Frage: Kommt man, nachdem man dem Herrn untreu geworden ist, Ihm jemals wieder so nahe wie man es vorher war?
Antwort: Ja, sogar noch näher!
Frage: Aber nachdem Eva den »Apfel« aß, lernte sie das Böse kennen, und sie hatte ihre Einfachheit verloren.
Antwort: Aber sie war viel weiser und demütiger! Sie glaubte viel mehr, hatte mehr Glauben, und wusste nun, dass der Herr recht hatte!
Frage: Aber Esau verlor seinen Platz!
Antwort: Die gleiche Antwort wie die vorherige: Niederlage lehrt einen viel. Wie der verlorene Sohn, verlor er sein Erstlingsrecht, aber er gewann viele wertvolle Lektionen, und der Herr versprach, aus Ischmaël und Esau viele Nationen zu machen.
Du verlierst die Unschuld, die du vor dem »Apfel« hattest, aber du gewinnst Lektionen der Weisheit und der Erkenntnis, die in Wirklichkeit viel mehr wert sind.
Frage: Aber wenn man so viel Wissen hat und vom Herrn wegkommt, ist es oft schwierig zurück zu kommen.
Antwort: Für David war es ein harter Weg, aber schau, was es ihn lehrte: Mitgefühl, Demut und Sanftmut.
Vom Glauben abzufallen ist eine harte Schule. Schau dir Jakob in der Schule Labans an: Jakob war ein wirklicher Gauner, bis er unter jemanden arbeiten musste, der ein sogar noch größerer Gauner war als er! Aber schließlich brach es ihn und schau, was er gewann: Vor seinem Fall war er nur »Jakob, der Betrüger«, aber danach war er ein »Prinz von Gott und Mensch!« (1. Mose 35:10,11)
Wenn Leute ihre Unschuld verlieren, fühlen sie sich dem Herrn nicht mehr so nahe wie zuvor. Das ist, weil sie sich nicht wirklich bewusst sind, was Gottes Gerechtigkeit ist. Ihre Vorstellung von Gerechtigkeit ist so anders wie die von Gott! Wenn du dich so gerecht und gut fühlst, kommt es davon, dass du selbstgerecht und nicht Gott, sondern dir selber näher bist! Es ist eine pervertierte Idee, die von den Kirchen stammt eine Art »sündenlose Selbst-Vervollkommnung«.
David war viel gerechter nachdem er ein großer Sünder wurde als vorher, als er so hochmütig und selbstgerecht war! Ein Grund, warum ich es wirklich nötig habe, meine Sünden zu bekennen und jedermann darüber zu erzählen, ist der, dass es wirklich hilft, mich demütig zu halten! Es hilft einem, sich selbst und anderen und dem Herrn gegenüber ehrlich zu sein.
Wenn du eingestehst, dass du ein Sünder bist und dich selbst und deine Sünden richtig bloßstellst, erinnert dich das daran, dass du kein Musterbeispiel der Reinheit und Unschuld bist! Du fühlst dich nicht mehr ganz so engelhaft, aber nach Gottes Vorstellung von Frömmigkeit bist du wesentlich frömmer!
Die Welt stellt Gutsein mit Göttlichkeit gleich, womit sie selbstgerechte Vollkommenheit meint. Sündhaftigkeit stellt sie mit Teuflischkeit gleich. Aber der Herr sagte, dass der Sünder Gott näher sei als der sogenannte sündenlose, selbstgerechte Perfektionist! (Siehe Lukas 18:9-14.) Die Säufer, Huren und Drogensüchtigen sind Gott näher, denn Gottes Weg nach oben führt nach unten!
Gott erringt seine größten Siege aus scheinbarer Niederlage. Jesus sagte: »Wem viel vergeben wurde, der liebt viel." (Lukas 7:47) David sündigte viel, aber Gott nannte ihn einen Mann nach Seinem Herzen! Er war ein Mann nach Gottes Herzen! (Apostelgeschichte 13:22)
Du kannst nie zu schlecht für Jesus sein, nur zu gut! »Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.« (Matthäus 23:12) Als sich der verlorene Sohn im Dreck wälzte, war er dem Vater näher wie vorher, als er noch Zuhause war weil er im Dreck zum ersten Mal begann, sein Zuhause zu schätzen!
Diese Selbstgerechtigkeit ist eine Rechtfertigung durch Werke! Es ist eine Täuschung des Teufels zu meinen, dass du Gott näher warst, als du rein und unwissend warst! Es ist eine Lüge, dass Adam und Eva Gott näher waren, als sie im Paradies lebten! Sie wurden nicht aus der Gegenwart des Herrn vertrieben, sie wurden in die Gegenwart des Herrn getrieben, um Ihn auf eine Art kennen zu lernen, auf die sie Ihn nie zuvor gekannt hatten! Sie wurden aus dem Garten in eine Lage getrieben, in der sie Gott näher kommen mussten, um zu überleben!
Die größten Männer der Bibel waren Leute, die schreckliche Fehler machten und sich bewusst wurden, dass sie Sünder waren und dass sie Gott brauchten. Es wird von manchen Leuten behauptet, dass Joseph der Einzige sei, dem in der Bibel keine Fehler zugeschrieben werden. Aber ich kann mich erinnern, wie ich dachte: »Was der aber für ein Dummkopf war, seinen Brüdern davon zu erzählen, solche Träume zu haben!« Er war ein typischer kleiner verwöhnter Bengel, und wenn er nicht mit seinen Träumen geprahlt und bei seinen Brüdern groß getan hätte, wie überlegen er ihnen war, wäre er erst gar nicht in die Grube geworfen und als Sklave verkauft worden!
Aber das musste der Herr benutzen, um ihn zu erniedrigen. Der Herr musste einen Sklaven und Gefangenen und Verbrecher aus ihm machen, um ihn zu demütigen, bevor er erhöht werden und zum Retter seines Volkes werden konnte. Er war ein richtig verwöhntes Kind!
Des Teufels Auffassung von Gerechtigkeit ist die genau das Gegenteil von Gottes Vorstellung von Gerechtigkeit! Die Vorstellung vom Teufel ist die des selbstgerechten, heiliger-als-du Heuchlers, des angeblich sündenlosen Perfektionisten!
Wohingegen Gottes Vorstellung von Gerechtigkeit der erbärmliche, hoffnungslose, verlorene, demütige, liebende, sündhafte Sünder ist, der weiß, dass er Gott braucht! Diejenigen, die er zu retten gekommen war! »Er kam nicht die Gerechten, sondern die Sünder zur Buße zu rufen!« (Matthäus 9:13)
Das ist also Gottes Auffassung von Gutsein: Göttlichkeit ein Sünder der weiß, dass er Gott braucht und der sich auf Ihn verlässt, um gerettet zu werden nicht des Teufels kirchliche, selbstgerechte, heuchlerische Pharisäer, die denken, dass sie sich durch ihr eigenes Gutsein selbst retten können! So kann das Zurückfallen dir manchmal wirklich gut tun, indem es dich der Tatsache bewusst werden lässt, was für ein hoffnungsloser und hilfloser Sünder du ohne Gottes Hilfe bist! Dann besteht Hoffnung, dass du dich zu Gott wenden wirst, um Hilfe zu bekommen. Während die Selbstgerechten glauben, dass sie Seine Hilfe nicht nötig haben und verloren sind!
Aber solange es Leben gibt, gibt es Hoffnung! Jesaja sagt: »Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter seine Gedanken und bekehre sich zum Herrn, so wird Er sich seiner erbarmen zu unserm Gott, denn Er ist reich an Vergebung.« (Jesaja 55:7)
Gott erringt einige seiner größten Siege aus scheinbaren Niederlagen! Gottes Weg nach oben führt nach unten! Hinunter zur Niederlage des Egos und der Selbstgerechtigkeit, hinauf zum Sieg des Kreuzes und dem sich-selbst-Sterben um anderer willen!
Fühlst du dich geschlagen und am Ende? Wende dich Gott zu! Bist du am Ende deiner Weisheit? Lass los und lass Gott es tun! Kommst du nicht zurecht? Gott wird dir helfen! Deine Verzweiflung benutzt Gott als eine Chance! Du hast alles andere versucht? Versuch's doch mal mit Gott! Er liebt dich!