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Titel: "Lese-Ecke": Deine geistige Nahrung - täglich frisch serviert.

EIN TRAUM WIRD WAHR!

Von Francesco Lucian


Einige der Plastiken die Nelica mit den zwei Fingern formte, die zu der Zeit nicht gelähmt waren.

Die 12-jährige Nelica, von Geburt an schwer behindert, war an Bett und Rollstuhl gefesselt. Aber ihre Phantasie brachte sie oft an Orte, an denen sie tatsächlich nie gewesen war: Parkanlagen, Seen, Berge und sogar Wolken und Sterne wurden so von ihr erforscht.

Nelica hatte immer ein Lächeln auf dem Gesicht. Menschen, die sie das erste Mal in ihrem Zustand sahen, wunderten sich über ihr zauberhaftes Lächeln. Es kommt von Gott, sagte Nelica ihnen.

Eines nachts träumte Nelica von einem wunderschönen Garten, in dem Jesus auf sie wartete. Gekleidet in einem hübschen rosafarbenen Kleid, perlenbestickt und mit einer langen Schleppe, rannte sie auf ihn zu. Er empfing sie mit offenen Armen und einem warmen Lächeln. Dieser Traum machte sie sehr glücklich. Mitunter malte sie diese Szene, manchmal sang sie ein Lied darüber, sogar ein Gedicht verfasste sie.

Dann verschlechterte sich ihr Zustand plötzlich schneller als erwartet. Jeden Tag wurde sie schwächer. Bald konnte sie sich nicht mal mehr alleine aufsetzen. Einen Monat lang besuchten ihre Freunde sie regelmäßig, alle wussten, dass es dem Ende zuging. Ihr zauberhaftes Lächeln würde bald nur noch eine Erinnerung bleiben.

Nelica im Alter von 11 Jahren

Dann kam der erwartete Tag. Der Krankenwagen, die Wiederbelebung, die panischen Stimmen, der Transport zum Krankenhaus – alles verlief wie unter einem Schleier. Dann Frieden.

Nelica sass, gestützt von Kissen, blass in ihrem Krankenhausbett. Nadeln und Schläuche steckten überall in ihrem zerbrechlichen Körper. Die Ärzte hatten alles getan, was sie konnten, aber alle wussten, dass Nelicas Ende nahe war. Ihre Mutter weinte leise, während sie Nelica eine Geschichte vorlas.

Nelica stöhnte auf.

»Hast du Schmerzen, meine Süße?« fragte ihre Mutter.

»Nein, Mama.« Nelicas strahlendes Lächeln war hinreißender denn je. »Ich bin jetzt zu Hause«, sagte sie begeistert. »Ich bin in dem herrlichen Garten ... Oh, Mama, das Kleid ist noch viel schöner als ich dachte ... Mama, er kommt jetzt! Jetzt lächelt er mir zu! Mama, es ist so wunderbar!«

Nelica lächelte ein letztes Mal, dann war sie davon gegangen.


– Francesco Lucian verstarb Anfang 2006 nach einem schweren Autounfall und war bis dahin als vollzeitiger ehrenamtlicher Mitarbeiter mit The Family International in Moldawien tätig.




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