Zurück zur Eingangsseite Grafik: Aufgeschlagene Bücher
Wer wir sind Link zur englischsprachigen Website, MP3 Music Downloads Weltweites Werk Produkte Lese-Ecke E-Cards, Link zur englischsprachigen Website Endzeit News
Schreib uns
HomePage


WELTWEITES WERK


STATE OF EXIT -
ROCKFESTIVAL, SERBIEN

Juli 2005


Von Holger

Madlen (links) hört zu
Pantomime auf der Straße
Im Gespräch mit Boris (links)
Simon, Danny, Holger und Jay (v.l.n.r.)
Extra aus Ungarn war unser 9-köpfiges Team mit einem kleinen Programm im Gepäck angereist, um während des EXIT-Festivals die Jugend des Balkans mit neuen Perspektiven zu erreichen. STATE OF EXIT, Novi Sad, das grösste Rockfestival auf dem Balkan, vor fünf Jahren ins Leben gerufen – aus dem Bestreben nach Erneuerung und der Sehnsucht nach einem Bruch mit den alten Strukturen. Seitdem hat sich hier viel verändert und das nicht unbedingt nur zum Guten.

2. EXIT Tag, 5 Uhr nachmittags, ausgestattet mit Gitarren, Boom Box, Pantomime-Staffagen und Jugendtraktaten marschiert unser Team an der einzigen kostenfreien Großbühne des Events vorbei, dem Techno-Stage. Fünfzig Meter entfernt johlt die Menge von ca. 400 aufgeputschten Jugendlichen einmütig im Sprechchor und mit gereckten Fäusten zur angekündigten Rave-Einlage des DJ's. »Ist ja toll, dass die hier so viel Spaß haben, nur schade, dass es nicht ohne Ecstasy, Heroin und anderen Drogen abgeht – auf lange Sicht machen die sich völlig kaputt,« denke ich bei mir. »Hier kann nur noch Gott helfen,« füge ich in Gedanken hinzu. Und in der Tat, nach eigenen Observationen, sowie Augenzeugenberichten konsumiert hier fast jeder was, viele bis zum Umfallen; gestern hat sich einer dort oben "stoned" auf die Straße schlafen gelegt und ist nie wieder aufgewacht – im Dunkeln hatte ihn ein vorbeifahrendes Auto erfasst; 48 Stunden zuvor hatte sich nicht unweit von unserem Zelt jemand den "letzten Schuss" gegeben (und nicht der einzigste während des Festivals), anscheinend eine große Sache im staatlichen Fernsehen, wie wir von den Einheimischen hören konnten. »Mensch, wir können die Leute doch nicht zum Teufel gehen lassen,« schwöre ich mir. »Also, dann rein die Höhle des Löwens,« stimmen wir alle überein.

Abseits der Bühne und des Beschallungspegels befinden sich am Donaustrand etliche Zelte und eine Unmenge junger Menschen, viele entweder auf einem Trip oder am ausnüchtern. Inmitten der skurrilen Szenerie platziere ich meine nicht weniger skurrilen Staffagen: Gummimatte, den Hocker und den CD-Player. Meine Freunde, drei Live-Musiker und zehn andere Jungs und Mädels von The Family International, die nach der Aufführung mit den Zuschauern reden werden, reihen sich im Halbkreis einige Meter vor mir auf. Die 12-minütige Anti-Drogen Pantomime über einen, der auszog das Glück zu finden, kann beginnen:

Die Geburt: Alles ist wunderbar, ich lerne laufen, gehe zur Schule, anschließend zur Uni. Ich verstehe nur die Hälfte, ein unheimlicher Leistungsdruck, aphatisch stopfe ich mir den Kopf mit Wissen voll – bis ich umfalle (mittlerweile haben sich viele interessierte Zuschauer eingefunden). Die Zelle: Ich raffe mich wieder auf, merke plötzlich, dass ich mich in einer großen Zelle befinde, frenetisch hämmere ich hier und da gegen die Wände, während ich die Dimensionen der Käfigs abtaste. Arbeitsleben: Ich gehe enthusiastisch zur Arbeit, mein Bürojob wird aber immer hektischer und stressiger, bis es einfach nicht mehr geht. Wieder befinde ich mich in der Zelle, die allerdings kleiner geworden ist. Ich versuche mein Glück zu finden, indem ich möglichst viel Geld scheffele, fahre ein teures Auto, finde sofort eine Freundin, der ich anschließend gleich wieder den Korb gebe. Wieder befinde ich mich in der Zelle, die nun viel enger geworden ist. Drogen: Es fängt mit Alkohol an, bin ziemlich betrunken, probiere Extasy und putsche mich mit Technomusik auf. Schlussendlich versuche ich es in der Pantomime mit Heroin und befinde mich nach dem Schuss auf einem Horrortrip. Wieder in der Zelle: die ist mittlerweile so eng geworden, dass ich mich kaum bewegen kann.

Simon, unser Leadsänger, kommt zur Hilfe: »Du brauchst doch all diese Sachen nicht, um wirklich glücklich zu sein, was du brauchst ist wahre Liebe, nimm' einfach Jesus an.« Verzweifelt nehme ich – wie im echten Leben – schließlich Jesus an und finde wahre Liebe und reeles Glück.

Simon, Danny und Jay – unsere Musiker – stimmen mit ihren Akustikgitarren das Lied »We need love, love, love« an. Zusammen singen wir darüber, was – ganz besonders hier – wohl jeder wirklich braucht: Liebe! Anschließend reden wir mit vielen der Zuschauer, nicht wenige von ihnen haben tiefe Fragen über den Sinn des Lebens, viele sagen, dass sie sich mit dem hier dargestellten Lebensweg und der resultierenden Sackgasse identifizieren können. In unseren Gesprächen geben wir den vielen Suchenden die Person, welche die Antworten auf alle Probleme hat: Jesus! Nur Gott kann hier noch noch helfen. Nicht wenige Menschen sind hier seit vielen Jahren abhängig, sind in Kriminalität abgerutscht, haben mehrmals versucht, sich das Leben zu nehmen und sehen ganz einfach keine Perspektive mehr.

Als Resultat auf die zahllosen Gespräche die unser und andere Family International-Teams aus Rumänien und Kroatien führten, nahmen während des gesamten Festivals fast 500 Menschen Jesus als ihren persönlichen Erretter an – »er« ist jetzt derjenige, der in deren Leben die notwendigen Veränderungen vornehmen kann, die sonst menschenunmöglich sind. Zum großen Teil geht es da um Veränderungen der Herzen, der Einstellungen und Gewohnheiten, welche wiederrum Veränderungen des Lebenstils herbeiführen. Eine handvoll Jugendlicher hatte aufgrund unseres Einsatz eine dramatische Veränderung durchlebt, diese jungen Menschen haben entscheidende Schritte gegen ihre Sucht vorgenommen und sind jetzt Feuer und Flamme, bei unserem Einsätzen mithelfen zu wollen. Es hat sich also gelohnt, sich zu überwinden, alle Vorbehalte zu vergessen und sich gemeinsam mitten ins wilde Getümmel der EXIT-Welt zu stürzen.

Aufgeführte Produkt- und Firmennamen sind möglicherweise Marken der jeweiligen Eigentümer