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Titel: "Lese-Ecke": Deine geistige Nahrung - täglich frisch serviert.

AUF GOTTES PLAN EINGEHEN


Von Gloria M. Cruz


Das letzte Lebensjahr meines Gatten Pedro strapazierte meinen Glauben bis an die Grenzen. Pedro hatte schon einige Jahre gewusst, dass er Krebs hatte, und nun war die Krankheit mittlerweile so weit fortgeschritten, dass es keine medizinische Hilfe mehr für ihn gab. In zunehmendem Maße gestaltete sich jeder Tag schwieriger und trotzdem klammerte er sich jeden Tag für seine Kraft an Gottes Wort fest und vertraute dem Herrn. Doch wie sein Körper immer schwächer wurde, wuchs seine geistige Kraft umso mehr. Pedro nahm die Herausforderung an, »den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen«, wie die Bibel es nennt (1. Timotheus 6:12) – und Jesus belohnte ihn mit dem inneren Frieden, der größer ist als alle menschliche Vernunft. (Philipper 4:17)

Ich wünschte, ich könnte dasselbe von mir sagen. Ich hatte den Glauben, dass Gott Pedro heilen könnte, falls Er dies für das Beste hielt. Ich betete und wartete auf ein Wunder. Geraume Zeit war verstrichen und es zeigte sich bei meinem Mann keine Besserung, doch ich wehrte mich gegen den Gedanken, es könnte wohl doch Gottes Zeitpunkt sein, ihn zu Sich in den Himmel zu holen. Eine solche Möglichkeit wollte ich einfach nicht wahr haben. Und nach meiner Ansicht war das auch nicht, was Gott für ihn ausersehen hatte. Schließlich war er gerade mal 25 Jahre alt. Ich hatte Pedro sehr lieb und Angst allein gelassen zu werden. Gott erwartete nach meiner Meinung zu viel von mir.

Eines Nachts betete ich in meiner Verzweiflung und versuchte den Herrn davon zu überzeugen, Pedro nicht nur mir, sondern auch ihm selbst zuliebe zu heilen. Ich beharrte darauf: »Ich werd's einfach nicht überstehen, wenn du ihn jetzt zu Dir nimmst. Ich werd’ einfach aufgeben und aufhören, an Dich zu glauben.«

Die Antwort kam in Form dieses Bibelverses: »Fürchte dich nicht, denn Ich bin mit dir; sei nicht ängstlich, denn Ich bin dein Gott. Ich stärke dich, Ich helfe dir auch, ich erhalte dich durch die rechte Hand Meiner Gerechtigkeit.« (Jesaja 41:10 - Schl.)

Der Herr beantwortete diese Bitte nicht so, wie ich es von Ihm erwartet hatte, aber er beantwortete unsere vielen Gebete, Pedros Schmerzen zu lindern und bewies uns dadurch Seine Liebe und Kraft bis ans Ende.

Ich hatte versucht, mich auf Pedros Tod vorzubereiten, doch als es dann so weit war, war ich völlig niedergeschmettert. Mein Leben entwickelte zu einem ständigen Kampf, bis ich mich schließlich an Gottes Wort wandte, um die Kraft und Gnade zu erhalten, die ich so dringend nötig hatte. Die Bibel und anderes inspirierendes Material zu lesen wurde mir zur einer sicheren Quelle des Trostes. Der Schmerz kehrte jedes Mal zurück, sobald ich aufhörte zu lesen, doch solange ich Gottes Wort im Mittelpunkt behielt, spürte ich die liebevolle Gegenwart des Herrn auf eine wirklich wunderschöne und lebendige Weise. Den Schmerz durch meinen eigenen Willen und meine eigene Anstrengung zu überwinden, war mir unmöglich. Jesus allein bewirkte dieses Wunder in mir; es kam nicht aus eigener Kraft.

Ich erinnere mich sehr gut an etwas, das ich in meinen glaubensstärkenden Büchern las: »Wenn wir, anstatt zu versuchen Vertrauen zu haben, uns dem Tröster nähern und unser müdes Haupt an Seine reichliche Gnade lehnen, kommt das Vertrauen ohne unsere Anstrengung, und der versprochene vollkommene Friede wird jede schmerzvolle Woge des Leidens glätten.«

Das hat sich in meinem Leben bewahrheitet, als mir klar wurde, dass alles Gute, was mir in meinem Leben widerfuhr, dank der Liebe, Gnade und Barmherzigkeit Gottes geschehen ist. Er beabsichtigte nun, mich durch Pedros Dahinscheiden zu einem neuen Menschen zu formen – nicht zu dem, was ich sein wollte oder mir vorgestellt hatte zu werden, sondern zu dem, was ich sein sollte.

Schlussendlich übergab ich mich Seinem Willen. Gott hatte einfach einen Menschen heimgeholt, der schon immer Ihm gehört hatte. Ich konnte für die wunderbaren Jahre dankbar sein, die er uns zusammen geschenkt hatte und auch dafür, wie friedlich Pedro zu seinem ewigen Heim dahingeschieden ist, wo er sich jetzt zusammen mit Jesus aufhält und wo es kein Leid oder Tod mehr gibt. Ich versicherte Gott, dass mein Leben ebenfalls ihm gehört, dass Er mit mir tun könne was Er wolle. Was immer Sein Plan sein sollte, ich würde versuchen, Ihm zu folgen.

Pedros Sieg bestand darin, dass er Gott vertraute und seinen Glauben bis zu seinem irdischen Ende lebte. Auch wenn es den Anschein hatte, dass genau das Gegenteil von dem geschah, wofür wir gebetet und was wir erwartetet hatten, blieb Pedro seinem Glauben in Gottes Liebe treu bis ans Ende. Mein eigener Sieg kam dadurch zustande, dass ich zuerst des Herrn Plan und dann durch meine Tränen hindurch Seine Liebe und Seinen Trost akzeptierte. Nachdem ich das getan hatte, kam ich Jesus so nah wie nie zuvor. Für uns beide war es Glaube, der dem Schmerz standhielt und ihn überwand. »Dies ist die Siegesmacht, welche die Welt überwunden hat: unser Glaube.« (1. Johannes 5:4 - Mg.)

Gloria M. Cruz arbeitet ehrenamtlich mit der Mission La Familia in Mexiko.

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