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Titel: "Lese-Ecke": Deine geistige Nahrung - täglich frisch serviert.

FLEISCH ODER GEIST?

von David B. Berg



Den größten Religionsstreit, den die Welt je erfahren hatte, fand schon immer zwischen den Do-It-Yourself Religionen und der Nur-Gott-kann-dich-retten Gruppe statt. Die Menschheit hat immer versucht, sich Selbst zu retten und sich ihren Weg in den Himmel mit nur einem minimalen Beistand Gottes zu erarbeiten. Dadurch kann sie sich selbst auf die Schulter klopfen und ihren eigenen Weg gehen.

Der erste Mord wurde von einem religiösen Fanatiker der Do-it-yourself Gruppe begangen, von Kain, dem ältesten Sohn des ersten Paars, Adam und Eva. Kain beschloss nur das zu opfern, was ihm passte, anstatt des Lammes, um das Gott ihn gebeten hatte. Kain tötete seinen Bruder Abel, ein Mann der auf Gott vertraute. Das war der Anfang der Verfolgung der wahren Kirche durch die falsche Kirche. Kain war religiös – sehr religiös sogar. Er bemühte sich sehr, sich auf seine eigene Art zu retten, sogar Gott Opfer zu bringen und vor zu geben, Gott zu dienen. Er setzte alles daran, seine eigene Errettung zu erarbeiten, doch war sein Allerbestes nicht gut genug, weil seine Art nicht die Art Gottes war, sondern vielmehr der Weg aller falschen Religionen.

All diejenigen, die falschen Religionen nachfolgen, hängen von ihrer Selbstgerechtigkeit und von ihrem eigenen Willen ab. Die meisten behaupten, Gott zu dienen und versuchen mit ein wenig Hilfe von Gott, es zu schaffen. Aber da sie so schwer daran arbeiten, Errettung zu verdienen, schließen sie daraus, dass sie mit derselben belohnt werden sollten – mit oder ohne seine Hilfe – und sind recht empört, wenn es den Anschein hat, als würde er ihre guten Taten nicht wertschätzen. Sie sagen: »Schau nur, was wir alles für dich getan haben, Gott! Dafür verdienen wir von dir eine Medaille! Wir haben es wahrlich verdient, gerettet zu werden! Wenn überhaupt jemanden, dann solltest du uns retten! Wenn es irgend jemand schaffen sollte, in den Himmel zu kommen, sollten es mit Sicherheit wir sein.«

Auf der anderen Seite befolgte Abel das, worum Gott ihn gebeten hatte – und »aus solchem Vertrauen brachte Abel Gott ein besseres Opfer als sein Bruder Kain« dar (Hebräer 11:4): Das Opfer des reinen Glaubens, wie es sich in der Ausführung dessen zeigt, was Gott ihm anbefohlen hatte. Indem er das Lamm opferte – was eine Vorahnung des Kreuzestodes Jesu für die Sünden dieser Welt war – (Johannes 1:29) bewies Abel, nur alleine Gott dafür zu vertrauen, ihn zu erretten. Ihm war bewusst, dass er nur Gottes Gerechtigkeit besass und keine eigene und dass Errettung vollständig eine Gabe Gottes war (Epheser 2:8-9).

Abels schlichtes Opfer machte einen derartigen Narren aus dem schwer arbeitenden Kain – dem Emporkömmling und seiner eigenen Gottesdienstform hingegebenen religiösen Eiferer – und stellte die Sinnlosigkeit und Heuchelei seiner Schwerstarbeit dermaßen bloß, dass die Wut in Kain aufstieg. Am Ende seiner körperlichen Bemühungen, seiner argumentativen Denkweise und seines Bestehens auf Errettung, war Kain so gedemütigt, dass er versuchte, die schreckliche Wahrheit zu vertuschen, nämlich dass seine Religion versagt hatte, ihm die Errettung zu schenken – indem er den Menschen tötete, dessen schlichter Glaube an Gottes Gnade ihn bloßgestellt hatte.

Damit begann die heftigste Auseinandersetzung zwischen Stolz und Demut, zwischen den verwünschten Religionseiferern und den geretteten Sündern – der stete Kampf, der seit je her zwischen Fleisch und Geist ausgetragen wird, zwischen Werken und Glauben, zwischen Gesetz und Gnade, Ego und Gott.

Dieser Konflikt führte zu einigen der größten Missverständnisse und Fehlinterpretationen der Schrift, die je existierten. Die meisten Leute haben seit alters her versucht, sich mit »so wenig Gott wie möglich« Selbst zu retten und die Schrift verdreht, um zu beweisen, dass es machbar wäre! Aber Gott kann ihnen nicht helfen, sich Selbst zu retten! Er hilft denen nicht, die denken, sie können sich selber retten, sondern nur denen, die wissen, dass sie es nicht können. Sie schaffen es nicht, sich Selbst zu retten, egal wie sehr sie auch versuchen – mit seiner Hilfe – es auf die eigene Art zu tun.

Als junger Christ war ich ebenfalls für eine Zeit lang von der trügerischen Doktrin der ewigen Ungewissheit verblendet, die von einigen Kirchen und Werke-Religionen gelehrt werden: heute ist man gut genug, am nächsten Tag ist man wieder zu schlecht, und so schlüpft einem die Errettung wieder und wieder aus den Händen. Doch als Teenager entdeckte ich eines Tages die einfache Wahrheit von Johannes 3:36 und war davon begeistert. Nach jahrelanger Entmutigung und Niedergeschlagenheit und des Mangels an Gewissheit über meine eigene Errettung, fand ich heraus, dass alles, was ich zu tun brauchte, war, zu glauben. Das reichte aus! Jesus sagte: »Wer an den Sohn glaubt, der hat ewiges Leben« – augenblicklich! Ohne wenn und aber! Kein »Vorausgesetzt du bist ein guter Junge oder ein gutes Mädchen und gehst jeden Sonntag in die Kirche« und nichts von diesem Theater der »sündenlosen Vollkommenheit«.

Mir war klar, dass es mir einfach unmöglich war, es alleine zu schaffen. Ich hatte den Eindruck nur noch schlimmer zu werden, je mehr ich versuchte gut zu sein! Wie der Apostel Paulus beklagte: »Ich unglückseliger Mensch! Wer rettet mich aus dieser tödlichen Verstrickung. Gott sei gedankt durch Jesus Christus, unseren Herrn: Er hat es getan!« (Römer 7:24-25).

Mehr war nicht nötig. Es gab nichts anderes, kein anderer Weg, nichts von meiner eigenen Gerechtigkeit, nichts von meinen eigenen guten Werken. Nichts von alle dem konnte mich in einem erretteten Zustand bewahren, genauso wenig wie mich von Anfang an nichts davon erretten konnte. Allein Jesus vermochte es zu tun! Er musste mich nicht nur retten, sondern auch die guten Werke durch mich wirken. Es war alles nur Jesus und nichts war von mir selbst, meinem eigenen Bestreben gut oder selbstgerecht zu sein – sondern alleine Jesus. Ich war so erleichtert, das zu heraus zu finden, denn ich wusste, ich würde es alleine nie und nimmer schaffen. Es musste Gott sein. Ich schaffte es einfach nicht, darum tat er es.

Das Problem mit vielen Christen heutzutage besteht darin, dass sie immer noch im Alten Testament leben. Ihr Christentum ist eine Religion der guten Werke. Ich erinnere mich daran, vor einigen Jahren über bestimmte Missionare gehört zu haben, die ins Ausland gegangen waren. Bei ihrer Ankunft wurden sie von den Einheimischen gefragt: »Seid ihr Christen des Alten oder des Neuen Testaments?« Zunächst verstanden die Missionare nicht, was damit gemeint war, doch fanden sie bald heraus, dass sich die erste Bezeichnung auf solche Christen bezog, die großen Wert auf Kirchengebäude, Zeremonien, Formalismus und Traditionen legen – diejenigen, deren Religion vorrangig aus Werken besteht. Ein Christ des Neuen Testaments ist einer, dessen Hauptschwerpunkt sich nicht auf das richtet, was sichtbar ist (Gebäude, Pomp und Umstände), sondern vielmehr auf das Ungesehene der geistigen Welt und die Einfachheit des christlichen Alltagsleben, wie das von Jesus und dem seiner Jüngern. Wie wahr und zutreffend ist doch dieser Vergleich!

Im alten Testament fiel es Gott schwer, die Kinder Israel von der Abgötterei der Ägypter weg zu bekommen. Er bediente sich des Mosaischen Gesetzes als ihr Schulmeister, um ihnen einfache Wahrheiten in Anschauungsobjekten und Ritualen bei zu bringen: Das Zelt, die Bundeslade und das Tieropfer. Diese waren Schatten, Analogien, bloße Bilder der geistigen Gegenwart und ewigen Wahrheit, zu denen er versuchte, sie hin zu führen, fast so wie man es mit kleinen Kindern machen würde. Er musste etwas benutzen, dass Israel verstehen konnte – die vertrauten religiösen Formen und Zeremonien der Ägypter und anderer umliegender Völker – in einem väterlichen Versuch ihnen anhand audiovisueller Darstellungen die geistigen Wahrheiten der wahren Anbetung von Gott zu veranschaulichen. Wie der Apostel Paulus sagte, diese alle waren verschiedene Aspekte der Wahrheit, bloße optische Ebenbilder oder Illustrationen der unsichtbaren Wirklichkeit der geistigen Welt.

Paulus sagt: »Wenn sich die ganze Wahrheit enthüllen wird [wenn Jesus wieder zurückkommt], ist es mit dem Stückwerk vorbei. Einst, als ich noch ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, ich fühlte und dachte wie ein Kind. Als ich dann aber erwachsen wurde, habe ich die kindlichen Vorstellungen abgelegt. Jetzt sehen wir nur ein unklares Bild wie in einem trüben Spiegel; dann aber schauen wir Gott von Angesicht. Jetzt kennen wir Gott nur unvollkommen; dann aber werden wir Gott völlig kennen, so wie er uns jetzt schon kennt« (1. Korinther 13:10-12).

Paulus sagte, dass die Gaben des Heiligen Geistes dieses neutestamentlichen Zeitalters fast wie Spielzeuge sind, Gaben eines liebevollen Vaters für seine einfachen kleinen Kinder, als Hilfsmittel, um ihnen Verständnis über Gott und über seinen Willen beizubringen.

Wie viel mehr waren dann die materiellen Anschauungsstücke des Tempelgottesdienstes des Alten Testaments Kinderspielzeuge für geistig noch jüngere Kinder, um ihnen die Liebe ihres himmlischen Vaters verständlich zu machen? »In der Vergangenheit hat Gott in vielfältigster Weise durch die Propheten zu unseren Vorfahren gesprochen. Aber jetzt, am Ende der Zeit, hat er zu uns gesprochen durch den Sohn« (Hebräer 1:1-2).

Als Jesus auf Erden war, sagte er zu der Samariterin am Brunnen: » Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten« (Johannes 4:23-24). Das ist das geistige Zeitalter, in dem wir jetzt leben.

Aber Paulus ging in seiner Vorhersage an die frühen Christen von Korinth sogar noch weiter, als er sagte, dass die Zeit kommen wird, wenn wir Jesus von Angesicht zu Angesicht sehen und selbst diese kindlichen Gaben der geistigen Kommunikation ablegen werden. Denn »prophetische Eingebungen hören einmal auf, das Reden in Sprachen des Geistes verstummt, auch die Erkenntnis wird ein Ende nehmen. Denn unser Erkennen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn sich die ganze Wahrheit enthüllen wird, ist es mit dem Stückwerk vorbei. (1.Korinther 13:8-10). Auch was wir jetzt haben, ist nur ein Beispiel der herrlichen zukünftigen Wirklichkeit!«

Im Alten Testament gab es die Illustrationen und im gegenwärtigen neutestamentlichen Zeitalter gibt es die geistlichen Wahrheiten, die wir jetzt nur durch den Glauben besitzen (Johannes 1:17). Aber wenn Jesus wiederkommt, werden wir ihn so sehen, wie er ist und buchstäblich wie er sein und tatsächlich die ganze Fülle der Realitäten Gottes und der zukünftigen Welt erleben!

»Ihr Lieben, wir sind schon Kinder Gottes. Was wir einmal sein werden, ist jetzt noch nicht sichtbar. Aber wir wissen, wenn es offenbar wird, werden wir wie er sein; denn wir werden ihn sehen, wie er wirklich ist.« (1.Johannes 3:2, engl. King James Version)



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