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Titel: "Lese-Ecke": Deine geistige Nahrung - täglich frisch serviert.

DAS NEUE JAHR ERKLIMMEN

Von Curtis Peter Van Gorder


Selbst die besten Bergsteiger brauchen jemanden, der sie führt, wenn sie vorhaben, unbekannte Höhen zu erklimmen. Tatsächlich sind es nur leichtsinnige Anfänger, die versuchen, ihren Weg alleine zu finden – ein Anfänger, wie ich es war.

Vor Jahren machte ich einmal Urlaub in den Schweizer Alpen. Am letzten Tag beschlossen mein Freund und ich, einen in der Nähe liegenden Berg zu besteigen. Es war schon später Nachmittag, als wir schließlich aufbrachen. Wir waren noch nicht weit gekommen, als wir an einem Schafhirten vorbeikamen, der seine Schafe in der Höhe hatte weiden lassen und sich nun auf dem Abstieg befand. »In den Bergen kommt die Dunkelheit früh und oftmals überraschend,« warnte er uns. »Wartet doch bis morgen und nehmt euch einen Bergführer.« Aber morgen würde es zu spät sein. Morgen Nachmittag würden wir schon im Zug nach Hause sitzen und eine einmalige Gelegenheit verpasst haben. Also gingen wir unbeirrt weiter.

So sicher wie die Nacht auf den Tag folgt, befanden wir uns bald in totaler Finsternis. Da der Himmel bedeckt war, konnten uns nicht einmal das Mondlicht oder die Sterne führen. Nur schwerlich konnten wir den steinigen Weg unter unseren Füßen ausmachen, geschweige denn, den Pfad vor uns erkennen. Ein Fehltritt und wir würden den Abhang hinabstürzen. Wir würden wohl die Nacht auf dem Berg verbringen müssen.

Wir hatten einen Schlafsack dabei und machten ab, uns mit dem Schlafen abzuwechseln. Dann fing es heftig zu regnen an. Uns war nicht nur kalt, sondern wir wurden zudem pitschnass, so wie auch unser Schlafsack. Wir fanden Unterschlupf unter einem hervorstehenden Felsen. Nach einer langen Nacht brach der Morgen an, der Regen hatte aufgehört und wir konnten uns nun endlich auf den Abstieg begeben.

Auf dem Weg hinab trafen wir denselben Schäfer, mit dem wir am Vortag geredet hatten. Als er uns so sah, nickte er uns zu und blickte uns mit einer Mischung von Genugtuung und Erleichterung an. Wäre es in der Nacht noch kälter geworden, hätten wir erfrieren können.

Die Herausforderungen des neuen Jahres anzunehmen, sind mit Bergsteigen durchaus vergleichbar: Auch wenn es mit großer Anstrengung und mit möglichen Gefahren verbunden ist, hält es doch eine besondere Belohnung für diejenigen bereit, die sich der Herausforderung stellen und nicht aufgeben, bis sie schlussendlich den Gipfel erreicht haben.

Manchmal aber sind wir zu selbstsicher und meinen, wir könnten es ganz ohne Hilfe schaffen. Wären wir weise, würde uns klar werden, dass wir die Hilfe eines Bergführers benötigen, und natürlich gibt es keinen besseren Führer als Jesus, welchen die Bibel den »obersten Hirten« unserer Seelen nennt (1. Petrus 5:4). Er weiß, wo die saftigen Weiden sind und auch wo die Gefahren liegen. Wenn wir ihm nahe bleiben, wird er uns helfen, unsere Ziele für das kommende Jahr zu erreichen, den Gipfel zu erobern und den Nervenkitzel des Sieges zu verspüren.


Curtis Peter Van Gorder ist Mitglied der Familie International im Nahen Osten

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