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DIE ZUKUNFT VORAUSGESAGT

Von Michael Roy

Im ersten Teil dieser Serie begannen wir mit der Untersuchung von Jesu Beschreibung der Ereignisse, die kurz vor Seiner Wiederkehr zur Erde eintreffen werden – Ereignisse, die sich jetzt mehr als je zuvor im großen Rahmen abspielen. Wir setzen unsere Fallstudie fort ...

KAPITEL 3: »MAMA,
ICH BIN HUNGRIG...!«


»Es werden Hungersnöte sein ...«

Leben wir in einer Zeit, in der Hungersnöte zunehmen? Es gibt 1.2 Milliarden Menschen in den Entwicklungsländern, die mit 80 Euro Cent oder weniger pro Tag auskommen müssen. 780 Millionen davon leiden an chronischem Hunger, was so viel bedeutet, dass ihre tägliche Kalorienaufnahme nicht ausreicht, ein aktives gesundes Leben zu führen. Kinder sind die offensichtlichsten Opfer. Unterernährung spielt zumindest bei der Hälfte der 10,9 Millionen Kindertodesfällen jedes Jahr eine Rolle.

Im Juni 2002, sahen sich 32 Nationen mit Lebensmittelknappheit konfrontiert, wobei für 67 Millionen Menschen Nothilfsmaßnahmen erforderlich waren. Sowie in den vorhergehenden Jahren waren Trockenheit und kriegerische Konflikte die Hauptursache und Afrika die am meisten betroffene Region.

Weltweit verursachten Trockenheit und folgenschwere Wetterbedingungen Nahrungsmittelknappheit in 21 von 32 Ländern, die aufgrund dessen in Not gerieten. Bewaffnete Auseinandersetzungen, Bürgerkriege und die anhaltenden Auswirkungen vergangener Konflikte lösten Krisen in 15 Ländern aus, wobei einige zusätzlich von Unwettern heimgesucht wurden. Generelle wirtschaftliche Probleme unterminierten die Nahrungssicherheit in acht Ländern, häufig in Kombination mit widrigen Wetterbedingungen.

Sir John Houghton, Experte in Klimaforschung und Vorsitzender der Königlichen britischen Kommission für Umweltverschmutzung, warnt davor, dass wir noch die Auswirkungen zu sehen bekommen, die der globale Treibhauseffekt über uns bringen wird: »Wälder werden sterben, Krankheiten wie die Malaria werden sich ausbreiten und hungernde Flüchtlingsströme werden Grenzen überqueren, während das Klima immer extremer werden wird.«

Nachdem es die gesamte Geschichte der Menschheit bis zum Jahr 1830 brauchte, eine Weltbevölkerung von einer Milliarde Menschen zu erreichen, dauerte es nur 100 Jahre um der Population eine zweite Milliarde hinzuzufügen (1930), 30 Jahre für die dritte Milliarde (1960), 16 Jahre für die vierte Milliarde (1976) und nur 11 Jahre für die fünfte Milliarde (1987). Die Weltbevölkerung wuchs 2002 um 77 Millionen und erreicht damit über 6,2 Milliarden – mehr als eine Verdoppelung der Population von 1960. Man rechnet damit, dass die Weltbevölkerung im Jahre 2030 8,5 Milliarden erreichen wird. So wie die Bevölkerungszahl ansteigt, verringert sich pro Kopf das anbaufähige Land und das verfügbare Wasser.

Eine einfache Lösung

Die schreckliche Ironie an der Sache besteht darin, dass die Welt genug Lebensmittel produzieren kann, um die wachsende Bevölkerung zu ernähren. Auch wenn einige Hungersnöte durch Dürre oder Naturkatastrophen verursacht werden, entstehen die meisten Hungersnöte in der Welt von heute durch menschliche Selbstsucht und Unmenschlichkeit. Kriege, Embargos, Korruption, wirtschaftliche Unterdrückung sind alle Symptome des eigentlichen Problems. Während unschuldige Kinder vor Hunger sterben, zerstören einige reiche Nationen Millionen Tonnen von Nahrungsmitteln, um die Preise künstlich hochzuhalten.

Ein AP Artikel klärt uns auf, dass die maßgebliche Institution »Brot für die Welt« folgende Stimmungslage in ihrem fünften Jahresbericht zum Ausdruck bringt:

Nach Angaben der Organisation, die sich für größere Programme gegen die Armut einsetzt, hat »Welthunger seine Wurzeln in einem Verfall menschlicher Werte!« In ihrem Bericht werden Gewalttätigkeit, politische Machtlosigkeit, Armut, rassische Diskriminierung und Umweltbelastung als die Hauptursachen für Unterernährung identifiziert.

Die Welt produziert genug Nahrung um jeden ernähren zu können. Die weltweite Agrarwirtschaft produziert heute 17 % mehr Kalorien pro Person als vor 30 Jahren, ungeachtet eines 70 prozentigen Bevölkerungswachstums. Das reicht aus, um jeden in der Welt mit mindestens 2720 Kalorien pro Person pro Tag zu versorgen. Die empfohlene Kalorienmenge für einen Mann entspricht durchschnittlich 2500 und für Frauen 2000, gemäß der Britischen Agentur für Lebensmittelstandart. Das Hauptproblem liegt darin, dass viele Menschen in der Welt nicht genug Land zum Bebauen zur Verfügung haben oder nicht genug Einkommen, um ausreichend Lebensmittel zu erwerben.

Das Ungleichgewicht in der heutigen Welt kommt gerade dann zum Vorschein, wenn man bedenkt, dass die Geldmenge, welche von dem reichsten einem Prozent der Weltbevölkerung jährlich verdient wird, genau dem entspricht, was die ärmsten 57% zusammengenommen pro Jahr erarbeiten. 2002 konsumierten ein Fünftel der Weltbevölkerung vier fünftel des globalen Einkommens.

Wenn wir alle lernen würden, einfach der goldenen Regel zu folgen, andere so zu behandeln, wie wir selber gerne behandelt werden möchten, könnten sogar solch gravierende Probleme wie das des Welthungers eliminiert werden.





KAPITEL 3: DER GROßE
VERSCHWENDER: KRIEG!


Oft sind Hungersnöte das Ergebnis von Krieg, darum bedeuten mehr Kriege auch mehr Hunger. Der frühere U.S. Präsident Dwight D. Eisenhower betonte die mutwillige Verschwendung, die Kriege mit sich bringen, als er erklärte:

»Jedes fabrizierte Gewehr, jedes Kriegsschiff, das in See sticht, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztendlich ein Diebstahl von denen die hungern und nicht versorgt werden, die frieren und nicht gekleidet werden. Eine bewaffnete Welt vergeudet nicht nur Geld. Sie vergeudet den Schweiß ihrer Arbeiter, das geniale Potential ihrer Wissenschaftler und die Hoffnung ihrer Kinder. … unter den Gewitterwolken drohenden Krieges, ist es die Menschheit, die an einem Kreuz aus Stahl hängt. … Gib es keinen anderen Weg für diese Welt, um zu existieren?«

2002 gab es etwa 19 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene – größtenteils das Ergebnis von Krieg, politischem Chaos, Bürgerkrieg und sozialen Unruhen (z.B. Afghanistan, dem Balkan, der Volksrepublik Korea, Osttimor, Kongo, Somalia und dem Sudan). In solchen Notstandssituationen tobt die Unterernährung und steigt die Gefahr von Seuchen und Tod exponentiell.

Hier sind einigen aktuelle Fakten, die das, was Eisenhower meinte, ins rechte Licht rücken:

Der Golfkrieg 1991 kostete die Alliierten 400 Millionen Euro pro Tag oder 280 000 Euro pro Minute. Die Kosten für ein Kampfflugzeug belaufen sich auf etwa 20 Millionen Euro, für einen Tomahawk Marschflugkörper auf 1 Million und für eine Luft-Luft Rakete auf 640 000 Euro.

Übersetzt man das in nachvollziehbare Ausgaben, könnte man für die Kosten einer von Radar geleiteten Sparrow Rakete alle hungrigen Kinder einer Schule fünf Jahre lang täglich mit Mittagessen versorgen.

Diese Zahlen sind nichts verglichen mit den Milliarden, die jährlich weltweit in Waffen und Aufrüstung gesteckt werden. Das Stockholmer International Institut für Friedensforschung berichtet, dass die militärischen Gesamtausgaben 2001 weltweit 670 Milliarden Euro betrugen. Das heißt, in jeder Minute werden astronomische 1,3 Millionen Euro weltweit für Militärausgaben verwendet. Ein zehnjähriger 24 Milliarden-Euro-Plan für die Trinkwasserversorgung der Armen der Entwicklungsländer würde demnach nur 13 Tage militärischer Ausgaben kosten.

Die militärischen Gesamtausgaben für 2001 von 670 Milliarden Euro verkörpern einen bedeutenden Anteil weltwirtschaftlicher Ressourcen. Im globalen Durchschnitt stellt dieser Anteil 2,6% des weltweiten Bruttoinlandsproduktes dar und 110 Euro pro Kopf. Doch sind beides – wirtschaftliche Mittel und Militärausgaben – ungleichmäßig verteilt. Die 15 Länder mit den höchsten 50 Ausgaben machen über Dreiviertel der weltweiten militärischen Aufwendungen aus. Die 5 Länder mit den höchsten Ausgaben machen über die Hälfte aus. Die Vereinigten Staaten alleine machen 36% aus, gefolgt von Russland mit 6% und Frankreich, Japan und Großbritannien mit jeweils etwa 5%. Im Jahre 2001 kommen die 63 Länder Afrikas und Lateinamerikas zusammengenommen für nur 5% der weltweiten Militärausgaben auf.

Viele empören sich über das Geld, das kleine Entwicklungsländer für Rüstung ausgeben, während gleichzeitig eine große Anzahl der Bevölkerung dieser Länder verarmt ist; dennoch zeigt die öffentliche Meinung mehr Verständnis für die Industrieländer, die es »sich leisten können«. Aber die Entwicklungsländer geben nur einen dürftigen Teil dessen aus, was die Großen sich gönnen.


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