Machte Gott nicht einen Fehler, als Er Adam und Eva ins Paradies einsetzte und sie am Ende auf ihrer eigenen Wahl bestanden, nämlich die falsche? (Siehe 1.Mose 3:6.) Musste Gott Sein Versagen eingestehen, als Er die gesamte Menschheit wegen ihrer Schlechtigkeit durch die Sintflut auslöschen musste? (Siehe 1.Mose 6:5-7.) War der Turmbau zu Babel ein totales Desaster und die Verwirrung der Sprachen eine Katastrophe? Oder war es nötig, um Gottes Plan zu erfüllen und die Menschen zu demütigen und auf der ganzen Erde zu zerstreuen? (Siehe 1.Mose 11:1-9.)
War es ein Fehler, als Mose einen Ägypter umbrachte, um sein Leben fliehen und schließlich 40 Jahre lang in der Wüste verbringen musste, um die demütige Arbeit eines Schafhirten zu lernen? (Siehe 2.Mose 2.) War das nicht ein schrecklicher Rückschlag für die Sache und für die Erlösung seines Volkes? Oder war es notwendig für Mose ins Exil zu gehen, damit er lernen konnte, was Gott ihm beibringen musste. Er wollte ihn zu dem Mann zu machen, der er sein musste, um sein Volk befreien zu können völlig abhängig von Gott, und nicht von seinen eigenen Instinkten.
Machte Gott nicht einen Fehler, als Er Saul zum König Israels ernannte, wenn man bedenkt, was später aus Saul wurde? War Saul ein Versager oder erfüllte er Gottes Plan, indem er den König ausbildete, auf den Gott wirklich aus war: nämlich David? (Siehe 1.Samuel.) Gott gewinnt Seine größten Siege aus scheinbaren Niederlagen und Er kehrt den Zorn des Menschen in göttliche Lobpreisung um!
Irrte sich Gott, als Er zuließ, dass David sich in Bathsheba verliebte und in den Augen des Königreiches in Ungnade fiel, durch die Hand seines eigenen rebellischen Sohnes Absalom vom Thron gestürzt wurde und er skandalös mit Schimpf und Schande und nur einer Handvoll von Freunden ins Exilausland fliehen musste? (Siehe 2.Samuel 15.) War das wirklich David's Fall nach unten oder ein Sprung, der nach oben führte? Manchmal führt Gottes Weg nach oben zuerst hinunter tatsächlich ist das die Norm und genau das Gegenteil von dem was wir denken! Gott spezialisiert sich darauf, »entgegen dem gesunden Menschenverstand« zu handeln, weil es dazu Wunder braucht. Es zeigt auch, dass Gott am Werk ist und nicht wir Menschen. David wurde gedemütigt, das ganze Königreich wurde gedemütigt und sie alle wurden daran erinnert, dass nur Gott sie so weit gebracht hatte.
Aus dieser Bedrängnis und der Qual von Davids Leben kam die Reinheit der Psalme und der Duft seines Lobes für Gottes Gnade. Es kam alles von Gott und Seiner Gnade und nichts von ihm selbst oder seiner eigenen Gerechtigkeit. Eine Erfahrung, die seither anderen großen Sündern wie dir und mir viel Mut zugesprochen hat.
Ging Elias Amt zugrunde, als er kurz nach seinem großen Sieg auf dem Berg Carmel vor Jezebel wegrennen musste? Wurde sein bewundernswerter Mut durch seine Feigheit in der Wüste zur Spreu im Wind? Nachdem er Hunderte von falschen Propheten erschlagen hatte, lief er jetzt vor einer einfachen Frau weg! Was für eine Vorstellung! (Siehe 1.Könige 18:19.) Der tapfere, mutige, stattliche Prophet, der in der Kraft und Macht Gottes auf dem Berg Carmel über alle anderen weit hinausragte und Feuer vom Himmel herunter rufen konnte, war jetzt voller Angst mit Schimpf und Schande auf der Flucht vor der widerlichen, heimtückischen Königin Jezebel! Der Prophet Gottes hatte tatsächlich Angst vor einer Frau! Oder wollte Gott ihm nur zeigen, dass Er ihn dadurch zu einem besseren Propheten machen wollte, einen Propheten mit mehr Demut, der ohne jegliche Angst vor dem König und noch viel weniger vor der Königin zurückkehren würde?
War es nicht entwürdigend und ein schrecklicher Rückschlag für Gottes Sache, als der großartige Prophet des Untergangs, Jeremia, am oberen Benjaminstor in den Schandblock geschlossen wurde, so dass seine Glaubensbrüder ihm ins Gesicht spucken konnten? Oder als er von seinen Feinden in den Schlamm geworfen wurde und bis zu den Achseln einsank, so dass sein lieber Freund Ebed heimlich kommen und ihn herausziehen mußte? Und war es schließlich nicht eine gewaltig skandalöse Blamage, als er im Gefängnis landete als Verräter und Krimineller abgestempelt und angeblich untreu gegenüber seinem eigenen Volk und seiner Nation? (Siehe Jeremia 38.)
Nun, nicht für Gott. Es war alles Teil von Gottes Plan, Jeremia demütig und nahe bei Ihm zu halten, damit er sich gänzlich auf Gott und nicht auf seine Familie oder seine Freunde verlassen würde - noch nicht einmal auf seine Geschwister oder auf den König. Gott verbarg ihn in der Sicherheit des kühlen Gefängnisses bis er von den Feinden seines Landes, den Babyloniern, befreit werden und den Segen, Schutz und die Ermutigung derer erhalten konnte, von denen es am wenigsten erwartet wurde die grausamen heidnischen Feinde seines Volkes! War das ein Irrtum? Wäre es nicht möglich gewesen, dasselbe Resultat mit einer besseren und anständigeren Methode zu erreichen?
Vergiss die »anständigen Methoden«! Die korrekte Art und Weise ist eine Tradition der Menschen. Die unerwartete und unkorrekte, unkonventionelle und untraditionelle, unorthodoxe und unzeremonielle Methode im Gegensatz zur natürlichen Erwartung der Menschen das ist die Methode die Gott normalerweise benutzt. »Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr, sondern soviel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.« (Jesaja 55:8,9) »Denn wer hat den Geist des Herrn erkannt, oder wer will Ihn unterweisen« (1.Korinther 2:16).
Was denken wir eigentlich wer wir sind, wir könnten Gott vorschreiben, was für Angelegenheiten Er auf welche Art regeln sollte? Gott weiss was er tut und es geht uns nichts an, wie Er es tut. Wir sollten aufhören, Gott vorschreiben zu wollen, wie er mit den Situationen zu verfahren hat! »Gott, Du musst dies oder das auf diese bestimmte Art und Weise tun, damit wir akzeptiert werden und die Leute uns besser verstehen«. Vergiss die Leute, die es nicht verstehen. Deine Freunde brauchen keine Erklärung und Deine Feinde würden es sowieso nie glauben. Nun, warum extra alles erklären? »Verlass Dich auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass Dich nicht auf Deinen Verstand, sondern gedenke an Ihn in allen deinen Wegen so wird Er dich recht führen« (Sprüche 3:5,6).
Es gefällt Gott, entgegen unseren Erwartungen zu handeln. Handelt es sich hier um einen Fehler? Ist Gott im Irrtum oder hat Er womöglich versagt? Warum hatte Gott nicht die 32000 Mann von Gideon eingesetzt und die Armee von Midian zerstören lassen? Damit sie sich dann auf die Schulter klopfen und darauf stolz sein konnten, was für ein grossartiges Volk sie waren. Statt dessen liess Er eine lächerliche kleine Gruppe von 300 Leuten mitten in der Nacht Geschirr zerschlagen, Feuerwerke anzünden und derart herum posaunen, dass ihre Feinde zu Tode erschraken und sich gegenseitig umbrachten (Siehe Richter 7).
Wie unehrenhaft, eine Schlacht so zu gewinnen. Wie blamabel, den Feind so zu erobern. Stupide, idiotisch und einfach lächerlich aber Gott hatte es vollbracht! Gideon und seine Truppe konnten für den Sieg nur Gott danken, weil alles was sie taten absolut lächerlich war: Geschirr zerschlagen, mit Fackeln wedeln, sich blöderweise die Hälse heiser schreien während Er in der Zwischenzeit die Schmutzarbeit ausführte. Wie konnte man für eine derartige Schlacht überhaupt jemandem den Ehre geben als nur dem Herrn? Sicher nicht einem Dummkopf wie Gideon, der verrückt genug war, Gott zu glauben und seinen Anweisungen zu folgen. Aber es machte ihm nichts aus, ein Narr zu sein und ausgelacht zu werden, solange er sein Ziel erreichte.
Falls du anfängst zu versuchen, mit Deinem menschlichen Verstand die Pläne des Herrn zu begreifen, kannst du am besten gleich wieder aufhören, weil es sowieso nie so kommt, wie du dir vorstellst. Somit kannst Du nicht sagen »Meine eigene Hand hat mich errettet« (Richter 7:2).
Und was soll ich sonst noch sagen? Wahrscheinlich ist die Zeit zu knapp, von Barak und so einem verrückten Typen wie Simson zu erzählen. Was für ein klassisches, schlechtes Vorbild er war lange Haare, ständig hinter den Frauen her, in Prügeleien und Saufgelagen mit den Jungs verwickelt, laufend am wetten und am Witze reissen. Ein Kerl, der tausend Philister mit dem Kinnbacken eines Esels umhauen konnte und sich selbst wie ein Esel benahm manchmal zumindestens (Siehe Richter 14-16). Wie leichtsinnig, unkonventionell und verrückt von Gott, einen revolutionären Rebellen wie Simson zu benutzen, um sein Volk zu retten. Hatte Gott sich geirrt? Oder wollte Er durch solch ermutigende Beispiele nur zeigen, dass Er jeden gebrauchen kann sogar jemanden wie dich. Gottes erfolgreiche Versager, waghalsige Aussteiger und fabelhafte Nieten hatten genug Mumm, trotzt ihrer Schwächen ihrem Gott zu vertrauen. Und weil sie wussten, dass nur Er das unmögliche tun konnte, gaben sie Ihm all die Ehre dafür.
Wäre es nicht viel respektabler und angemessener gewesen, wenn Jesus der König der Könige in allen Ehren in einem Palast im Beisein von erlauchten Mitgliedern des königlichen Hofs und dem Ansehen der Gesellschaft geboren worden wäre? Statt dessen wurde Er auf dem schmutzigen Boden eines Stalls inmitten von Kühen und Eseln geboren, danach in Lumpen eingewickelt und in eine Futterkrippe gelegt. Dann kniete auch noch ein wilder Haufen von armen kleinen Hirtenjungen neben ihm auf dem Fußboden. Und die Krippe ist seither von den Menschen so verherrlicht worden, dass man vergessen hat, wozu sie ursprünglich benutzt wurde denn sie war nichts anderes als ein simpler Futterkasten für die Kühe.
Wäre es für Jesus nicht besser gewesen, einen berühmten Herrscher als Vater zu haben, anstatt eines demütigen Holzhauers? Wäre es für Jesus und Seine Nachfolger nicht einfacher gewesen und hätte es Seine Arbeit nicht etwas zügiger vorangetrieben, wenn er die Zustimmung der etablierten Gesellschaft gehabt hätte? War es nicht ein bisschen demütigend für seine simplen Eltern, unverschuldet als flüchtig gebrandmarkt zu werden und wie gewöhnliche Kriminelle wegrennen zu müssen, nur weil sie den Anführer einer rivalisierenden, revolutionären Regierung Gottes Königreich in die Welt gesetzt hatten? (Siehe Matthäus 1,2.)
Und wäre es für Jesus nicht besser gewesen, wenn Er einen etwas anständigeren und akzeptableren Lebensstil gehabt hätte, anstatt im Stall von anderen Leuten geboren zu werden, seine Mahlzeiten auf anderer Leute Äcker zusammen zu schnorren und in anderer Leute Häuser zu schlafen? Er schlief sogar in dem Haus von Maria und Martha, zwei gutaussehenden, unverheirateten Schwestern, und wurde schlussendlich in das Grab eines anderen Mannes gelegt (Siehe Lukas 10:38-42, Johannes 19:38- 42). Musste Er denn immer das religiöse Etablissement herausfordern, den Konventionen trotzen, die Traditionen zerstören, und den Status quo bedrohen? Hier geht's weiter