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Titel: "Lese-Ecke": Deine geistige Nahrung - täglich frisch serviert.

CHRISTUSBROT

Grafik: ChristusbrotDie folgende Begebenheit ist einem Mann namens Donley wirklich zugestoßen. Er war monatelang arbeitslos gewesen. Schließlich sah er sich gezwungen, mit Betteln anzufangen, was er aus tiefster Seele verabscheute. Eines kalten Winterabends stand er vor einem Privatklub und sah, wie ein Ehepaar hineinging. Donley bat den Mann um Geld für eine Mahlzeit.

»Tut mir leid, aber ich habe kein Kleingeld,« erwiderte der Mann.

Die Frau überhörte das Gespräch und fragte ihn: »Was wollte der arme Kerl?« »Genug Geld für eine Mahlzeit. Er sagte, er sei hungrig,« antwortete ihr Mann.»Oh, Larry, wir können doch nicht da hineingehen und eine Mahlzeit zu uns nehmen und einen hungrigen Mann hier draußen stehen lassen!«»Da steht doch schon einer an jeder Ecke. Der will sicher nur Geld, um sich zu betrinken.« »Aber ich habe etwas Kleingeld. Ich will ihm etwas geben.«

Donley hatte ihnen den Rücken zugedreht, hörte aber jedes Wort. Er schämte sich und wollte gerade weglaufen, als er die freundliche Stimme der Frau hörte: »Hier haben Sie einen Dollar. Kaufen Sie sich was zu essen. Und verlieren Sie den Mut nicht, auch wenn Sie viel durchmachen. Es gibt sicher eine Aufgabe für Sie, irgendwo. Ich hoffe, Sie werden sie bald finden!«

»Danke, gute Frau. Sie haben mir neuen Mut gemacht. Ich werde nie vergessen, wie freundlich Sie zu mir gewesen sind.«

»Sie essen bald Christusbrot. Geben Sie es weiter«, sagte sie mit einem freundlichen Lächeln. Wie ein elektrischer Schlag fuhr es ihm durch den Körper und er fühlte sich nicht mehr wie ein Bettler behandelt.

Donley fand ein billiges Restaurant, gab fünfzig Cents aus und beschloss, den Rest für den nächsten Tag aufzuheben. Er würde zwei Tage Christusbrot essen. Wieder überkam ihn das Gefühl des elektrischen Schlags. Christusbrot!

Halt mal! dachte er. Ich kann doch das Christusbrot nicht für mich selbst behalten! Er schien das Echo eines alten Kirchenliedes zu hören, es klang in seiner Erinnerung – ein Lied, das er als Junge in der Kirche gelernt hatte.

Da schlurfte ein alter Mann vorbei. Vielleicht ist der Alte hungrig, dachte Donley. Das Christusbrot muss mit anderen geteilt werden.
»He!« rief Donley ihm nach. »Wie wäre es mit einem warmen Essen da drinnen?« Der alte Mann drehte sich um und blinzelte Donley an. »Ist das dein Ernst, Kumpel?«

Der alte Mann konnte sein Glück kaum glauben, bis er an einem wachstuchbedeckten Tisch saß, mit einer Schüssel voll dampfendem Eintopf vor sich. Während der Mahlzeit bemerkte Donley, dass der alte Mann etwas Brot in eine Papierserviette einwickelte. »Ist das für morgen?« fragte er.

»Nein, nein. Es gibt da einen Jungen in meiner Nähe, der hat gerade Pech gehabt. Vorhin, als ich weg ging, war er am Weinen. Er hat Hunger, und ich will ihm das Brot geben.«

Christusbrot. Die Worte der Frau kamen ihm wieder in den Sinn und er hatte das komische Gefühl, dass da ein dritter Gast am wachsbetuchten Tisch saß. Leise, aus der Ferne, schien ein Glockenspiel wieder das alte Lied in seinem Herzen erklingen zu lassen.

Die beiden Männer brachten dem hungrigen Jungen das Brot, der es gierig zu verschlingen anfing. Dann hielt er plötzlich inne und rief einen ängstlichen, verloren aussehenden Hund zu sich.

»Hier, Hündchen, du kriegst die Hälfte davon«, sagte der Junge.
Christusbrot! Ach, ja... Es gilt auch für den vierbeinigen Bruder. Der heilige Franz von Assisi hätte das auch getan, dachte Donley. Der Junge benahm sich nun wie ein neuer Mensch. Er stand auf und verkaufte wieder seine Zeitungen.

»Auf Wiedersehen«, sagte Donley zu dem alten Mann. »Irgendwo gibt es sicher eine Aufgabe für Sie. Es wird sich bald zeigen. Nur Geduld! Wissen Sie«, seine Stimme senkte sich zu einem Flüstern, »was wir alle gerade gegessen haben, ist Christusbrot. Eine Frau hat es mir gesagt, als sie mir den Dollar gab, mit dem ich das Brot gekauft habe. Uns wird bald Gutes geschehen!«

Als der alte Mann ging, drehte sich Donley um und sah den Hund an seinem Bein schnüffeln. Er bückte sich, um ihn zu streicheln und entdeckte sein Halsband. Es trug den Namen des Besitzers.

So ging Donley auf einen langen Spaziergang durch die Stadt bis zum Haus des Besitzers und klingelte dort. Als der Besitzer an die Tür kam und seinen Hund sah, war er sehr erfreut.

Dann bekam er einen misstrauischen Ausdruck. Er wollte gerade sagen: »Sie haben nicht etwa den Hund gestern entführt, um heute die Belohnung zu kassieren?« Aber er sagte nichts. Eine gewisse Würde in Donleys Haltung hielt ihn zurück. Stattdessen sagte er: »Ich setzte gestern Abend in der Zeitung eine Belohnung aus: zehn Dollar. Hier, bitte schön.«

Donley schaute verdattert auf den Geldschein. »Das kann ich nicht annehmen«, sagte er leise. »Ich wollte dem Hund nur was Gutes tun.«
»Nehmen Sie das Geld. Mir ist Ihre Tat weit mehr wert! – Suchen Sie Arbeit? Kommen Sie morgen in mein Büro. Ich brauche einen Mann mit Ihrer Aufrichtigkeit.«

Als Donley die Straße entlang ging, klang ihm das alte Lied in der Seele, das er aus seiner Kindheit kannte: »Brich das Brot des Lebens mit mir...«

– Nach einer Geschichte von Zelia M.Walters

* * *

Die Herzlichkeit deines Lächelns, das Strahlen auf deinem Gesicht und der Einfluss, der von deinem Leben ausgeht, erhellen das Leben anderer und haben einen erstaunlichen Effekt auf Leute, von denen du am wenigsten erwartet hättest, dass man sie beeindrucken könnte. Wenn sie deine Liebe fühlen und du sie wissen lässt, dass es Gottes Liebe ist, können sie nicht anders, als inne zu halten und zu denken: »Vielleicht liebt mich Jemand da oben wirklich!« Es verändert ihren ganzen Ausblick und richtet ihn himmelwärts. Liebe also!

– David Brandt Berg

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