Man sollte die Kraft des geschriebenen Wortes nie unterschätzen. Wo wären wir heute ohne die ersten fünf Bücher Moses, ohne die historischen Aufzeichnungen in Gottes Wort in den Büchern der Chronik, ohne die Psalmen Davids, die niedergeschriebenen Prophezeiungen des Alten wie auch des Neuen Testaments, ohne die Evangelien und die Apostelgeschichte? Wo wären wir ohne die Briefe der Apostel, die alle durch die Umsicht und Voraussicht dieser Männer, ihrer Schreiber, Sekretäre, Helfer, Schüler und Nachfolger im Neuen Testament für uns erhalten worden sind. Sie wurden über Jahrhunderte hinweg weitergereicht und haben Millionen von Gottes Kindern bis auf den heutigen Tag geholfen.
Ich könnte mir vorstellen, dass keiner von ihnen sich je bewusst war, wieviel diese Aufzeichnungen einmal Generationen von Nachfolgern bedeuten würden. Zur Zeit, als der Apostel Paulus seine Episteln niederschrieb, konnte er ganz bestimmt nicht voraussehen, welch enormen Einfluss auch nur eine von ihnen haben würde. Er schrieb einfach Briefe zum Trost und Rat, zur Inspiration und Ermutigung, zur Belehrung und Ermahnung. Sie waren an persönliche Freunde und Gruppen von Gläubigen gerichtet, die er kannte oder schon vorher unterrichtet hatte. Darunter waren auch solche, die er selbst zum Herrn gewonnen, und Gemeinden, die er gegründet hatte. Diese hatten dann wiederum durch ihr eigenes Predigen neue Bekehrte und Gruppen von Gläubigen gewonnen eine Kettenreaktion! Die Evangeliums-Explosion!
Unterschätze also nie die Auswirkungen des geschriebenen Wortes! Diese Briefe der Apostel sind seit beinahe 2000 Jahren milliardenfach kopiert worden. Wo wären wir ohne die Bibel, Gottes Liebesbrief an uns Menschen? Und wie wunderbar ist es, dass wir den Autor durch Seine Worte an uns kennenlernen können, denn »Glaube kommt durch das Hören und Lesen von Gottes Wort«! (Römer 10:17) Glaube kann sogar durch das Hören deines Wortes kommen deine Erfahrungen mit dem Herrn, dein Zeugnisgeben, deine Briefe, welche für einen Freund, Verwandten oder sonst jemanden, der sich dafür interessiert, die Worte Gottes enthalten.
Das erinnert mich an eine wahre Geschichte, die ich als Kind einmal gehört hatte über einen kleinen, stark behinderten Jungen namens Tommy. Sein verformter Körper lag fast hilflos auf einer kümmerlichen Pritsche am Fenster im dritten Stock eines alten, baufälligen Mietshauses an einer geschäftigen Großstadtstraße. Eines Tages bat er seinen Freund, einen anderen Jungen, ihm das Buch über den Mann zu bringen, der überall herumging und nur Gutes tat. Der Junge versuchte überall, dieses Buch, dessen Titel er nicht kannte, für seinen behinderten Freund zu aufzufinden, bis einem Buchhändler endlich klar wurde, dass er von der Bibel reden musste, der Geschichte von Jesus.
Der Junge kratzte seine letzten paar Münzen zusammen, und der freundliche Mann gab ihm eine Kopie des Neuen Testaments, das dieser eilends Tommy brachte.
Sie fingen an, das Buch zu lesen, und Tommy wurde durch die Worte darin auf wunderbare Weise gerettet. Auch er wollte wie der Mann in dem Buch Gutes tun, doch war er behindert und konnte nicht einmal die kleine Einzimmerwohnung seiner alten Tante verlassen. Da betete er und bat Gott, ihm zu helfen, und der Herr zeigte ihm einen Plan.
Er begann mit großer Mühe, hilfreiche Bibelverse auf kleine Zettel zu schreiben, die er dann von seinem Fenster im dritten Stock auf die geschäftige Straße hinunterflattern ließ. Passanten sahen sie heruntersegeln und hoben sie neugierig auf, um zu sehen, was es war. So lasen sie dann die Worte des Mannes, der überall Gutes tat: Jesus Christus! Vielen wurde geholfen; sie wurden durch die einfache Arbeit dieses kleinen Jungen und seiner Bibel ermutigt, getröstet und manche sogar errettet.
Eines Tages las ein reicher Geschäftsmann einen dieser kleinen Verse und fand auf wunderbare Weise Errettung. Danach kehrte er an den Ort zurück, wo er den kleinen Zettel gefunden hatte, der ihn zum Herrn geführt hatte, um herauszufinden, wie er dorthin gelangt war. Plötzlich sah er noch einen Zettel auf den Gehsteig herunterflattern. Er schaute zu, wie sich eine arme, müde, alte Frau unter Schmerzen bückte und ihn aufhob. Er bemerkte, wie sich ihr Gesicht beim Lesen aufhellte. Neue Kraft schien jetzt ihren Schritt zu stärken.
Der Geschäftsmann blieb gespannt stehen, den Blick aufwärts gerichtet. Er war entschlossen, den Ursprung dieser Zettel ausfindig zu machen. Er musste eine ganze Weile warten, denn der arme, kleine, stark behinderte Tommy brauchte lange, schmerzvolle Minuten, um auch nur einen Vers auf einen dieser Zettel zu kritzeln. Plötzlich wurde die Aufmerksamkeit des Geschäftsmannes auf ein bestimmtes Fenster gelenkt. Er sah, wie sich eine kleine, magere Hand aus einem Fenster streckte und einen Zettel fallen ließ genauso einen wie den, der ihm ein ganz neues Leben gebracht hatte. Er merkte sich sorgfältig die Lage des Fensters, eilte die schmutzige Treppe des alten Wohnhauses hinauf und fand schließlich die schäbige Dachkammer des kleinen Gehsteig-Missionars Tommy.
Er und Tommy wurden sofort gute Freunde, und er verschaffte Tommy jede nur mögliche Hilfe und medizinische Betreuung. Eines schönen Tages fragte er ihn, ob er bei ihm in seiner prunkvollen Villa außerhalb der Stadt wohnen wolle.
Sehr zur Verwunderung seines Freundes antwortete Tommy: »Ich muss erst meinen Freund fragen« und meinte damit Jesus.
Am darauffolgenden Tag kam der Geschäftsmann ganz erwartungsvoll zurück. Merkwürdigerweise stellte ihm Tom einige ungewöhnliche Fragen: »Wo, sagtest du, ist dein Haus?«
»Oh«, antwortete der Geschäftsmann, »es ist weit draußen auf dem Lande, auf einem riesigen, prachtvollen Landsitz. Du wirst ein wunderschönes Zimmer ganz für dich allein haben und Bedienstete, die für dich sorgen, gute Mahlzeiten, ein weiches Bett, Gesellschaft, allen Komfort und einfach alles, was dein Herz begehren könnte! Und meine Frau und ich werden dich von Herzen liebhaben und dich wie unseren eigenen Sohn aufziehen.«
Zögernd fragte Tom nochmals genauer: »Gibt es dort Leute, die unter meinem Fenster vorbeigehen?« Überrascht und etwas verwirrt, antwortete der Geschäftsmann: »Nun... hmm, nein, nur gelegentlich ein Bediensteter und vielleicht der Gärtner. Du verstehst mich nicht, Tommy, es ist ein wunderbares Landgut weit draußen, weit weg vom Lärm der Stadt und dem Getümmel der Leute. Du wirst dort Ruhe haben und dich erholen können, du kannst lesen und tun, was auch immer du möchtest weg von all dem Schmutz und Rauch, dem Lärm und den Menschenmengen.«
Tommy dachte nach und sagte eine ganze Weile nichts. Sein Gesicht sah nun traurig aus, denn er wollte seinem neugefundenen Freund nicht wehtun. Endlich sagte er leise, mit Tränen in den Augen, aber mit fester Stimme: »Es tut mir leid, aber weißt du, ich könnte nie irgendwo leben, wo keine Leute unter meinem Fenster vorbeigehen.«
Ich glaube, dass diese einfache, kleine, wahre Geschichte einen Wendepunkt in meinem eigenen Leben darstellte, als ich selbst noch ein Junge war. Denn nachdem ich sie von meiner Mutter gehört hatte, entschied ich mich auf der Stelle, dass ich mit Gottes Hilfe auch nie irgendwo leben wollte, wo nicht Menschen unter dem Fenster meines Lebens vorbeigingen und ich ihnen mit Gottes Liebe helfen könnte. Wie Tommy es ausdrückte: »Ich könnte nie irgendwo leben, wo keine Leute unter meinem Fenster vorbeigehen.« Könntest du's?
Ich hatte den Mann kennnengelernt, der überall hinging und allen, die unter dem Fenster Seines Lebens vorbeigingen, nur Gutes tat. Wie konnte ich dann je wieder selbstsüchtig leben, und Menschen unter meinem Fenster vorbeigehen lassen, ohne ihnen zu helfen, dasselbe auch zu empfangen? »Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es auch!« (Matthäus 10:8) Und »wem viel anvertraut ist, von dem wird man viel fordern.« (Lukas 12:48)
Lebst du so, dass Menschen unter deinem Fenster vorbeigehen können? Hilfst du ihnen? Ständig gehen Leute an deinem Fenster vorbei! Bekommen sie, was sie brauchen?
Du hast gerade die wahre Lebensgeschichte von jemandem gelesen, der so einfach, hilflos und isoliert lebte, dass man annehmen sollte, er sei sicherlich nie in der Lage, etwas für andere zu tun. Er hätte vielmehr jede nur denkbare Entschuldigung haben können, anderen nicht zu helfen, da er eher selbst Hilfe brauchte. Doch Liebe fand einen Weg!
Jemand geht gerade an deinem Fenster vorbei! Hat deine Liebe einen Weg gefunden, ihm zu helfen? Hat Gottes Liebe dir gezeigt, wie du helfen kannst? Er wird es dir zeigen, wenn du Ihn darum bittest trotz schwieriger Umstände oder Handicaps. Denn Gott hat auch ein Fenster, und Er hat versprochen, dass Er »die Fenster des Himmels öffnen und Segen ausgießen werde bis zum Überfluss« (Maleachi 3:10), wenn wir Ihm gehorchen und das Fenster unseres Lebens für andere öffnen. Ist das nicht wunderbar?
Bist du treu mit all den Fenstern in deinem Leben? Fütterst du Seine Schafe, führst du sie auf grüne Auen, an stille Wasser und zum Sonnenschein Seiner Liebe durch das Fenster Seines Wortes? Du darfst sie nicht enttäuschen! Du musst ihnen geben, was sie brauchen! Und wie sollst du das bewerkstelligen? Wie kannst du mehr tun, als du schon tust? Du kannst mehr ausgießen, du kannst mehr geben! Du darfst nicht aufgeben! Für die Kinder des Herrn gibt es keinen Stillstand. Du gehst entweder vorwärts oder rückwärts. Du musst weitermachen! Du musst noch mehr geben und »die Werke dessen tun, der dich gesandt hat, ehe die Nacht kommt, da niemand arbeiten kann«! (Johannes 9:4) »Nutze die Zeit, denn es ist eine schlimme Zeit!« (Epheser 5:16) Gib mehr, bezeuge mehr und Gott selbst wird mehr tun, mehr, als du je geträumt hast!
Wenn du es selbstsüchtig zurückhältst, wird es zunichte werden. »Einer teilt reichlich aus und hat doch immer mehr; ein anderer geizt, wo er nicht soll, und wird doch ärmer. Wer reichlich gibt, wird gesättigt werden, und wer reichlich tränkt, wird selbst auch getränkt werden.« (Sprüche 11:24,25) Du kannst nie mehr geben als Gott!
David Livingstone, der berühmte englische Missionar, der seine Reichtümer zurückließ, um den Dschungel Afrikas zu pionieren, und dort auf seinen Knien starb, sagte einmal: »Nichts war für mich je wirklich ein Opfer!« Er hatte erkannt, dass er nie mehr geben konnte als Gott. Obwohl er sein Leben gab, wird er ewiges Leben empfangen und Anteil haben an den unsterblichen Seelen, an den Tausenden, die für immer gerettet sind! Wie könnten wir also je mehr geben als Gott?
Aber es kostet auch etwas! Wie König David sagte: »Ich will dem Herrn nicht Opfer darbringen, die ich umsonst habe!« (2.Samuel 24:24) Du musst etwas geben, du musst ausgießen, du musst »an einem Fenster« leben, und du musst treu sein! Du musst etwas hineinstecken, damit etwas dabei herauskommt! Du musst geben, um zu empfangen, ausgießen, um zu erhalten, säen, um zu ernten, investieren, um zu profitieren, sterben, um zu leben, begraben werden, um auferstehen zu können!
Wenn du Jesus, »den Mann, der überall herumging und nur Gutes tat«, noch nicht gefunden und aufgenommen hast und wenn du Gottes Liebe durch Seinen Sohn Jesus Christus kennenlernen möchtest, kannst du Ihn jetzt gleich persönlich empfangen! Du kannst nicht nur Seine Liebe und Errettung für dich selbst haben, sondern auch mit Seinem Geist der Liebe zum Überfließen gefüllt werden, so dass du anderen, die Seine Liebe brauchen, eine Hilfe sein kannst. Jesus sagte: »Wer an Mich glaubt, wie die Schrift sagt, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.« (Johannes 7:38)
Du kannst Jesus in dein Herz bitten und ein Leben der Liebe und des Glücks beginnen, indem du einfach dieses kleine Gebet nachsprichst: