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Als wir vor zwei Jahren in Madagaskar lebten, begann Nivo, eine unserer Nachbarinnen, an quälenden Rückenschmerzen zu leiden. Die Ärzte verschrieben ihr immer stärkere Schmerzmittel, nachdem sie nur vage »einige Probleme in ihrem Rücken« diagnostiziert hatten. Als wir sie dann in eines der besten Krankenhäuser der Stadt brachten, um sie gründlich durchchecken zu lassen, bekam sie schließlich die richtige Diagnose: fortgeschrittener Knochenkrebs!
Der Chefarzt empfahl Nivo gleich, mit einem Radiumheilverfahren zu beginnen. Jedoch selbst mit der Therapie gab er ihr nur noch weinige Monate zu leben. Nivo sagte dem Arzt, dass sie den Glauben habe, dass ihr Leben in Gottes Händen liegt, dass er diese Krankheit zugelassen hat und sie heilen könne, wenn er wollte. Und wenn sie nur noch eine kurze Zeit zu leben hätte, würde sie diese lieber zu Hause mit ihren 10 Kindern verbringen.
Kurze Zeit danach hatte Nivo solche Schmerzen, dass sie nicht mehr laufen konnte und nun ständig Hilfe benötigte. Zusätzlich hatte die Biopsie eine große Wunde an ihrem Rückgrat hinterlassen, die sich bald entzündete. Nivos Gesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend.
Wir berieten und beteten gemeinsam hinsichtlich ihrer Situation und schlugen ihr vor, die Entscheidung bezüglich des Radiumheilverfahrens noch einmal zu überdenken. Allerdings sicherten wir ihr zu, dass wir unser Bestes tun würden um zu helfen, egal wie ihre Entscheidung ausfallen würde. Wieder blieb sie dabei, ihr Leben Gottes Händen zu überlassen, aber erinnerte im Gebet Gott daran, dass ihre Kinder noch klein waren und sie brauchten, so dass ihre Gesundung unabdingbar sei. Also beteten wir weiterhin verzweifelt für ihre Heilung.
Nicht lange nach diesem Gebet musste Nivo einmal ins Badezimmer, aber es war keiner da, der ihr beim Aufstehen helfen konnte. Also betete sie für die nötige Kraft und schaffte es tatsächlich, alleine aufzustehen. Sie war so glücklich darüber, dass es ihr möglich war ohne jegliche Hilfe gehen zu können, dass sie sich zur Haustür begab. Einer ihrer Nachbarn sah sie dort und erzählte es sofort weiter. Schon bald versammelten sich alle Dorfbewohner um ihre bescheidene Hütte und riefen: »Danke Jesus! Ein Wunder ist geschehen!« Das war vielleicht ein Anblick!
Ganz allmählich gewann Nivo ihre Kräfte zurück und kam wieder auf die Beine. Sie fing an, mit zwei Krücken herumzulaufen, dann nur mit einer, und schließlich ganz ohne. Auch ihre Wunde am Rücken verheilte vollständig.
Ein paar Wochen später trafen wir ihren Arzt und er war völlig überrascht als er hörte, dass sie noch lebte. »Aber ist sie denn gelähmt?« fragte er. Als wir ihm berichteten, dass sie wohlauf sei und sich um ihre Kinder kümmere, war er sprachlos.
Heute, zwei Jahre nachdem ihre Schmerzen erstmalig begannen, sorgt Nivo für ihre Kinder, bewirtschaftet ihren Garten, wäscht die Wäsche ihrer großen Familie und kommt herum wie alle anderen im Dorf. Manchmal schimpfen wir mit ihr, wenn wir sehen, wie sie schwere Lasten auf ihrem Kopf trägt, worauf sie nur mit einem Lachen antwortet, »Ca va bien! Merci Jésus!« (»Mir geht’s gut! Danke Jesus!«)
Und das ist noch nicht alles! Vor kurzem hat Nivo noch ein süßes kleines Mädchen zur Welt gebracht ihr 11. Kind. Die Entbindung war schwierig, da sich das Ungeborene in einer ungünstigen Lage befand, aber ansonsten verlief alles gut, trotz einiger fehlender Wirbel in Nivos unterem Rückenbereich. Wenn der Herr Wunder tut, dann tut er sie gründlich!
Francoise Corticelli ist freiwillige Mitarbeiterin der Familie International in Reunion, Mascarene Inselgruppe.