Horden endgültig zu besiegen und zu vernichten. (Siehe Offenbarung 7:9,13-17; 19:7-21; 2. Korinther 5:10; Daniel 12:2,3; Offenbarung 14:9,10; 16:1-21.)

f) Die tausendjährige Herrschaft Christi, »das Millennium«: Jesus Christus und Seine siegreichen himmlischen Streitmächte werden dann die ganze Welt einnehmen und mit absoluter Macht über diejenigen regieren, die die Schlacht von Harmagedon überlebt haben, und Er wird mit Gottes Kindern das Königreich Gottes auf Erden errichten. Endlich werden wahrhaftig Recht, Gerechtigkeit und Brüderlichkeit herrschen. Satan wird gebunden und im bodenlosen Abgrund gefangengehalten, alle grausamen, sinnlosen Kriege des Menschen werden ein Ende finden, und die Erde wird ihren ursprünglichen, paradiesischen Zustand wiedererlangen. Diese Periode wird tausend Jahre währen und ist daher als »das Millennium« bekannt. (Siehe Daniel 2:44; Offenbarung 20:1-6; 5:10; Jesaja 2:2-4; 11:6-9; Psalm 76:4; Jeremia 31:34.)

g) Die Schlacht von Gog und Magog und der Neue Himmel und die Neue Erde: Wenn die tausend Jahre des Millenniums vorbei sind, wird Satan für »eine kleine Zeit« aus seinem Gefängnis losgelassen (Offenbarung 20:3,7) und verführt von den Überlebenden der Schlacht von Harmagedon und deren Nachkommen, alle, die sich geweigert haben, freiwillig und demütig der Herrschaft von Christus und Seiner gerechten Regierung untertan zu werden. Diese unverbesserlichen Rebellen werden Satan wieder folgen und sich in einem nutzlosen Aufstand vereinigen, welcher in der entscheidenden »Schlacht von Gog und Magog« enden wird, in welcher Gott eine übernatürliche Feuersflut auf sie herabfallen lässt. Es wird solch eine gewaltige Feuersbrunst sein, dass die gesamte Erdoberfläche schmelzen wird, die Meere werden regelrecht verdampfen und der atmosphärische Himmel wird verschwinden. »Da werden die Himmel mit gewaltigem Getöse vergehen, die Elemente aber vor Hitze sich auflösen und die Erde und die Werke darauf verbrennen.« (2. Petrus 3:10) Gott wird dann die geläuterte Oberfläche des Planeten neu gestalten und eine wunderbare Neue Erde mit einer neuen, unverschmutzten Atmosphäre erschaffen. (Siehe Offenbarung 20:7-9; 2.Petrus 3:10-13; Jesaja 40:4.)

h) Das Gericht vor dem großen weißen Thron: Die ungeretteten Toten aller Zeit werden dann auferweckt, um vor Gott in dem ehrfurchtgebietenden »Gericht vor dem großen weißen Thron« zu erscheinen, welches im Buch der Offenbarung folgendermaßen beschrieben ist: »Und ich sah einen großen, weißen Thron und den, der darauf saß; und vor Seinem Angesicht floh die Erde und der Himmel, und keine Stätte wurde mehr für sie gefunden. Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Throne stehen, und Bücher wurden aufgetan; und ein anderes Buch wurde aufgetan, das ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken. Und wenn jemand nicht gefunden wurde im Buch des Lebens geschrieben, wurde er in den feurigen Pfuhl geworfen.« (Offenbarung 20:11, 12,15)

i) Das Neue Jerusalem: Gottes wunderbare Himmlische Stadt, das Neue Jerusalem, wird dann wie ein wunderbarer, gigantischer Juwel herabkommen und die paradiesische Neue Erde krönen. Die Himmlische Stadt, die Hoffnung aller Zeitalter, ist das herrliche, ewige Zuhause aller geretteten Kinder Gottes. Endlich wird »die Wohnstätte Gottes bei den Menschen sein! Und Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden Sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Wehklagen noch Schmerz wird mehr sein, denn die ersten Dinge sind vergangen.« (Offenbarung 21:3,4) (Siehe Offenbarung 21 und 22.)

30. Schlussfolgerung:

Wir bitten alle Gottesgläubigen aller Konfessionen und Glaubensanschauungen, für die bibelgemäße Wahrheit aufzustehen, die unser gemeinsames Erbe ist, und »für den Glauben zu kämpfen«. (Judas 3) Möge Gott Sie mit Seiner Liebe segnen! In Jesu Namen, amen! Seite 1/Seite 2



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