Mit Liebe von Jesus:
»DIE BERGHÜTTE!«
»Stell dir vor, du überquerst gerade einen zerklüfteten und vereisten Gebirgszug. Dabei handelt es sich um keine leichte Tour für Anfänger und die Route erweist sich als steil und felsig. Die Markierungen sind schneebedeckt und nicht auszumachen, du bist auf deine Sicht und Gebete angewiesen, um nicht unversehens in Gletscherspalten oder Schluchten zu geraten. Wenn du aufschaust, siehst du nur den grauen und düsteren Himmel über dir. Tatsächlich ist die Wolkendecke so dick und das Schneetreiben dermaßen dicht, dass kaum noch etwas zu sehen ist.
So stapfst du nun stetig vorwärts und bist dir bewusst, dass das schwerste Stück noch vor dir liegt. Der Hang wird zusehends steiler und die Sicht immer schlechter. Voraussichtlich wirst du an einigen Stellen deine Kletterausrüstung einsetzen müssen, um den Halt nicht zu verlieren. Schon jetzt kostet es dich alle Kraft, vorwärts zu kommen. Deine Muskeln schmerzen und im Gesicht spürst du die beißende Kälte. Der Wind treibt dir die Tränen von den Augenwinkeln über die Wangen, worauf die Kälte sie zu Eisperlen gefrieren lässt. Deine Hände sind taub, dennoch kämpfst du dich voran.
Aber du besitzt ungeheuren Mut, große Ausdauer und außerordentliche Entschlossenheit, so dass all diese Hindernisse dich nicht aufhalten können. Entschieden stapfst du voran, das Ziel zu erreichen und der innere Drang, es unbedingt schaffen zu wollen, zwingt dich zum weitermachen.

Dennoch schwinden deine Kräfte. Obwohl die starke Motivation dich enorm anspornt, stößt du an die Grenzen deiner körperlichen und geistigen Reserven und tief drinnen fragst du dich, ob du es wohl schaffen wirst.
Und das schlimmste ist, du bist ganz allein auf dich gestellt, ganz ohne Bergführer oder jemanden, dem das fremde Terrain bekannt ist. Davon abgesehen haben andere Wanderer dieselbe Tour noch vor sich und sind darauf angewiesen, dass du die Route erkundest und die Hindernisse auskundschaftest.
Plötzlich siehst einen Lichtschimmer. Weiter voran erblickst du eine Art Schutzhütte für Wanderer. Wie warm und einladend die Blockhütte doch aussieht. Sicherlich werden drinnen heiße Getränke vielleicht Kaffee, Tee, heißer Kakao, Weinbrand oder andere belebende Getränke angeboten. Der rauchende Schornstein lässt dich erahnen, dass ein Feuer im Kamin brennt. Beim Näherkommen siehst du im Fenster durch einen Gardinenspalt das Feuer flackern und schimmern. Du hörst, wie sich die Menschen drinnen beim Essen und Trinken amüsieren, nur schemenhaft sind sie zu erkennen. Es scheint dort warm genug zu sein, ohne Jacke auszukommen. Die Hütte mit ihrem weit überhängendem Dach mutet wie eine Insel der Wärme, Fröhlichkeit und Ermutigung inmitten des ungemütlichen Schneesturmes an.
Du hältst für einen Moment inne, um die Reisenden drinnen zu mustern, die sich aufwärmen, stärken und für den Rest der Wanderung Kräfte sammeln. Möglicherweise tauschen sie hier Tipps über die Route aus. Eventuell sind einige das erste Mal hier und holen sich den Rat erfahrener Bergführer ein, die Informationen über die sicherste und schnellste Route, fernab der Gletscherspalten und Schluchten, anbieten.
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»Jesus kann die Steigung oder den Schwierigkeitsgrad der Strecke nicht ändern, doch kann er deine Reise um einiges leichter gestalten!«
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Auch gibt es reichlich Essen in der Hütte gute, herzhafte und gesunde Nahrung. Du bist schon so lange hungrig, dass du dich kaum dran erinnern kannst, wie wohl eine warme Mahlzeit tun kann. Soweit konntest du dich nur an mageren Zwischenmahlzeiten gütlich halten. Entweder war die Zeit dafür zu knapp oder es gab einfach keine guten Rastmöglichkeiten.
Unversehens bietet sich hier nun ein heimeliges Plätzchen molliger Wärme für Wanderer wie dich. Sicherlich stehen hier Gästezimmer bereit, in denen du rasten oder sogar die Nacht verbringen könntest. Es scheint hier alles zu geben, was sich ein müder Reisender nur wünschen könnte.
Doch noch während du die Hütte musterst und die Vorteile abwägst, entscheidest du dich kurzerhand, die Reise einfach fortzuführen. Du musst deinen Schwung beibehalten, du möchtest den Fortschritten keinen Abbruch tun, überlegst du. Sicher, deine Muskeln schmerzen, du bist hungrig und dein Magen knurrt und deine Gliedmaßen sind taub und stechen vor Kälte. Aber Anhalten? Das tun nur Schwächlinge. Du kannst es schon schaffen. Du hast die Verschnaufpause, die warme Mahlzeit und das Kräftesammeln nicht nötig und obendrein findest du den Weg besser alleine. Auf die Art und Weise wirst du dir dann später selber auf die Schultern klopfen können.
Tief drinnen hörst du eine Stimme sagen: ›Aber was ist, wenn du es nicht schaffst? Was, wenn du dich verläufst oder dich die Kräfte verlassen und du einfach nicht mehr weiter kannst?‹ Doch du hörst nicht auf die Stimme, auch nicht auf deine schmerzenden Glieder, die mit aller Kraft aufschreien und dich nötigen, eine Pause einzulegen und in der Hütte all das zu bekommen, was du so dringend benötigst.
Trotzdem unterbrichst du die Reise nicht und kämpfst dich unermüdlich vorwärts, in den Schneesturm hinein, weiter hinauf zum düsteren und bedrohlichen Gipfel hin. Es ist besser, auf sich allein gestellt zu sein, sagst du dir, und sich von dieser bloßen Verbissenheit antreiben zu lassen.
Und das war dann auch das Letzte, was man von dir gesehen oder gehört hat.«
* * *
Man kann sich schwer vorstellen, wie jemand eine derart schwerwiegende Entscheidung treffen würde, doch ist es genau das, was viele von uns auf geistiger Ebene tun, wenn wir mit schwierigen Herausforderungen konfrontiert sind und eine Pause in den molligen und fürsorglichen Armen von Jesus einen Riesenunterschied machen würde. Er stellt uns alles zur Verfügung, was wir benötigen, um die lohnenswerte, aber manchmal schwierige und gefahrenreiche Reise dieses Lebens zu bewältigen sein Wort, Gebet, Gemeinschaft mit ihm und anderen und christliche Partnerschaften und doch versuchen so viele von uns die Reise alleine zu unternehmen. Wenn wir doch nur anhalten und unserem Geist eine Rast gönnten, würden wir Nahrung für unsere Seele, Gemeinschaft mit Gott und anhand seines Wortes und Gebets, Antworten auf unsere Probleme finden. Wir würden Führung finden von Helfern der geistigen Ebene, die den Weg kennen.
Warum ignorieren wir also diese Hilfe und machen uns ganz alleine auf den Weg? Sind wir einfach zu stolz? Ist es zum Teil, weil wir nicht zugeben wollen, dass wir es alleine nicht schaffen dass wir Jesus brauchen, die Führung seines Wortes und die Hilfe von befreundeten Christen?
Und so trotten wir voran und Ach, wie schwer ist doch der Weg. Jesus kann die Steigung des Aufstiegs oder den Schwierigkeitsgrad der Strecke nicht ändern, doch kann er deine Reise um einiges leichter gestalten. Die Momente des Kraftschöpfens am Wegesrand mit ihm, werden die Reise zur Freude machen, weil du die Kraft besitzen wirst, jede erdenkliche Herausforderung zu meistern.
Höre auf seine leise Stimme in deinem Herzen, wenn er ruft: »Kannst du nicht eine Pause in der Hütte meines Wortes einlegen? Trink mit mir eine Tasse des Trostes. Erwärm dich am Kaminfeuer meines Wortes. Lerne von denen, die vor dir hergegangen sind. Ruhe dich in eines meiner bequemen Betten aus. Dann wirst du gewappnet sein, dich erneut auf den Weg zu machen. Und wenn du dann die Bergspitze erreichst, wirst du angesichts des atemberaubenden Ausblicks jubeln und von dem kristallklaren Schmelzwasser des Gipfels kosten und du wirst zurückkehren, um anderen davon zu berichten, wie auch sie dorthin gelangen können.«
Wenn nicht anders vermerkt, alle Photos: Copyright © Holger Bergner, 2006
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