Von Virginia Brandt Berg
»Ich steh' unter immensen Druck! Ich halt's kaum aus der Stress ist unerträglich!« Menschen reden über den Druck, dem sie ausgesetzt sind und der ihnen ins Gesicht geschrieben steht. Wir leben in den Stromschnellen der Zeit. Die Geschwindigkeit und Unerbittlichkeit, mit der wir uns vorwärts bewegen, ist äußerst bemerkenswert, aber sie fordert seinen Tribut von unserem Körper, unseren Sinnen und unserem Geist.
Als ich heute versuchte, innerlich ruhig zu werden, wurde mir bewusst, wie viel Stress und Druck in mir eigentlich steckte. Doch ich weiß, wo ich Ruhe finden kann. Das Wörterbuch beschreibt Ruhe so: a) »Zustand des Ungestörtseins« Gegensatz: Unruhe; b) äußere, durch keinen Lärm gestörte Stille; c) innere Ausgeglichenheit.«
Das klingt ja alles ganz schön, aber wie versetzt man sich in diesen Zustand? Wie können die Menschen so Ruhe finden, wenn sie die ganze Zeit auf dem Sprung sind und herum hetzen?
Wenn ich mich zurückziehe, um in Gottes Gegenwart zu verweilen, wenn ich sein Wort lese und studiere, wenn ich in mich gehe und eine Zeit lang bete, wird der Frieden, den er versprochen hat, wieder hergestellt Ruhe und Entspannung, wie sie nur Gott geben kann. Dieses Heilmittel beseitigt alle Belastungen des Geistes und jede Verspannung des Körpers.
Um in diesem Zeitalter des Stresses zur Ruhe zu kommen, müssen viele Menschen Beruhigungsmittel nehmen. Der folgende Wortwechsel zwischen zwei Ehepartnern ist gang und gäbe: »Schätzchen, du kannst dir gar nicht vorstellen, was heute alles im Geschäft passiert ist, ich steh unter einem derartigen Druck und Stress, dass es kaum zu ertragen ist! Kannst du mir ein paar von den Beruhigungspillen geben?« Also gab sie ihm die Pillen. Gerade da klingelte das Telefon und er wurde gebeten, zum Büro zurück zu kommen. Ein wichtiger Kunde wollte eine größere Bestellung aufgeben. Also fragte er seine Frau: »Wo sind die Aufputschpillen? Ich brauch unbedingt welche!« Man nimmt heutzutage eine Pille zum Aufputschen und eine andere, um sich zu beruhigen.
Druck ist vielgestaltig und einige Leute kennen keine andere Lösung, als Pillen zu schlucken. Aber als Christ hat man einen anderen Rückhalt. Ein Christ hat seine stille Zeit seine Zeit, in der er über Gott nachdenkt und die ihm das Fieber seiner Hektik kühlt. Wir müssen allerdings unseren Teil dazu beitragen, um vor dem Herrn stille zu werden. Hier sind einige Schriftstellen, die diese Notwendigkeit demonstrieren.
»Mose sprach zu ihnen: Steht still, bis ich vernehme, was euch der Herr sagen will!« (4. Mose 9:8). Er musste die, die um ihn herumstanden, erst zur Ruhe bringen, bevor er überhaupt anfangen konnte zu hören, was der Herr ihnen mitteilen wollte.
In 1.Samuel 9:27 redet der Prophet Samuel mit König Saul, »Sage dem Knecht, dass er uns vorangehe … du aber steh jetzt still, dass ich dir kundtue, was Gott gesagt hat!«
Wenn man Leute berät und mit ihnen betet, ist es manchmal sehr schwierig sie soweit zu beruhigen, dass sie Gottes Wort hören können. Ein wunderbarer Vers in Bezug darauf steht in Psalm 46:10 »Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin!«
In Hiob 37:14 heißt es: »Steh still und merke auf die Wunder Gottes!«
David spricht davon, nachts oder früh am Morgen mit dem Herrn zu reden und über ihn nach zu denken, bevor die Hektik des Tages beginnt: »Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich, wenn ich wach liege, sinne ich über dich nach.« (Psalm 63:6). Und Gott selber sagt: »Seid stille und erkennet, dass ich Gott bin! (Psalm 46:10).«
Wenn wir doch nur zu diesem stillen Ort kommen würden, um Gottes Angesicht zu suchen und sein Wort zu lesen. Dann könnte er unsere Seelen erfrischen, unsere Gedanken klären und die gespannten Gefühle fortnehmen. Manche denken, es sei verschwendete Zeit, eine Pause zu machen und über Gott nachzudenken, und doch haben Millionen von Menschen über die Jahrhunderte hinweg festgestellt, dass sie nur in Gottes Gegenwart Ruhe und Frieden finden und jegliche Auswirkung von Druck unter Kontrolle bringen konnten.
Gebet bietet uns die Möglichkeit, uns der Kraft Gottes zu bedienen, die dem Leben alle Strapazen entziehen kann. Warum denkst du nicht einmal darüber nach? Sein Wort sagt, dass die, die glauben, zu seiner Ruhe einkehren werden. (Hebräer 4:3). Und weiter redet es davon: »Darum ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes.« (Hebräer 4:9). Du brauchst nicht auf die kommende Welt zu warten, um diese Ruhe zu bekommen! Du kannst sie schon jetzt haben! Möge Gott dich segnen und dich zu dem Ort seines vollkommenen Friedens führen.