Kapitel 3: Wie man anfängt
Genau wie mit allem anderen, ist der Anfang nicht immer leicht und für die Meisten ist es nunmal schwer, die erste Hürde zu nehmen. Man muss bereit sein, die eigenen voreingenommenen Ideen gehen zu lassen und den Verstand und das Herz für die Nachrichten des Herrn zu öffnen. Es sollte eine Offenheit für die Prinzipien Seines Geistes vorhanden sein denn Seine Wege sind anders als unsere eigenen.
Vom Herrn zu hören, bedingt, dass man seinen natürlichen Verstand und seine eigenen Gedanken erstmal auf Eis legt. Der erste Schritt besteht darin, den Glauben zu besitzen, dass es einen geistigen Bereich gibt und dass Jemand von dort mit dir in Verbindung treten will. Als zweites muss man bereit sein, das außer Acht zu lassen, was einem die Vernunft sagt und manchmal sogar der »gesunde Menschenverstand« zugunsten von dem, was Gott zu sagen hat.
Hast du diese zwei Schritte befolgt, bist du bereit zu beginnen. Suche dir einen ruhigen Platz und fang damit an, für ein paar Minuten mit dem Herrn zu reden. Erzähl Ihm, was dir auf dem Herzen liegt. Sag ihm, wie viel Er dir bedeutet. Dank Ihm für Seine Liebe. Dank Ihm für all das Gute, das er in deinem Leben bewerkstelligt hat. Sei dankbar für all die Segnungen, die Er dir bereitet hat. Gott mag es, wenn man Ihn lobt. »Geht zu Seinen Toren ein mit Danken, zu Seinen Vorhöfen mit Loben; danket Ihm, lobet Seinen Namen!« (Psalmen 100:4)
Vielleicht hast du eine besondere Frage an Jesus. Leg einfach los und frag Ihn. Gezielte Gebete werden auch gezielt beantwortet. Oder vielleicht hast du auch nichts Besonderes im Sinn und bist einfach nur neugierig darauf, was Er dir zu sagen hat. Wie auch immer, sobald du Ihm mitgeteilt hast, worüber du vom Ihm Antworten benötigst, halt stille und konzentriere dich auf den Herrn. Deine Augen zu schließen, hilft dir, dich von deiner Außenwelt nicht ablenken zu lassen.
Versuch jetzt, dich zu konzentrieren und mit deinem Geist zu lauschen. Ruhig zu werden und zu warten ist ein Zeichen deines Glaubens. Es bedeutet, dass du den Glauben hast, dass dein Schöpfer dich liebt und dir antworten wird. Während dieser Zeit der Ruhe und des Wartens in Ehrerbietung, Stille, Demut und Geduld kann Er dann zu dir sprechen.
Manchmal spricht der Herr durch einen Vers aus der Bibel, den man zuvor gelesen oder auswendig gelernt hat und den Er dir in Erinnerung ruft. Dieser Vers kann die klare und eindeutige Antwort sein, auf die man gewartet hat, wenn man Ihn auf diese bestimmte Situation anwendet oder auf die Entscheidung, vor der man steht.
Zu anderen Zeiten mag der Herr dir eine neue Botschaft mitteilen, die du noch nie zuvor gehört hast Worte, die Er noch nie zuvor jemandem genau so gesagt hat. Die Formulierung der Botschaft kann entweder sehr formal klingen oder in einfacher Umgangssprache ausgedrückt sein. Der Herr kann sich zu jedem Thema so ausdrücken wie Er will, dennoch spricht Er zu uns gewöhnlich so, dass es uns leicht fällt, die Nachricht zu empfangen und zu verstehen.
Ganz gleich was dir zu Herzen, in den Sinn, zu Ohren oder vor die Augen kommt, nimm es an und akzeptiere es als die Botschaft des Herrn für dich persönlich. Man kann es mit einer simultanen Übersetzung vergleichen: man »hört« jeweils einen Satz oder Abschnitt. Sobald man das »Gehörte« den ersten Satz oder Satzteil ausspricht, aufschreibt oder aufzeichnet, wird der Herr einem mehr geben. Jedes mal, wenn man das wiedergibt, was der Herr einem mitteilt, bezeugt man damit, dass man daran als des Herrn Botschaft glaubt. Es ist eine Demonstration des Glaubens, die Ihm gefällt.
Es ist einfach, diese stille innere Stimme als die eigenen Gedanken abzutun, besonders, wenn man die ersten Male vom Herrn hört. Doch ist es von Bedeutung zu akzeptieren, dass es Gott ist, der zu einem spricht. Wenn man Ihn ernsthaft gebeten hat zu sprechen, dann wird Er es auch tun. Und wenn dem so ist, dann muss man auch aktzeptieren, dass Er tatsächlich gesprochen hat. »Bittet, so wird euch gegeben« (Matthäus 7:7) »Die [geistig] Hungrigen füllt Er mit Gütern« (Lukas 1:53). Hier zahlt sich die Bedeutung des Glaubens aus, da der Glauben dir hilft, Gottes Verheißungen zu vertrauen, dass, wenn man nach Ihm ruft, man auch eine Antwort erhalten wird.
Versuch nicht, über die Botschaft nachzudenken, sie zu analysieren, unter die Lupe zu nehmen oder zu beurteilen, während du sie empfängst. Nimm sie einfach an und danke Gott dafür.
Man mag eine Anzahl von verschiedenen Gefühlen verspüren, wenn man eine Botschaft vom Herrn empfängt. Einige Leute spüren einen Schwall von Aufgeregtheit oder Euphorie, einige fühlen sich nervös und ganz außer sich, andere brechen in lautes Lachen aus aber viele spüren überhaupt nichts Ungewöhnliches. Manche durchleben anfänglich gewisse Gefühle und später überhaupt nichts mehr. Ob man nun etwas fühlt oder nicht, sagt nichts über die Gültigkeit der Botschaft aus. »Denn wir wandeln im Glauben, und nicht im Schauen« (2 Korinther 5:7) und ganz bestimmt nicht nach unseren Gefühlen!
Erwarte nicht unbedingt beim ersten Mal eine längere, sprachgewandte Botschaft vom Herrn, obwohl das auch zutreffen kann. Gewöhnlich werden die Botschaften, die man im Laufe der Zeit und mit mehr Übung vom Herrn erhält, detaillierter und komplexer. Es heißt also »weitermachen und nicht aufgeben«!
Lass nicht den Mut sinken, wenn es nur mit einer »Anfänger«-Gabe der Prophezeiung beginnt und du nur ein oder zwei Sätze oder einen Bibelvers vom Herrn bekommst, wenn du eigentlich etwas Längeres erwartest. Lass dich das nicht verdrießen. Sei vielmehr stolz darauf, dass du etwas gehört hast. Je öfter du es versuchst, desto wahrscheinlicher wirst du auch mehr bekommen. Übung macht den »Meister«. Sei dir auch im Klaren, dass eine Botschaft vom Himmel nicht lang sein muss, um gut zu sein. Es gibt Zeiten, in denen der Herr dir die Antwort, nach der du suchst, mit nur mit einem Satz geben möchte. Natürlich ist es ratsam zu warten und zu sehen, ob er vielleicht noch mehr zu sagen hat, bevor man zur Tagesordnung übergeht. Wenn du aber das Gefühl hat, dass Er aufgehört hat zu reden, dann danke Ihm und vertrau darauf, dass die empfangenen Worte die Antwort enthalten, nach der du gesucht hast.
Oder du warst vielleicht beim Gebet zu sehr von anderen Gedanken abgelenkt, um überhaupt etwas zu hören. Keine Sorge! Manchmal ist es schwierig, sich zu konzentrieren, und der Herr versteht unsere Schwächen und unsere menschlichen Natur. Die ganze Thematik ist noch sehr neu für dich und die Tatsache, dass du es überhaupt versuchst, ist schon ein Zeichen des Fortschritts. Mach einfach weiter!
Versuch dir jeden Tag ein paar Minuten zu nehmen, um zu beten und den Herrn zu loben, gefolgt von deiner »Frage des Tages« und einigen Momenten, Seiner Stimme zuzuhören. Wenn du dich daran gewöhnt hast, deine Gabe zu trainieren, wird es dir immer leichter fallen, des Herrn Worte zu empfangen.
Wenn du weiterhin deinen Glauben stärkst und Gottes Wort liest und du weiterhin ernsthaft den Wunsch nach dieser Gabe des Geistes hast, wird dich der Herr nicht im Stich lassen. Gott hat versprochen zu dir zu reden, und Er wird dich nicht enttäuschen, solange du deinen Teil dazu beiträgst.
Ein Baby veranschaulicht bestens, wie sich Glaube und »von Gott hören« darstellt. Wenn der Säugling weint, weil er die Mutter braucht, wird sie sich ihm nicht verweigern. Ein kleines Baby besitzt manchmal mehr Glauben als man selber wenn es weint, erwartet es, gehört zu werden. Weil es einfach die Gewissheit hat Gott hat es mit dieser Gewissheit ausgestattet dass man antwortet, wenn es ruft. Es erwartet die Antwort und bekommt sie auch!
Wenn das Baby an die Brust gelegt wird, fängt es automatisch an zu stillen. Wenn du den Herrn um etwas ersuchst, dann gibt Er dir die Antwort in deinen Mund; aber wenn du nicht anfängst zu stillen, bekommst du auch nichts. Du benötigst den Glauben, um anzufangen zu saugen. Oft muss das Baby anfänglich einige Minuten saugen, bevor es etwas bekommt. Sein Saugen ist wie der Akt des Glaubens.
Was veranlasst die Milch aus der Brust zu fließen? Es ist das Vakuum! Das Baby schafft durch das Saugen ein Vakuum, indem es den Druck in seinem Mund verringert, was wiederum die Muttermilch zum Fließen bringt. Man schafft das Vakuum durch das Gebet. Man kreiert einen luftleeren Raum, der ausgefüllt werden muss man ersucht den Herrn um Hilfe. Ein Vakuum wird geschaffen und der Druck des Herrn füllt es aus.
Die Kraft kommt eigentlich von Außen und nicht von einem selber. Alles, was man tut, ist, das Vakuum zu schaffen und dieser luftleere Raum saugt dann die Kraft an. D. B. Berg Hier geht's weiter