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Titel: "Lese-Ecke": Deine geistige Nahrung - täglich frisch serviert.

DEN LIMBO TANZEN

von Maria Morrow


Man sagt, dass ein Sinn für Humor die Situation retten kann und in kniffligen Zeiten hilft, sich zu entspannen. Ich glaube, dass Gott solch einen guten Sinn für Humor hat. Schließlich hat er uns komische Menschen ja auch geschaffen.

Vor etlichen Jahren machten mein Mann Andie und ich sehr anstrengende Zeiten durch. Mit drei kleinen Kindern und der ausstehenden Geburt des Vierten in wenigen Wochen, befanden wir uns in einer Situation, in der wir aus unserem Haus ausziehen mussten. Eine nach der anderen hatten sich die verschiedenen Möglichkeiten für ein neues Heim zerschlagen. Ich kam mir vor wie Maria zu Heiligabend, als sie und Josef erfuhren, dass es für sie keinen Platz im Gasthaus mehr gab.

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»Die Kämpfe im Leben sind nicht dazu bestimmt, uns völlig zu entmutigen. Sie sind Herausforderungen, die uns helfen sollen zu wachsen. Schwierigkeiten strecken unsere Muskeln, sie machen uns gelenkiger, auf dass es uns gelingen mag, wie ein Profi »den Limbo« zu tanzen.«
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Mit jedem Tag schien es schlimmer und unsere Situation verzweifelter zu werden. Ich hatte mich bemüht, nicht den Glauben zu verlieren und positiv zu bleiben, aber konnte es nicht verhindern, dass mich der Mut verließ. Was lief hier schief? Wir hatten doch so ernsthaft gebetet. Wie schlimm konnte es denn noch werden?

Da hatte ich eine eigenartige Offenbarung. Es dämmerte mir, dass Gott wohl vor hatte, in eine sonst ziemlich ernste Situation seinen Sinn für Humor einzubringen. In meinen Gedanken vernahm ich, wie Jesus im definitiven Limborhythmus zu mir sagte: »Machst du noch weiter? Wie lange geht's noch?«

Für diejenigen, denen der Limbo nicht geläufig ist: es handelt sich um einen beliebten Wettanz, der seinen Ursprung in den Westindischen Inseln hat und eine große Portion Gelenkigkeit abverlangt. Die Tänzer bilden eine Schlange, wer dran kommt, geht so weit wie möglich in die Knie. Man streckt beide Arme nach vorne und »tanzt« nun Schritt für Schritt unter einer Stange hindurch, die jedes Mal etwas weiter heruntergelassen wird, nachdem man sie erfolgreich passiert hat. Man scheidet aus, wenn man die Stange aus der Halterung schubst oder sein Gleichgewicht verliert. Der Tänzer, der die niedrigste Stange schafft, ist der Gewinner.

Ich musste lachen, als ich mir vorstellte, wie die Stange auf die nächst niedrigere Stufe gelegt wurde. Es gab mir neuen Mut, meine Probleme als Herausforderung an zu sehen. »Wie lange geht's noch« – Nicht als negative Frage, sondern als etwas Positives.

Die Kämpfe im Leben sind nicht dazu bestimmt, uns völlig zu entmutigen. Sie sind Herausforderungen, die uns helfen sollen zu wachsen. Schwierigkeiten strecken unsere Muskeln, sie machen uns gelenkiger, auf dass es uns gelingen mag, wie ein Profi »den Limbo« zu tanzen.

Ich setzte mein Lächeln auf. Mit erhobenem Haupt sagte ich zu mir selbst: »Ich werde es schaffen. Ich bück mich einfach noch ein wenig tiefer. Ich hab mein Gleichgewicht noch, ausgeschieden bin ich auch noch nicht!« Jedes mal, wenn wieder schlechte Nachrichten eintrudelten und sich die Situation verschlimmerte, lächelte ich Andie zu und sagte: »Machen wir noch weiter?«

Ach ja, ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich beim Tanz wohl gemogelt hatte. Ich wusste mit Bestimmtheit, dass Jesus mir jedes mal unter die Arme griff, wenn ich in die Knie ging – er half mir, die Balance nicht zu verlieren. Er hatte alles unter Kontrolle und ich brauchte einfach nur mitzuspielen. An diesem Punkt war ich ziemlich stolz darauf, den Limbo so professionell tanzen zu können und nichts schien mehr so schlimm zu sein.

Und wie du dir vorstellen kannst, haben wir den Limbo schließlich gewonnen. Als Belohnung gab uns Jesus genau das, was wir brauchten – ein wunderbares Zuhause, und das genau zum richtigen Zeitpunkt.


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