Vor kurzem schrieb uns ein Mädchen: »Vor ein paar Jahren fing ich an, dem Herrn zu dienen. Nach acht Monaten hörte ich dann aber auf, weil mein Gesicht ganz pickelig wurde. Es hört sich dumm an, aber die Pickel deprimierten mich total! Ich betete, dass Gott mich heilen würde, aber aus irgendeinem Grunde tat Er es nicht. Dann fing ich vor ungefähr zwei Monaten wieder an, für den Herrn zu arbeiten, und wieder bekam ich viele Pickel im Gesicht! Ich habe mich derartig in die Sache hineingesteigert, dass ich nicht einmal mehr von Gott hören, geschweige denn Ihm gehorchen kann, wie ich eigentlich sollte. Manchmal bekomme ich riesige Eiterpickel im Gesicht. Vielleicht habe ich mich aus dem Glauben herausgebetet, denn ich habe schon so oft zu Gott ausgeschrieen!
Ich bin bereits so niedergeschlagen und deprimiert, dass ich einfach nicht mehr weiss, was ich tun soll. Aber ich weiss, dass Gott mich heilen wird, wenn du für mich betest. Ich möchte Ihm dienen, ich möchte frei sein und nicht mehr nur an mich selbst denken und die Welt für Jesus erreichen, aber ich weiss nicht wie lange ich es so noch aushalten kann. Versuch bitte, mich zu verstehen sag nicht einfach, es sei mein Stolz, hab etwas Verständnis für mich! Das ist meine letzte Hoffnung! Ich erwarte deine Antwort und werde wissen, dass du für mich gebetet hast, wenn mein Gesicht wieder pickellos ist.
Liebe Grüße, Susanne«
Du armes Mädchen! Glaubst du erst dann, dass ich für dich gebetet habe, wenn dein Gesicht keine Pickel mehr hat? Anscheinend kannst du auch nicht glauben, dass Gott dich liebt, wenn Er dich nicht heilt! Das ist die Arbeit des Teufels, dir solche Prüfungen aufzuerlegen, weil er dich davon überzeugen will, dass Gott dich nicht liebt und Gebet nicht beantwortet! Aber Er liebt dich und wir auch, und Er beantwortet Gebet!
Die Tatsache, dass es immer dann passiert, wenn du anfängst, Gott zu dienen, ist schon Beweis genug dafür, dass es eine Prüfung des geistigen Feindes ist, dich nämlich so zu entmutigen, dass du nicht mehr weitermachen willst. Tatsächlich erlaubt der Herr dem Feind deinen Glauben zu prüfen und zu sehen, wie sehr du den Herrn wirklich liebst und welchen Preis du für Seinen Dienst zu zahlen bereit bist! Natürlich könnte es teilweise auch an deiner Ernährung liegen. Als meine Frau jünger war, hatte sie dasselbe Problem, bis sie aufhörte, Süßigkeiten zu essen. Jetzt hat sie eine ganz reine Haut.
Aber dieser Fall hört sich eher an wie eine teuflische Reaktion Satans auf deine Versuche, dem Herrn zu dienen! Mit anderen Worten, es passt dem Teufel nicht, dass du für den Herrn arbeitest. O Jesus, sei bitte barmherzig und zeige ihr, was immer Du ihr zeigen möchtest!
Der Herr verfährt wahrscheinlich wegen deines Stolzes so mit dir genau das, was du wohl nicht wahrhaben möchtest und nicht eingestehen willst. Denn an der Wurzel aller Sünde liegt immer Stolz; und die Tatsache, dass es dich daran hindert, Gott zu dienen, hört sich an, als stelltest du dich selbst über den Dienst am Herrn.
Es ist eine Prüfung und sehr demütigend, aber du musst dem Herrn trotzdem weiter dienen! Wenn du beweist, dass du den Herrn und Seinen Dienst mehr liebst als dein perfektes Gesicht, dann wird dich der Herr wahrscheinlich heilen. Du machst deinen Dienst und Glauben an Gott immer noch davon abhängig, ob Er dich zuerst heilt, wenn es eigentlich umgekehrt sein sollte.
Glaube und Gehorsam kommen zuerst
Erst kommt Glaube und Gehorsam, dann beantwortet Gott Gebet. So viele Leute haben mir schon gesagt: »Wenn Gott mich heilt, dann werde ich Ihm dienen, dann werde ich glauben.« Jeder mit solch einer Einstellung stellt sich einfach selbst an erste Stelle und versucht, mit Gott zu verhandeln. »Wenn Gott mir zuerst dient, dann werde ich Ihm dienen. Erst tust du etwas für mich, Gott, dann tu ich etwas für Dich.« Aber so funktioniert es bei Ihm einfach nicht!
Bei Ihm gilt immer noch die gleiche alte Regel: »Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und Seiner Gerechtigkeit, dann wird euch alles andere zufallen.« (Matthäus 6:33) Der Segen kommt nicht vor dem Gehorsam. Du kannst nicht sagen: »Herr, segne mich, dann gehorche ich.« Gott prüft dich erst, um zu sehen, ob du gehorchst, dann kann Er dich segnen. Viele Leute machen diesen Fehler.
Es ist auch ein regelrechter Test, aber oft wird der Herr deswegen kritisiert; die Leute nehmen es Gott übel, wenn Er sie nicht heilt. »Wenn Er es täte, dann würde ich Ihm dienen. Aber Er liebt mich nicht und ich bin Ihm gleichgültig, denn Er heilt mich nicht!« Auch ich fühle mich oft danach aufzugeben, wenn nicht alles klappt wie geplant, aber ich gebe nicht auf! Ich mach einfach weiter und am Ende macht der Herr immer alles wieder gut.
Es ist eigentlich eine »Ich-zuerst-Einstellung«. »Zuerst heilst Du mich, dann glaube ich Dir, und dann werde ich gehorchen.« Und das ist nichts weiter als Selbstgerechtigkeit, denn es kommt vom Stolz. Genauso war es, als die religiösen Leiter ihrer Tage, die Schriftgelehrten und Pharisäer, von Jesus verlangten: »Tu ein Wunder für uns, dann glauben wir«. Aber Er hatte schon alle möglichen Wunder vollbracht, und sie glaubten trotzdem nicht! Darum sagte Er: »Selbst wenn Ich jemanden von den Toten auferwecken würde, so würdet ihr nicht glauben, weil ihr nicht glaubt, was Ich schon gesagt habe.« (Siehe Lukas 16:27-31.) Und dann erweckte Er tatsächlich jemanden von den Toten den Lazarus woraufhin sie übereinkamen, dass sie Ihn umbringen mussten. (Siehe Johannes 11:37-53.)
Glauben heißt Sehen
Diese Idee, seinen Glauben von einer positiven Antwort anstatt von Gottes Wort abhängig zu machen, ist wie eine Religion der Werke, wo sie sagen: »Zeig's mir! Ich glaube erst, wenn ich es sehen kann! Sehen heißt Glauben!« Aber Glaube funktioniert einfach nicht auf diese Art! Echter Glaube sieht! Glaube gehorcht blindlings, ganz gleich, ob du die Antwort je erhältst oder nicht! Du kannst deinen Dienst an Gott nicht von der Antwort abhängig machen. Selbst wenn dein Gesicht ein einziges großes Geschwür wäre, solltest du Ihm trotzdem dienen! Wer weiß? Vielleicht würde es einigen bedauernswerten Leuten, die mit noch schlimmeren Problemen als du fertig werden müssen, Mut machen, dem Herrn trotzdem zu dienen. Wenn sie sehen, dass du trotz deiner Schwierigkeiten bereit bist, dem Herrn zu dienen und dich nicht schämst, ermutigt es sie vielleicht, das Gleiche zu tun!
Schau dir Hiob an! Im Buch Hiob im Alten Testament steht geschrieben, wie Hiob alles verlor: seine Familie, sein Vermögen und schließlich seine Gesundheit. Er war von Kopf bis Fuß mit Geschwüren bedeckt, und doch sagte er, es würde ihm nichts ausmachen ganz egal, auch wenn Gott ihn umbringen würde, er wolle Ihm trotzdem weiterhin vertrauen!
Du kannst deinen Gehorsam einfach nicht von deinen eigenen Bedingungen abhängig machen, so wie du dir vorstellst, dass Gott antworten sollte, und davon, ob auch alles gut geht. Du kannst einfach nicht nur Gottes »Schönwetter-Freund« sein! Auch wenn alles schief geht, musst du dem Herrn weiterhin dienen! Wenn du nur dann dem Herrn glauben und gehorchen willst, wenn alles gut geht, wirst du nicht allzu viel glauben oder gehorchen, denn wenn du dem Herrn dienst, geht vieles schief. »Der Gerechte muss viel erleiden.« (Psalm 34:20)
Wenn du bei jeder Anfechtung aufgibst, Gott zu dienen, wirst du immer wieder aufgeben! Natürlich lassen es dich andere manchmal empfindlich spüren, wenn du nicht geheilt wirst. Sie geben dir die Schuld dafür genau wie die Ratgeber Hiobs! Alle drei sagten ihm: »Irgend etwas muss bei dir nicht stimmen!« Nun, in Hiobs Fall stellte sich heraus, dass mit ihm tatsächlich etwas nicht stimmte: Er war voller Selbstgerechtigkeit und Stolz. Er war stolz auf seinen Glauben, stolz, dass er so gut war, und stolz darauf, dass er sein Leben lang Gott gedient hatte. Darum musste Gott dem Teufel erlauben, ihn richtiggehend zu traktieren, um ihm klar zu machen, dass er ohne den Herrn nichts war!
Manchmal ist es dir peinlich, wenn andere sich deinetwegen schämen und dich nicht dabeihaben wollen, weil du wie ein jämmerliches Beispiel aussiehst! Aber Jesus hatte alle möglichen Benachteiligte, die Ihm folgten, und Er heilte soviel Er konnte. Aber wer weiß, ob alle geheilt wurden! Es gibt jedoch zahlreiche Beispiele in der Bibel von Leuten, die Ihm trotzdem überallhin folgten und schließlich geheilt wurden, selbst wenn es so aussah, als ob Er sie ignorierte! Wie etwa der blinde Bettler und die Frau mit der kranken Tochter. (Siehe Matthäus 10:46-52, Matthäus 15:21-28.) Diejenigen, die vor ihrer Heilung aufgaben, wurden natürlich nie geheilt.
Gib nicht auf glaube nur!
Bevor Gott dich heilt, möchte Er erst deinen Glauben prüfen, sowie deine Bereitschaft zu gehorchen. Er will sehen, ob du Ihm sogar dann glaubst und gehorchst, wenn du den Eindruck hast, du würdest nie geheilt werden. Was hat deine Heilung mit Glauben und Gehorsam zu tun? Nichts! Aber dein Glaube und dein Gehorsam haben sehr viel mit deiner Heilung zu tun! Ob du geheilt wirst oder nicht, sollte nichts damit zu tun haben, ob du dem Herrn glaubst und dienst oder nicht!
Du musst an den Herrn glauben und Ihm gehorchen, auch wenn Er dich nie heilt! Der Apostel Paulus hatte bis zu seinem Todestag »einen Stachel im Fleisch«, damit er «nicht hochmütig werde». (2. Korinther 12:7) Ihm konnte nicht einmal volle Gesundheit anvertraut werden, weil er dann wahrscheinlich zu stolz geworden wäre, denn er war vom Herrn in so vieler anderer Hinsicht ausgezeichnet worden. Aber dieser »Stachel im Fleisch« hielt Paulus nicht davon ab, Gott zu dienen! Solange es dir möglich ist, Gott weiterhin zu dienen, musst du Ihm weiterhin dienen, ganz gleich, ob Er es je für angemessen hält, dich zu heilen! Vielleicht bist du mit einem Gesicht voller Pickel viel nützlicher für den Herrn. Vielleicht bist du dann nicht so stolz und hast mehr Glauben mit einem Körper voller Geschwüre wie Hiobs als wenn der Herr dich heilen würde!
Viele Leute wollen Gott nur ausnutzen.
Ich kenne viele Menschen, die Gott zu einfach heilte und die sich dann einfach davonmachten und ihren eigenen Weg gingen! Sie logen Gott richtiggehend an: Sie versicherten Ihm hoch und heilig, dass sie Ihm dienen würden, wenn Er sie heilte. Sowie Er es aber tat, machten sie sich auf und davon und vergaßen ihr Versprechen! Im Alten Testament lesen wir wie das alte Volk Israel dies immer wieder tat! Sie versprachen: »O Gott, wenn Du uns rettest, werden wir Dir ewiglich dienen.« Aber sobald Er sie rettete, vergaßen sie ihren Eid und glaubten noch weniger und waren ungehorsamer und undankbarer als je zuvor.
Ich bin noch nie auf diese Weise geheilt worden! Ein paar Mal, als ich dem Tod sehr nahe war, sagte ich dem Herrn: »Nun, Herr, ich würde gern geheilt werden, damit ich Dir besser dienen kann. Ich werde aber nicht aufhören, Dir zu dienen, auch wenn Du mich nicht heilst!« Und genau wie bei Hiob, hat es Momente gegeben, in denen ich dem Herrn sagte: »Wenn Du mich heilst, wunderbar, doch auch wenn ich sterben sollte, werde ich trotzdem an Dich glauben und Dich lieben. Es ist meine allererste Pflicht, an Dich zu glauben, Dich zu lieben und Dir zu dienen, ganz gleich, was passiert. Ich kann nicht einfach aufgeben, nur weil's hart auf hart geht und so aussieht, als hättest Du mich verlassen.« (Vergleiche Hiob 1:21; Apostelgeschichte 20:24.) Hier geht's weiter