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Titel: "Lese-Ecke": Deine geistige Nahrung - täglich frisch serviert.

NEUBEGINN

Von Virginia Brandt Berg


Hier stehen wir nun vor dem neuen Jahr, und wissen noch nicht, was es für uns bereit hält. Eines wissen wir aber genau, wir können die Vergangenheit mit all ihren Sorgen, Schmerzen, Kummer und Fehlern einfach hinter uns lassen. Wir können zwar nichts mehr rückgängig machen, keine Tat und kein einziges Wort. Wenn wir aber unseren Kummer und unser Bedauern an Gott übergeben, kann er das neue Jahr mit Freude und Schönheit erfüllen. Die Bibel verspricht: »Was auch geschieht, das eine wissen wir, für die, die Gott lieben, muss alles zu ihrem Heil dienen.« (Römer 8:28) – Das gilt auch für unsere Vergangenheit.

Die Tage des vergangenen Jahres befinden sich jenseits unserer Reichweite, und wir sollten sie dort lassen. Gott kümmert sich um die Vergangenheit und wir sollten nicht zurückschauen und uns mit Bedauern quälen. Schade ist nur, dass einige Menschen sagen, sie würden Gott vertrauen, aber sich dennoch über »die Makel und dunklen Flecken« ihrer Vergangenheit Sorgen machen.

In dem Moment, in dem wir uns Gott zugewandt und unsere Fehler bekannt und um Vergebung gebeten haben, sollen wir die Vergangenheit hinter uns lassen und sie nicht wieder zum Thema machen. Gott sagt über vergangene Sünden: »Ich vergebe deine Schuld und denke nicht mehr an deine Verfehlungen – weil ich es so will!« (Jesaja 43:25) Wenn nicht einmal Gott daran denkt, warum sollten wir es dann tun?

In der Bibel wird der Teufel als der »Ankläger« bezeichnet. (Offenbarung 12:10) Er liebt es, uns wegen unserer vergangenen Verfehlungen anzuklagen, er möchte, dass wir ein schlechtes Gewissen haben und uns schuldig fühlen. Aber Gottes Wort sagt: »Vor dem Gericht Gottes gibt es also keine Verurteilung mehr für die, die mit Jesus Christus verbunden sind.« (Römer 8:1) Wir sollten uns nicht mehr mit vergangenen Verfehlungen beschäftigen und sie loslassen, weil wir sowieso nichts mehr daran ändern können. Stattdessen sollten wir uns an Gottes ermutigendes Versprechen erinnern: »Eure Verfehlungen sind rot wie Blut, und doch werden sie weiß werden wie Schnee. Sie sind rot wie Purpur und doch werden sie weiß werden wie reine Wolle.« (Jesaja 1:18)

Ein Gedicht, das ich einmal las, lautet: »Wenn ich den Weg zum Gestern finden würde, würde ich sein Blatt mit Schönschrift füllen und das Vergangene löschen.« Nun, für mich ist der Weg zur Vergangenheit eher unattraktiv, da ich davon eh nichts ungeschehen machen kann! Nur Gott kann unsere vergangenen Verfehlungen bedecken, weil er uns in dem Licht des Opfers sieht, das von Jesus schon für uns gebracht wurde. Das macht den Unterschied! Es ist nicht Gottes Absicht, uns immer wieder die Fehler der Vergangenheit vorzuhalten, und wer will das schon, wenn die Zukunft doch so hell strahlt, wie die wunderbaren Verheißungen Gottes?

Wenn ich das bevorstehende Jahr vor mir sehe, muss ich an all die Versprechen in Gottes Wort denken, an all die wundervollen Dinge, die möglich sind. Denn seine Versprechen sind unerschöpflich, unveränderlich und für jeden von uns persönlich gemeint. Warum sollte man bei all diesen Versprechungen noch den Wunsch haben, in die Vergangenheit zurückzukehren?

Das Kreuz von Jesus steht wie mit ausgebreiteten Armen hinter uns und soll den Weg zur Vergangenheit blockieren. Weil Jesus den Preis für unsere Verfehlungen schon bezahlt hat, können und sollten wir mit dem Apostel Paulus sagen: »Ich lasse alles hinter mir und sehe nur noch, was vor mir liegt. Ich halte geradewegs auf das Ziel zu, um den Siegespreis zu gewinnen. Dieser Preis ist das ewige Leben, zu dem mich Gott durch Jesus Christus berufen hat.« (Philiper 3:13-14)

Denk nicht mehr an das, was hinter dir liegt! Vergiss einfach alles! Schreite voran, halte auf das Ziel und den Siegespreis zu! Du kannst die Zeit nicht zurückdrehen und selbst wenn du alle Reichtümer der Welt hättest, könntest du das Vergangene nicht rückgängig machen.

Wie schade, wenn wir die Last der Vergangenheit tragen, wenn der Herr einen solchen Preis gezahlt hat, um sie uns abzunehmen und davon zu befreien! »Jesus hat für alles bezahlt, ich schulde ihm alles«, wie es in einem alten Lied so wunderbar ausgedrückt ist.

Nachdem ich einmal zu einem größeren Publikum darüber gesprochen hatte, kam ein junger Ex-Sträfling zu mir, der gerade aus dem Gefängnis entlassen worden war. Er konnte nicht glauben, dass Gott so einfach seine Vergangenheit tilgen könnte, wenn er nur seine Verfehlungen bekennen und Jesus als seinen Erretter in sein Herz bitten würde. Er hörte nicht auf, von seinen Fehlern zu reden. Dass Gott so eine schreckliche Vergangenheit vergeben könnte, war für ihn unfassbar. Noch in derselben Nacht gab er sein Herz zu Jesus, und der ihn dann gleich von seiner Last befreite. Jesus vergab ihm und schenkte ihm damit eine Freiheit, die er vorher nie gekannt hatte. Anschließend konnte er einfach nicht mehr aufhören, über die Gnade und Barmherzigkeit Gottes zu sprechen und darüber, wie Gott ihn von den Qualen der Vergangenheit befreit hatte. Oft zitierte er ein Lied, das er sehr mochte: »Das Vergangene so gefüllt mit Schuld und Schande, was war ist fort, oh lobet unsren Gott!«

Gibt es etwas Schöneres, als das Wunder der Vergebung und die Zusicherung, dass all unsere Schuld erlassen wurde? Diese wundervolle Vergebung steht uns allen zu. Jesus starb für jeden von uns. Alles, was wir tun müssen, ist, diese Vergebung anzunehmen und ihn als unseren Erlöser anzuerkennen. »Wenn wir aber unsere Verfehlungen eingestehen, können wir sicher sein, dass Gott treu und gerecht ist. Er wird uns dann unsere Verfehlungen vergeben und uns von aller Schuld reinigen.« (Johannes 1:9) Das ist sein uneingeschränktes, ungebrochenes Versprechen an uns.

Wenn du denjenigen noch nicht getroffen hast, der dir die Last der Vergangenheit abnehmen kann, dir eine leuchtende Zukunft und ewiges Leben in einer Welt, die noch kommen wird, geben kann, dann hast du jetzt die Möglichkeit ihn kennen zulernen. Demütig steht er vor der Tür deines Herzens und wartet darauf, dass du ihn herein bittest. Du brauchst nur zu beten: »Jesus, bitte komm in mein Leben, vergib mir meine Sünden, fülle mich mit deiner Liebe und bitte gib mir dein Geschenk des ewigen Lebens.«


Virginia Brandt Berg (1886-1968) war die Mutter des Gründers der Family International, David Brandt Berg (1919-1994)


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