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Titel: "Lese-Ecke": Deine geistige Nahrung - täglich frisch serviert.




– Ein Traum von David B. Berg


Obwohl sich darin eigentlich nicht viel ereignete, war das war schon ein außergewöhnlicher Traum: Ich zog über die Berge zum Meer hin, und was ich dort vorfand war das reinste Paradies, ich tauchte in eine andere Welt ein und kam später zurück, um von deren Wunder zu berichten!

Was dieses Land so wunderbar machte, war, dass es nicht zu viel von irgend etwas gab – das war wirklich das erstaunliche an dem Traum! Es war ganz einfach: In diesem Land war es unmöglich, von irgend etwas zu viel zu tun. Es war einfach undenkbar zu viel zu schlafen, übertrieben zu essen, maßlos zu trinken oder übermäßig zu arbeiten und in vieler Hinsicht zu weit zu gehen.

Ich weiß noch, dass ich in meinem Traum eine ganze Liste von Punkten durchging, an die ich mich jetzt nur noch unvollständig erinnere: Man konnte nicht zu viel sehen, hören, lernen oder übertrieben viel reden. Es war ausgeschlossen, zu viel spielen zu können, zu weit zu rennen oder sich unnötig viel Sorgen zu machen.

Man konnte einfach nie zu viel von irgend etwas tun. – Und das schien einfach alle Probleme zu lösen. Niemand wollte zu viel, daher hatte niemand zu viel, und deswegen kämpfte niemand, um zu viel zu bekommen. Es gab keine Konflikte oder Kriege, denn niemand wollte übertrieben viel oder mehr als sein Nachbar und niemand hatte demzufolge zu viel von irgend etwas.

Es gab Frieden, Sicherheit und Glück in Hülle und Fülle, aber nicht unverhältnismäßig, gerade genug für alle. Jedermann hatte genug zu essen und zu trinken, genug anzuziehen, aber nicht unnötig viel. Niemand war extravagant. Die Frauen waren sehr hübsch, aber trugen nicht allzuviel Kleidung. Tatsächlich trugen sie sehr wenig, aber genug – nur nicht zu viel.

Niemandem war zu kalt und keiner hungerte. Niemand war zu groß, zu dick, zu klein, zu schwach oder zu stark und es hatte auch keiner eine überhobene Persönlichkeit, kein Mensch lebte im Luxus oder hatte nicht genug. Ich lüge oder übertreibe nicht: Es war nicht zu viel oder zu wenig, sondern gerade richtig – und das ist die Wahrheit!

Und jedermann kannte die Wahrheit, und die Wahrheit war, dass niemand zu viel hatte oder unnötigerweise etwas Besonderes war. Und das schien die Probleme von allen zu lösen. Ich war in meinem Traum so aufgeregt, dass ich nun ein Land gefunden hatte, wo jedermanns Probleme dadurch gelöst waren, dass man nicht maßlos viel von irgend etwas hatte, und es unmöglich war, zu viel zu tun oder zu viel zu sein.

Ich glaube am besten sollte man dieses Land als »Nicht-Zuviel«-Land bezeichnen, ein Reich in dem jedermann mit nicht zu viel zufrieden war. Das Prinzip schien einfach alle Probleme zu lösen. Ich wunderte mich nur, warum ich dieses Land nicht schon vorher gefunden hatte. Niemand war zu gut, zu schlecht, zu stolz oder zu gemein. Von nichts hatte man oder gab es zuviel, es war einfach unmöglich und das machte alle Leute glücklich.

Es war einfach ein Ding der Unmöglichkeit zu weit oder zu schnell gehen zu können. Ist das nicht ein erstaunliches Traumbild? Es kam mir alles so real vor und ich war vor lauter Freude ganz aufgeregt. Dieses Traumland befand sich grad hinter dem Bergkamm in Richtung Meer und alle Menschen waren dort so glücklich.

Nun, ich werde lieber aufhören euch zu viel vom »Nicht-Zuviel«-Land zu erzählen, denn das ist wohl erstmal genug. Ich nehme an, der Grund, warum jeder genug hatte, war, dass niemand übermäßig viel hatte, und deswegen musste niemand zu schwer arbeiten oder unnötig viel tun, weil jeder genug tat: seinen Teil und nicht zu viel – ganz einfach! Es war auch niemand übertrieben rechtschaffen im »Nicht-Zuviel«-Land, sondern gerade gut genug. Ist das zu viel? Nein, nicht unbedingt, eher genau richtig, oder nicht?

© 1976/2003 by The Family, Zürich, Schweiz

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