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Titel: "Lese-Ecke": Deine geistige Nahrung - täglich frisch serviert.

WIE ENTHUSIASMUS DIR HELFEN KANN

Buchauszug aus
Norman Vincent Peales
»Enthusiasm Makes the Difference«


Was wir Menschen wirklich bräuchten, wäre eine Waffe, mit der wir unsere Mittelmäßigkeit bekämpfen können. Ein Mittel, das uns hilft zu lernen, vom Elan, der Vitalität und den kreativen Kräften, die tief in uns verborgen liegen, Gebrauch zu machen. Kurzum, was wir dringendst benötigen, ist die Fähigkeit in unserem Leben »Enthusiasmus« zu exerzieren.

Nach Jahren der sorgfältigen Beobachtung meiner Mitmenschen, bin ich davon überzeugt, dass jene Individuen, die in ihrem Leben am meisten erreichen, ausnahmslos durch ihren Enthusiasmus angetrieben werden. Die Menschen, die am meisten aus ihren Leben machen, sind jene, die der menschlichen Existenz, den vielen Möglichkeiten und Problemen, sowie den schwierigen Momenten mit einer zuversichtlichen Einstellung und einer enthusiastischen Sichtweise begegnen. Demnach wäre es sinnvoll, der vitalen »Power der Begeisterung« gebührend Aufmerksamkeit zu zollen und Mittel und Wege zu finden, diese potente, kostbare und motivierende Kraft am besten zu entwickeln und aufrechtzuerhalten.

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»Enthusiasmus kann einen wirklichen Unterschied machen
und einen gewaltigen Einfluss darauf haben, wie wir
unser Leben gestalten.
«
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Sir Edward V. Appleton, schottischer Physiker und Nobelpreisträger, dessen wissenschaftliche Entdeckungen weltweite Rundfunkübertragungen ermöglichten, wurde gefragt, was das Geheimnis seiner überragenen Leistungen war. »Das Geheimnis ist Enthusiasmus«, erklärte er, »Begeisterung für eine Sache stufe ich unbedingt höher ein, als fachliches Können.« Ohne Enthusiasmus würde man sich wohl kaum der Selbstdisziplin und unaufhörlichen Plackerei unterwerfen, die notwendig sind, um sich professionelle Qualitäten anzueignen. Enthusiasmus ist der dynamische Ansporn, der uns dazu antreibt, uns hartnäckig bis zum Ziel voranzukämpfen.

Allerdings verglich Voltaire den Menschen mit einem »wärmenden Backofen«, der zwar Hitze abgibt, aber nie etwas zum Kochen bringt. Harold Blake Walker kommentierte Voltaires Vergleich und schlussfolgerte, dass viele Leute ohne irgendwelchen Elan durchs Leben gehen. Sie schleppen sich kraftlos von einem Arbeitstag zum nächsten, in anderen Worten, sie geben gerade genug Wärme ab, um klarzukommen, bringen aber nie wirklich irgendwas zum Kochen.

Wenn aber jemand wirklich Feuer fängt und der Kochvorgang beginnt, dann können wir mit verblüffenden und staunenswerten Resultaten rechnen. Walt Whitman sagte einst über sich selbst: »Lange Zeit köchelte auf kleinster Flamme vor mich hin, aber Emerson brachte mich zum Kochen.«
(Ralph Waldo Emerson prophezeite dem US-amerikanischen Philosophen Whitman eine große Karriere, nachdem er 1855 ein Exemplar von Whitmans berühmten Werk Leaves of Grass gelesen hatte.) Was für eine passende Beschreibung eines begnadeten Schriftstellers, der zwar talentiert war, dem aber bisweilen die nötige Antriebskraft fehlte – bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Funken der Begeisterung übersprang und das siedende Wasser zum Kochen brachte. Als Resultat kreierte Whitman großartige Poesie, die in die US-amerikanische Literaturgeschichte einging.

Ist es nicht an der Zeit, aufzuhören vor uns »hinzuköcheln« und uns stattdessen mit frischer und vitaler Begeisterung anfachen zu lassen. Enthusiasmus generiert in uns eine psychische und geistige Hitze, welche die Schlacken der Apathie und Teilnahmslosigkeit – die Teil unserer Persönlichkeit sind – rigoros dahinschmelzen lässt. Dieser Prozess setzt ungeahnte Qualitäten und Kräfte frei, vergleichbar mit einem Elektrizitätswerk, dessen Leistungsreserven lange nicht genutzt wurden, nun aber auf voller Kapazität hochfährt. Walker hat hier seine eigene Definition: »Belasse es nicht beim Köcheln, gehe weit über den Siedepunkt hinaus, und du wirst in dir Talente und Kräfte entdecken, von denen du niemals zu träumen gewagt hättest.

Vor Jahren stieß ich auf folgendes Zitat von Charles M. Schwab, dynamischer US-amerikanischer Pionier, der die industrielle Revolution mit anbahnte. »Ein Mensch,« sagte Schwab, »kann auf fast jedem Gebiet erfolgreich sein, wenn er nur unbegrenzte Begeisterung dafür hat.«

Vor einiger Zeit hatte ich die Ehre die Horatio Alger-Auszeichnung der Amerikanischen Schul- und College-Vereinigung an Robert Johnson zu verleihen, Redakteur und Verleger der höchst erfolgreichen Publikation Ebony, sowie anderer Zeitschriften. Er hatte die Idee für ein großartiges Magazin, das der afro-amerikanischen Öffentlichkeit dienen sollte, scheiterte aber – wie das oft so ist – am lieben Geld. Man riet ihm also, das Projekt »lieber zu vergessen«.

Es ist nun einige Jahre her und die sogenannten Freunde, die er damals um Hilfe gebeten hatte, können einfach nicht darüber hinwegkommen, dass sie die Gelegenheit verpasst hatten, Teilhaberschaft an einem äußerst rentablen Unternehmen zu haben. Die gesamten Aktien sind nun im Besitz von Mr. Johnson und seiner Frau, und das aus einem einfachen Grunde: sie waren die einzigsten, die Begeisterung für das Projekt hatten.

Ich möchte den Leser an dieser Stelle ermahnen, dass Enthusiasmus auf besondere Art mit einem Feuer vergleichbar ist – in diesem Fall ein »kontrolliertes« Feuer, denn nur so kann es als positive Kraft wirken. Feuer muss gebändigt werden, um Energie gewinnen zu können. Die Welt gehört dem Enthusiasten, der auch einen kühlen Kopf bewahren kann. Gut durchdachte Entscheidungen zu treffen und seine Pläne in die Tat umzusetzen erfordert nunmal Besonnenheit. Enthusiasmus entfacht zwar im Herzen ein Feuer, dennoch sollte der Enthusiast seine Begeisterung für ein Projekt regulieren können, und sich nicht davon kontrollieren lassen. Wie bei jeder anderen powervollen Energie, unkontrolliert kann sie zerstörerisch wirken und unter Kontrolle gebracht, kann sie wunderbare schöpferische Kräfte entfesseln!

Freie Übersetzung des Web Admin.

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