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DIE ZUKUNFT VORAUSGESAGT


Von Michael Roy u.
Scott McGregor


KAPITEL 11: »INFORMATIONSÜBERLASTUNG«

»...so werden viele darüber kommen und großen Verstand finden« (Daniel 12:4, KJV).

Wohl aus guten Grund hat der Begriff »Informationsüberlastung« in den vergangenen Jahren seine Bedeutung gefunden. Wenn die Menge an erhältlicher Information ein Indikator für das uns zugängliche Wissen ist, dann hat das selbige innerhalb dieser Generation fast jenseits unseres Vorstellungsvermögens zugenommen! Hier nur ein paar verblüffende Fakten dazu:

Die Welt produziert zwischen 1 und 2 Exabytes* an einmaliger Information (gedruckt, in Form von Filmen, als optischer oder magnetischer Inhalt gespeichert) pro Jahr, was circa 250 Megabyte pro Erdbewohner bedeutet, sei es Mann, Frau oder Kind. Ein Exabyte entspricht einer Milliarde Gigabyte, oder 10
Bytes, oder ist ungefähr gleichbedeutend dem Textinhalt einer Milliarde Bücher. (*exa = Vorsilbe stehend für 10).

In 2000 bestand das World Wide Web aus ungefähr 21 Terabyte feststehender HTML Seiten und wächst jährlich im 100 Prozent-Takt. Ein Terabyte... sind eine Million Megabyte, oder entspricht dem Textinhalt einer Million Bücher. Viele Webseiten werden in Echtzeit anhand Datenbanken generiert, so dass der gesamte Umfang des sogenannten »versteckten Netzes« beträchtlich größer ist.
53 Ende 2005 wurden demnach laut des englischsprachigen Online-Lexikons Wikipedia im Publicly Indexable Web über 11,5 Milliarden Webseiten festgestellt. 54

Jährlich werden ungefähr eine Million Bücher gedruckt (hier handelt es sich um reine Buchtitel, nicht um Auflagen), 25'276 Zeitungen veröffentlicht (d.h. verschiedene Zeitungen, wie der International Herald Tribune, nicht die Anzahl der Ausgaben), 40'000 Schülerzeitungen, 80'000 Zeitschriften und 40'000 nennenswerte Fachjournale. 55

Laut Dr. Malcolm Todd, ehemaliger Präsident der American Medical Association, ist ungefähr die Hälfte allen medizinischen Wissens jede zehn Jahre veraltet und überholt.

Die neuesten Fortschritte in der Computertechnologie kommentierend verlautbarte Professor Peter Cochrane von der Britischen Telecom Laboratories' Advanced Application Division: »Es gibt inzwischen Armbanduhren, die mehr Rechenfähigkeiten besitzen, als einige voluminöse Großrechner von 1970. Eine ordinärer PKW ist mittlerweile mit mehr ›Intelligenz‹ bestückt, als die ersten Mondlandefähren.«
56

Siebzig Prozent aller Gesamtinformationen unserer globalen Gesellschaft wurden seit der Geburtsstunde des Internets kreiert und verdoppeln sich gegenwärtig alle drei Jahre. Das bedeutet, dass wir im Jahre 2015 sechzehnmal so viele Informationen zur Verfügung haben werden wie heute.
57

Sind wir Angesichts der enormen Fortschritte in Wissenschaft und Technik eigentlich erfüllter und glücklicher, als unsere Vorfahren? Unser Wissen hat radikal zugenommen, aber ein Großteil unserer wissenschaftlichen Genialität wurde praktisch verschwendet und in die Entwicklung von Rüstung und Massenzerstörungswaffen gesteckt. Den Hitech-Spielereien und Luxus wird Vorrang gegeben, während viele unserer Mitmenschen noch hungern und in Not sind.

Das Magazin TIME hat dieses Thema aufgegriffen und 1995 in ihrer Titelgeschichte »Die Entwicklung der Verzweiflung« näher untersucht:

»
Videorekorder und Mikrowellenherde haben ihren Wert, aber im Alltagsleben unseres hochleistungsfähigen Lebens gibt es Momente, in denen uns so einiges völlig verkehrt vorkommt. ... Ganz gleich was uns auch gerade stresst, manchmal haben wir das Gefühl, dass wir für das moderne Leben einfach nicht geschaffen sind.«

In einigen Industrieländern haben sich Depressionserkrankungen etwa alle 10 Jahre verdoppelt. Selbstmord liegt hinter Autounfällen und Totschlag an dritter Stelle der Todesursachen bei jungen Erwachsenen in Nordamerika. Fünfzehn Prozent der Amerikaner leiden unter Angstzuständen.
58

Was nützt uns der Kopf voller Wissen, wenn unsere Herzen leer sind und es uns an Seelenfrieden und Lebenssinn mangelt?«


53. Lyman, Peter & Hal R. Varian, How Much Information. School of Information Management and Systems at the University of California at Berkeley.

54. Wikipedia, en.wikipedia.org, 29. Jan 2008.

55. UNESCO 1996, ISSN 2001, Ulrich's 2000, Oxbridge Directory 1997.

56. "Future Computers Will Talk to Owners—Study," Reuters, 4 Jun 1995.

57. Taken from the "Strategic Survey on the Future of Space Education in Preparation for the March 2003 Workshop on the Future of Space Education, Washington, D.C."

58. Wright, Robert. "The Evolution of Despair," Time, 28 Aug 1995.





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