Feuilleton von Keith Phillips,
Redakteur des Activated-Magazins:
Von Beginn an, seit im 15. Jahrhunderts Schriften und Zeitungen von den ersten deutschen Druckerpressen mit beweglichen Metalllettern rollten, sind Schlagzeilen stets von Sensationen bestimmt worden. Lediglich, was sich heutzutage als Top Nachricht qualifiziert, hat sich entsprechend geändert. Kriege, Gewalt, Katastrophen und Epidemien traditionell der Inhalt vieler Schlagzeilen gibt es selbstverständlich auch weiterhin, doch mehr und mehr Raum wird Berichten gegeben, die sich mit wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen und deren Auswirkungen befassen.
In einer Studie von Journalisten des »Newseums«, einer journalistischen Onlineausstellung des Pressewesens, bezogen sich 38 der 100 wichtigsten Nachrichten des 20. Jahrhunderts auf wissenschaftliche Themen. Bei genauerem Betrachten der Liste kommt noch mehr zum Vorschein. Die meisten wissenschaftlichen Topstories häufen sich gegen das Ende des Jahrhunderts, und spätere Fortschritte übertreffen in der Bewertung frühere. Zum Beispiel stehen der PC (Platz 31 der Liste) und das Internet (32) vor dem Radio (40) und TV (43). Außerdem, und das ist keine Überraschung, gehört der Platz eins in der Newseumstudie der krönenden technologischen »Entwicklung« des Jahrhunderts die Atombombe.
An welcher Stelle werden wohl die heißen Themen von heute Klonen, Stammzellenforschung, Genmanipulation, Computerchip-Implantate und die Nebenwirkungen der Technologien in ihren unzähligen Formen auf die Umwelt in der nächsten Newseums-Studie stehen? Und welche Wahl haben wir noch, inwiefern Wissenschaft und Technologie unser Leben und unsere Welt beeinflussen? Vielleicht hat der britische Historiker Arnold Toynbee (1) es am treffendsten auf den Punkt gebracht, als er schrieb: »Die Technik ist moralisch gesehen eine neutrale Kraft. Sie kann diesen Planeten in einen globalen Schlachthof verwandeln oder aber auch in ein lebenswertes Wohnviertel. Nehmen wir einmal an, wir haben uns entschlossen, auf der Seite der Engel zu stehen, wie verhalten wir uns anderen gegenüber, die bis jetzt noch nicht die Zeichen der Zeit verstanden haben? Die einzige erfolgversprechende Antwort ist, Böses mit Gutem zu vergelten und nie müde zu werden, weiterhin diese schwierige Rolle zu spielen«!
Keith Phillips,
für Die Familie
1 Arnold Toynbee, "Unless We Learn to Love," Guideposts March 1966.