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KAFFEE UND VERGEBUNG

Von Diana Flores

Eine Nebelbank auf
der Startbahn war schuld daran, dass unser Flug drei Stunden Verspätung
hatte. Endlich konnte ich an Bord gehen und ließ mich müde in meinen
Sitz fallen. Ich freute mich schon darauf, nach Hause zu kommen und
meine Lieben wiederzusehen!
Während des Fluges war ich gerade mit einem Passagier namens Robert in
ein Gespräch vertieft, als unversehens eine junge Frau den Gang entlang
an mir vorbeilief und ihre Handtasche nach hinten schlenkern ließ.
Meine Kaffeetasse kippte dadurch auf meinen Schoß, wo der Kaffee sich
über meine Jacke ergoss und an den Hosenbeinen meiner Jeans
heruntertropfte. Ich griff nach allen Taschentüchern und Servietten,
die ich finden konnte, und säuberte mich, so gut es ging. Ich fand mich
mit der Tatsache ab, dass der Rest der Verschmutzung auf Jacke und Hose
bleiben würde, bis ich nach Hause kam. Erst dann schaute ich den Gang
hinunter und erspähte dort die junge Dame, die für dieses Unglück
verantwortlich war. Sie wartete vor der Toilette, offensichtlich ohne
sich der kleinen Katastrophe bewusst zu sein, die sie bei Sitz 25C
ausgelöst hatte.
Robert hatte mir soeben erzählt, wie schwer es ihm fiel, jemandem zu
vergeben, der seiner Familie wehgetan hatte. In seiner Erzählung
schwang viel Wut und Bitterkeit mit, und ich suchte gerade nach den
richtigen Worten, um ihm zu helfen.
»Weißt du, das Mädchen, das mich mit meinem Kaffee überschüttet hat,
hat nicht mitbekommen, was passiert ist«, sagte ich, »deshalb kann ich
wohl auch keine Entschuldigung erwarten. Ich jedoch habe die Wahl, mir
durch dieses Vorkommnis die restliche Reise verderben zu lassen, oder
das Thema abzuhaken und meine Gedanken und Gefühle nicht davon
beherrschen zu lassen. So oder so wird es nicht einfach sein, mit den
Folgen zu leben, bis ich nach Hause gekommen bin, geduscht und etwas
anderes angezogen habe. Aber Gott kann mir helfen, über diese
Peinlichkeit hinwegzukommen, wenn ich Ihn darum bitte, und genau das werde ich auch tun.«
Robert nickte. »Das ist ein passendes Beispiel. Ich wünschte, ich
könnte das auch«, sagte er mit einem verlegenen Lächeln.
Das glückliche Ende dieser Geschichte ist, dass Robert mit mir betete
und um die Kraft bat, anderen vorbehaltlos vergeben zu können. Jetzt
hat er Jesu Gegenwart in seinem Leben, und Er wird ihm helfen, mehr
Liebe, Mitgefühl und Verständnis für andere zu haben. Für Robert begann
der Weg von der Bitterkeit zur Freiheit mit einem einzigen Schritt –
Jesus und Seine Liebe einfach anzunehmen. Das Wunderbare ist, dass sich
jedem, der darum bittet, dieselbe Freiheit anbietet.
Diana
Flores ist Mitglied der Family
International in Mexiko.

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