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Titel: "Lese-Ecke": Deine geistige Nahrung - täglich frisch serviert.

DIE GESCHICHTE DES SOLDATEN




Nach Dr. Ralph F. Wilson

Cassius stand stramm vor dem Kommandeur der Militärkohorte von Jerusalem. »Zenturio«, schimpfte der Offizier laut, »kannst du mir das erklären? Eine deiner Abteilungen war beauftragt, ein Grab zu bewachen, einen Toten. Was könnte schon so schwer daran sein? Jetzt sind mir Gerüchte zu Ohren gekommen, dass der Leichnam verschwunden ist! Sag mir, dass das nicht wahr sein kann!«

»Herr, darf ich offen sein, von Soldat zu Soldat?«, fragte der Zenturio. Er kannte den Tribun schon seit längerer Zeit, obwohl der Tribun der berittenen Truppe angehörte und er nur ein gewöhnlicher Soldat war.

»Bitte, Cassius«, antwortete der Offizier etwas freundlicher und gab dem Zenturion ein Zeichen, sich zu setzen.

»Ich muss Euch um einen Moment Geduld bitten«, begann Cassius. »Die Geschichte hat eigentlich schon vor Wochen angefangen.«

»Lass dir Zeit«, antwortete der Tribun etwas gelöster.

»Als dieser Jesus – das ist der Mann, dessen Leichnam wir am Grab bewachten – anfing, in der Umgebung von Jerusalem zu predigen, dachten wir, er wäre vielleicht eine Art Revolutionär, der die Bevölkerung mit seinem Gerede über das Königreich Gottes aufwiegelt. Aber ich ging hin und hörte ihm zu, Herr. Er stellte keine Bedrohung dar. Tausende saßen mit ungeteilter Aufmerksamkeit da, als er über Seinen Vater sprach und darüber, seinen Nächsten zu lieben, über die Vergebung begangener Sünden und davon, ein neues Leben anzufangen. Es war faszinierend, Herr. Er gab einem das Gefühl, als ob Er sich persönlich um einen sorgte.«

Der Tribun stützte das Kinn in die Hand: »Erzähl weiter, Soldat.«

»Als ich Ihn das nächste Mal sah, hatten wir den Befehl, vor der Residenz des Landpflegers Wache zu stehen. Die Menschenmenge wurde immer aufgebrachter. Pontius Pilatus saß dort oben auf dem Richterstuhl und Jesus stand vor ihm. Jemand hatte Ihn ziemlich zugerichtet, Herr.«

»Was hattest du erwartet, Zenturio?«

»Schließlich«, fuhr Cassius fort, »gab Pilatus das Zeichen zu schweigen. ›Ich finde keine Schuld an diesem Mann‹, rief er aus. Dann versuchte er, Jesus frei zu lassen. Pilatus bat sie, zwischen Barabbas – einem bekannten Mörder und Rebellen – und Jesus zu wählen.«

»Und jetzt läuft dieser Verbrecher Barabbas wieder frei herum.«

»Nachfolger des herrschenden Sanhedrin forderten die Befehlshaber auf, Jesus zu töten. Sie schrieen: ›Kreuzige ihn, kreuzige ihn!‹ Der Pöbel stimmte mit ein. Eine Minute lang stand alles auf des Messers Schneide, sag ich Ihnen. Dann verlangte Pilatus eine Waschschüssel und fing an, seine verweichlichten Hände zu waschen...«

»Zenturio, ich erlaube keine Respektlosigkeit«, unterbrach ihn der Tribun scharf.

»Jawohl, Herr, aber wisst Ihr, Jesus war unschuldig, schlicht und ergreifend. Er hatte nur einige mächtige Priester verärgert. Aber als Pilatus merkte, aus welcher Richtung der Wind wehte, beugte er sich dem Druck. Ich dachte, in Rom gehe es um Recht und Ordnung, nicht um Zweckmäßigkeit.«

»Regieren ist manchmal ein schmutziges Geschäft, Zenturio«, wandte der Tribun ein.

»Soldat sein auch, Tribun. Auf eurem Befehl hin wurde einer von meiner Abteilung ausgewählt, um den Mann zu geißeln.«

»Oh ja, sie hatten eine Menge Spaß dabei«, sagte der Tribun. »Ein großartiger Soldat... war es nicht Publius? Er peitschte wie ein Verrückter, wie ich mich erinnere, und die Metallspitzen der Peitsche bohrten sich in den Rücken von Jesus, bis die Haut in Fetzen hinunter hing und das Blut nur so strömte.«

»Nur wenige Male wurde ich in meiner Laufbahn von Blut angeekelt«, kommentierte Cassius, »aber einen Unschuldigen mit solcher Brutalität behandelt zu sehen...«

»Ich kann mich nicht erinnern, dass du sie aufgehalten hast, als sie ihm einen Purpurmantel anzogen, Ihm ein Schilfrohr als Zepter gaben und eine Krone aus Dornen aufsetzten. Oh ja, sie hatten ihren Spaß,« entgegnete der Tribun.

»Ich habe in meinem Soldatenleben schon Hunderte gekreuzigt«, erwiderte Cassius, »aber dieser Mann war anders. Er fluchte nicht; er schrie noch nicht mal. Er war von der Auspeitschung, die Publius ihm verpasst hatte, schon halb tot, und er stürzte auf dem Weg nach Golgatha.«

»Er fiel hin?«

»Er war einfach zu schwach, um das Kreuz zu tragen, darum verpflichteten wir einen starken Kyrenier, es weiterzutragen. Dann kreuzigten wir Jesus.«

»Alle Menschen sterben gleich.«

»Nicht wie Er«, erwiderte Cassius. »Wir nagelten Ihn an den Kreuzbalken und richteten das Kreuz dann auf, aber ich werde nie vergessen wie Er betete: ›Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.‹ Herr, ich war für Seine Tötung verantwortlich und Er vergab mir.«

»Bist du nicht schon zu lange Soldat gewesen, um noch von einem schlechten Gewissen geplagt zu werden, Cassius?«

»Dann bat der Dieb, der neben ihm gekreuzigt worden war, dass Jesus seiner gedenken solle, wenn Er in Sein Königreich käme.«

»Sein Königreich!«, spottete der Tribun.

»Aber hören Sie Seine Antwort: ›Heute noch wirst du mit Mir im Paradies sein!‹ Erstaunlich! Gegen Mittag, Tribun, verfinsterte sich der Himmel. Jeder sah es, und es lief uns kalt den Rücken hinunter, als Er rief: ›Mein Gott, Mein Gott, warum hast Du Mich verlassen?‹ Er hörte sich an, als sei Er der einsamste Mensch in der Welt, der da in der Finsternis hängt. Er sprach bis um drei Uhr nachmittags kaum ein Wort, und dann rief Er fast triumphierend: ›Es ist vollbracht!‹ Und wer genau zuhörte, konnte Ihn flüstern hören: ›In Deine Hände befehle Ich Meinen Geist!‹«

»Im selben Augenblick fing die Erde an zu zittern und zu beben«, erzählte Cassius weiter. »Für einen Moment wurde ich zu Boden geworfen. Dann ließ die Dunkelheit langsam nach. Ich sage Euch eins, Tribun, das war kein gewöhnlicher Mensch, den wir da kreuzigten – Er war Gottes Sohn.«

»Ein paar ungewöhnliche Zufälle und schon hältst du Ihn für göttlich? Er ist genauso tot wie jeder andere auch.«

»Nein, Tribun, ist Er eben nicht.«

»Er ist nicht tot?«

»Der Hohepriester und die Pharisäer bestanden darauf, dass das Grab bewacht würde, so dass die Jünger von Jesus den Leichnam nicht stehlen konnten.«

»Ich weiß, der Befehl kam von mir.«

»Wir postierten drei Wachen rund um die Uhr. Alle acht Stunden wurden sie abgelöst, wie es uns vorgeschrieben ist. Ich hatte die Gruft versiegelt, bevor sie mit der Wache anfingen. Das Grab war abgesichert.«

»Also, woher stammen dann die Gerüchte, dass der Leichnam verschwunden ist?«

»Er ist weg, mein Herr.«

»Ich ziehe dir das Fell über die Ohren, Zenturio!«, schrie der Tribun und sprang auf.

Cassius stand auch auf, aber er fuhr fort: »Ungefähr um sieben Uhr heute Morgen, mein Herr, kamen die drei Wachsoldaten in die Kaserne gerannt, als ob sie einen Geist gesehen hätten. ›Zenturion! Zenturion!‹ riefen sie, ›Er lebt!‹ Ich beruhigte sie und ließ mir jedes Detail schildern.

Ihre Schicht hatte um Mitternacht begonnen«, erzählte Cassius. »Sie waren die ganze Nacht hellwach gewesen – und erzählten sich die meiste Zeit Frauengeschichten, wurde mir gesagt. Dann, kurz bevor der Morgen dämmerte, beteuerten sie, erhellte sich das Grab im Garten, als ob es Mittag wäre, und ein Engel mit einem Gewand hell wie ein Blitz kam und rollte den Stein vor dem Grab zur Seite. Sie saßen einfach da und zitterten nur so. Dann stand einer von ihnen auf – Publius, glaube ich, war’s – und schaute ins Grab. Der Leichnam war weg und die Leichentücher lagen auf dem Kalksteinsockel, noch vollständig gewickelt, aber kein Körper darin.«

»Erwartest du wirklich, dass ich das glaube?«, antwortete der Tribun geringschätzig.

»Ich befragte sie eingehend. Jeder von ihnen sah nach, jeder sah das gleiche. Der Leichnam war weg.«

»Sie müssen eingeschlafen sein und erzählen jetzt eine Geschichte, um sich selber zu rechtfertigen.«

»Das sind in vielen Schlachten erprobte Veteranen, Tribun, keine Anfänger. Ich kenne diese Soldaten. Außerdem, mein Herr, muss man annehmen, dass der Lärm von Leuten, die versuchen, einen riesigen Stein wegzurollen, jeden schlafenden Soldaten aufwecken würde. Nein, sie haben wirklich die Wahrheit gesagt.«

»Was erwartest du, Zenturio, dass ich den Leuten sage – Dass Er von den Toten auferstanden ist?«

»Ich weiß nicht, was Ihr ihnen sagen werden, Tribun, aber das ist das, was geschehen ist. Er lebt. Ich sage Euch, Er lebt!«

»Nun, vielleicht können wir den Hohenpriestern von diesem kleinen Zwischenfall erzählen – sie werden ein Interesse daran haben, dass nichts publik gemacht wird. Ich schätze, sie werden sich das einiges kosten lassen, damit wir die Geschichte begraben... Ich werde mich von jetzt an darum kümmern, Zenturio. Du hast nichts gesehen. Du weißt von nichts! Kapiert?«

»Aber ich weiß es und ich habe es gesehen, Tribun. Ich kann nicht ändern, was passiert ist. Jesus ist da draußen, lebendig. Mehr als nur lebendig.«

»Vergiss, dass es je passiert ist, Cassius.«

»Vergesst Ihr es, wenn Ihr könnt, mein Herr. Aber bei allem Respekt, Jesus lebt, und das ändert alles.«

Jesus lebt! Und weil Er lebendig ist, kannst du Ihn noch heute kennen lernen und eine persönliche Beziehung mit Ihm haben, die dein Leben verändern wird. Bitte Ihn darum, und Er wird antworten, dein Freund sein, dir bei deinen Problemen helfen, deine Verletzungen heilen, deine Fehler vergeben, dir einen neuen Start geben und noch vieles mehr. Er lebt, Er wartet auf dich, und Er liebt dich.

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Ja, Jesus lebt! Und weil Er lebendig ist, kannst du Ihn noch heute kennen lernen und eine persönliche Beziehung mit Ihm haben, die dein Leben verändern wird. Bitte Ihn darum, und Er wird antworten, dein Freund werden, dir bei deinen Problemen helfen, deine Verletzungen heilen, deine Sünden vergeben, dir einen neuen Start geben und noch vieles mehr. Er lebt, Er wartet auf dich, und Er liebt dich.



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