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Titel: "Lese-Ecke": Deine geistige Nahrung - täglich frisch serviert.

ALLEINE AN WEIHNACHTEN!!

Von Vivian Patterson


Lange hatte ich versucht, nicht an das kommende Weihnachtsfest zu denken. Mir graute vor den Festtagen, und ich hoffte gegen jede Vernunft, dass ein Engel in mein Leben kommen und alles in Ordnung bringen würde. Ich versuchte mir sogar vorzumachen, dass es ein Tag wie jeder andere wäre, nichts Besonderes, in der Hoffnung, dass dies die Einsamkeit verscheuchen würde. Doch ich konnte Weihnachten nicht umgehen – es war überall um mich herum – und ich war allein. Niemand, mit dem ich reden, niemand, mit dem ich lachen konnte und keiner, der mir »Frohe Weihnachten« wünschen würde. Mit jeder Minute, die verging, wurde ich deprimierter – und genau das war es, was ich am meisten gefürchtet hatte.

Um mich selbst aufzuheitern und abzulenken, versuchte ich, an bessere Tage zu denken. Plötzlich fiel mir mein Sonntagsschullehrer wieder ein, ein unkomplizierter, freundlicher Mann, der mit uns Kindern sehr viel Zeit verbracht hatte. Er hatte die Gabe besessen, das Lernen lustig und fröhlich zu gestalten. Er pflegte zu sagen, Jesus sei die Freude seines Lebens. Seine Worte gingen mir durch den Kopf, als ich mich an diese Tage meiner Kindheit zurückerinnerte: »Nimm Jesus einfach mit.«

Aber ginge das wirklich? Ich dachte darüber nach. Ich war ja allein – niemand würde den Unterschied bemerken. So beschloss ich in dem Augenblick, an diesem Tag Jesus zu meinem Freund zu machen.

Wir machten alles zusammen – tranken heiße Schokolade am Kaminfeuer, gingen zusammen durch die Straßen spazieren, redeten darüber, wie schön die Welt doch ist, lachten und winkten Vorbeigehenden zu. Überall, wo ich hinging, konnte ich förmlich seinen Arm um mich fühlen und seine Stimme hören, die zu mir sprach. Außerhalb des Bereichs des Hörbaren erklärte er mir, dass er mich liebte – mich persönlich – und dass er immer mein Freund sein würde. Irgendwie wusste ich, dass ich nie wieder allein sein würde.

Als ich mich an diesem Weihnachtsabend schlafen legte, fühlte ich mich so glücklich, so friedlich, so erfüllt. Es schien sonderbar – aber auch wiederum nicht. Ich verbrachte diesen Tag mit Jesus und hoffte sehr, dass auch andere einen so glücklichen Weihnachtstag verbringen würden wie ich.


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