WEIHNACHTEN ENTDECKEN

Von Priscila Lipciuc

Ich wuchs im kommunistischen Rumänien auf, wo jegliche Religionsausübung staatlich untersagt war, aus dem Grunde war es nicht gerade einfach »das Wunder der Weihnacht zu entdecken«.
Ich erinnere mich noch daran, als ich ins Schulalter kam, wurde mir immer wieder gesagt »das Wort ›Weihnachten‹ darfst du in der Schule oder bei Unbekannten nicht in den Mund nehmen«. Nur bei uns zu Hause wurde darüber geredet, da ja einige Mitglieder meiner großen Familie lange vor dem Verbot geboren wurden, damit aufwuchsen und deshalb die Feiertage noch im geheimen beibehielten. Jeder andere nannte den Christbaum einfach »Neujahrsbaum« und Weihnachten wurde schlicht als »Winterferien« bezeichnet. Erhielten wir Kinder Geschenke, wurde dies nicht mit Weihnachten in Verbindung gebracht.
Ich war nur ein paar Jahre alt, als wir unseren ersten Baum kriegten. Auf seinen Zweigen hatte er echte Kerzen, und solange der Weihnachtsbaum im Wohnzimmer stand, wurden als Belohnung für mein brav sein, die Kerzen für einige Minuten angezündet.
Ich erinnere mich, dass ich einige Jahre später durch die Zweige des Tannenbaums auf die einzige orthodoxe Ikone unseres Hauses blickte und mich wunderte, ob zwischen ihr und dem Weihnachtsbaum wohl eine Verbindung bestand. Wer ist das nur da auf dem Bild? Warum haben wir ein Bild von jemandem, den wir nicht kennen?
Ich erinnere mich auch noch an die erste Weihnacht auf dem Lande mit anderen Mitgliedern meiner Familie. Dort hatten die Menschen ein bisschen mehr Freiheit und wir hörten den Weihnachtssängern zu, die von dem Ursprung der Weihnacht sangen. Es war wunderschön, machte aber für mich zu der Zeit wenig Sinn.
Erst als ich fast erwachsen und das kommunistische Regime gescheitert war, hatte ich die Chance, mehr über Weihnachten und andere Wahrheiten der Bibel herauszufinden.
Einige Jahre später wurde ich ehrenamtliche christliche Mitarbeiterin und feierte mein erstes Weihnachten wie ein auf christliche Art und Weise. Ich dankte Gott, dass er uns Jesus gesandt hatte und ich teilte die Botschaft Seiner Liebe mit anderen. Was für ein ein Segen!
Dann heiratete ich und wurde Mutter. Unsere kleine Wohnung war erfüllt mit Weihnachtsmusik und jede freie Wand war festlich dekoriert, ich selbst war aber meistens tränenüberströmt. Ich war glücklich, ja, aber mein Herz brach bei dem Gedanken, dass Gott Seinen einzigen Sohn, Jesus, dazu benutzt hat, um uns zu erlösen. Da ich jetzt selbst Mutter war, wurde der Gedanke, meinen eigenen kleinen Emanuel für jemanden zu opfern, für mich unerträglich. Ich könnte mir vorstellen, mein eigenes Leben für jemanden zu geben, aber niemals das, meines Sohnes.
Der Gedanke, dass Gott Seinen eigenen Sohn gehen lassen musste mit dem Wissen, was mit ihm geschehen wird, war überwältigend. Ich war glücklich und dankbar für das, was Gott getan hatte, aber gleichzeitig brach es mir das Herz. Die Freude war da die überwältigende Freude der Weihnacht aber auch die Erkenntnis wie groß das Opfer eigentlich war, das Gott für uns auf sich genommen hatte.
Noch immer vergieße ich jedes Weihnachten ein paar Tränen, wenn ich an den Schmerz, der hinter der Freude steckt, denken muss, aber es ist die Freude, die alles überwiegt. Und so soll es auch sein. Es war ein Preis, den Gott gerne gezahlt hatte, um uns zu erlösen.
Priscila Lipcius ist vollzeitige Mitarbeiterin mit The Family International
in Rumänien
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Willkommen, ihr Wunder voll blendender Pracht.
Was auf ewig von himmlischen Fluren verhallt.
Sommer wie Winter, des Tags und der Nacht.
Himmel auf Erden, der Herrgott in Menschengestalt!
Des erhabenen Christkinds vollkommene Geburt
bringt uns den Himmel, die unsrigen zum himmlischen Ort.
Richard Crashaw (1613-1649)

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