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Warum erlaubt Gott das Leiden in dieser Welt?

FRAGE: EINIGE LEUTE SAGEN »GOTT IST LIEBE« ODER »GOTT LIEBT DICH«, UND AUCH DIE BIBEL SPRICHT DARÜBER. ABER WENN DAS WIRKLICH STIMMT, WARUM ERLAUBT GOTT ALL DAS LEIDEN IN DIESER WELT? ER IST DOCH ALLMÄCHTIG, ODER? WARUM BEREITET ER ALL DEN KRANKHEITEN, KRIEGEN, NATURKATASTROPHEN UND DER ARMUT NICHT EINFACH EIN ENDE?


Antwort: Fast jeder von uns hat sich irgendwann mal diese Fragen gestellt. Die Antworten darauf basieren auf zwei Grundprinzipien: Erstens ist das meiste Leid in dieser Welt nicht auf natürliche Ursachen zurückzuführen. In anderen Worten: Es ist nicht Gottes Plan und Absicht. Nicht Er ist dafür verantwortlich, sondern wir Menschen. Zweitens hat Er uns die Macht der freien Entscheidung gegeben, was eine große Rolle in Seinem Plan für uns spielt. Er hat uns nicht als Roboter erschaffen, sondern mit der Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und der Notwendigkeit, dies auch zu nutzen. Er hat uns in diese Welt gesetzt, um zwischen richtig und falsch, und gut und böse zu wählen.

Wenn man es sich also genau überlegt, dann ist das meiste Leiden ein Resultat der Entscheidungen der Menschen. Manchmal fügen Menschen anderen absichtlich Leiden hinzu, manchmal ist es eine Nebenerscheinung selbstsüchtiger Entscheidungen oder von Gleichgültigkeit – sie vermeiden es, Entscheidungen zu treffen, welche das Leid für andere zurückhalten oder lindern könnte. In beiden Fällen tragen die Menschen die Schuld. Gott stimmt jenen Entscheidungen nicht zu, die uns selbst oder anderen Leid zufügen. Aber wenn Er sich jedesmal einmischen würde, wenn wir eine schlechte Entscheidung treffen, dann müsste Er uns diese Freiheit Entscheidungen zu treffen, wieder nehmen.

Warum treffen Menschen Entscheidungen, welche anderen weh tun? – Weil sie sich selbst an erste Stelle setzen und lieber ihren eigenen Weg gehen, als Gottes liebevolle Wege einzuschlagen. Gott hat jedem von uns ein Gewissen gegeben, einen angeborenen Sinn für Richtig und Falsch. In der Bibel bietet Er uns auch die Antworten auf das Leiden und viele andere Missstände an, die wir uns letztendlich selbst antun. Die Antwort ist so simpel, dass sie in einem einzigen Wort zusammengefasst werden kann, nämlich Liebe. »Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses« (Römer 13:10, Lut.). Gott versucht uns dahin zu leiten, dass wir liebevoll und richtig handeln, aber Er will uns nicht dazu zwingen.

Wir werden die gestellte Frage nun etwas eingehender betrachten. Beginnen wir mit dem Thema Krieg: Sie sind die endgültige Manifestation der Selbstsucht, Gier, des Stolzes und Konkurrenzdenkens des Menschen. In der Bibel wird die Ursache des Krieges so beschrieben: »Woher kommen die Kämpfe [Kriege], und woher kommen die Streitigkeiten unter euch? Doch wohl daher, dass eure Lüste einen Kampf in euren Gliedern führen?« (Jakobus 4:1 - Mg.) Gott hasst Kriege, um aber Kriege zu stoppen, müsste Er unserer Entscheidungsfreiheit Einhalt gebieten.

Und wie steht es mit Hunger und Armut? Es war nicht Gott, der die ungleiche Verteilung der Weltressourcen und die unterschiedlichen Lebensstandards schuf. Er hat uns mehr als genug Nahrung und natürliche Rohstoffe zur Verfügung gestellt, so dass niemand hungern oder einen Mangel an Lebensnotwendigkeiten haben sollte. Die Welt kann genug Nahrungsmittel produzieren, um ihre schnell wachsende Bevölkerung zu ernähren. Während einige Hungersnöte durch Dürren oder andere Naturkatastrophen verursacht werden, könnten die meisten Hungertode heutzutage vermieden werden, wenn es nicht so viel Selbstsucht und Unmenschlichkeit gäbe. Grausame Kriege, sinnlose Embargos, endlose Korruption bis in die Regierungsspitzen und wirtschaftliche Unterdrückung sind hier die Schuldigen. Während unschuldige Kinder den Hungertod sterben, zerstören einige reiche Nationen Millionen Tonnen von Nahrungsmitteln, um die Preise künstlich hochzuhalten.

Dann ist da noch der Aspekt der Gesundheit: Wenn Gott so gerecht ist, warum lässt er dann Krankheiten zu? Viele Krankheiten und das resultierende Leiden sind ebenso das Produkt des Menschen. Wir vernachlässigen Gottes natürliche Gesundheitsregeln und konsumieren behandelte Lebensmittel mit niedrigem Nährwert, womöglich noch genetisch verändert oder mit chemischen Konservierungsmittel durchsetzt, bis wir letztendlich krank werden. Wir schaden unserem Körper auch freiwillig, indem wir rauchen, übermäßig trinken, Medikamente einnehmen und Drogen konsumieren. Dieser Missbrauch führt häufig zu Krebs, Herzinfarkt oder anderen physischen und psychischen Krankheiten. Der Stress und die Hetze unseres unnatürlichen, modernen Lebensstils verursacht viele psychosomatische Krankheiten wie Migräne, Magengeschwüre oder Herzbeschwerden.

Die größte Frage von allen bleibt wohl, warum Gott zulässt, dass so viele unschuldige Menschen in Naturkatastrophen wie Überflutungen, Erdbeben, Orkanen usw. sterben – Desaster, worauf der Mensch wenig oder keinen Einfluss hat. Wie man solche Ereignisse interpretiert, hängt davon ab, ob man an einen liebevollen, gerechten Gott und ein Leben nach dem Tode glaubt oder nicht. Wenn es kein Leben danach gäbe, dann würden Naturkatastrophen die Idee der Gerechtigkeit wahrlich zum Hohn machen. Für alle, die aber an ein besseres Leben danach und an Gott glauben und uneingeschränktes Vertrauen in Seine Liebe, Gnade, Gerechtigkeit und Rechtsprechung haben, gibt es eine Antwort: In Seiner großen Gnade hält Gott es manchmal für angemessener, die Leiden der Menschen endgültig zu beenden, indem Er sie von diesem Leben erlöst und zu einem viel besseren mitnimmt; ein neues Leben, das auf jene wartet, die Ihn lieben – wo alles Schlechte und Falsche wieder gut gemacht wird und die Menschen nach ihren Werken belohnt werden, ob sie nun gut oder schlecht waren.

Es ist auch beruhigend zu wissen, dass diese Welt nicht für immer so bleiben wird, wie sie gegenwärtig ist. Der Tag naht, an dem Jesus Christus wieder zurückkommt, um dem sinnlosen Leiden ein Ende zu bereiten, das sich die Menschen gegenseitig zufügen. Dann, und nur dann, unter der allmächtigen Herrschaft von Jesus Christus und den Seinen, wird es Frieden und Überfluss für alle geben: Ein Leben ohne Leiden, Dürren, Hungertod, Armut und Kriege.

Wenn Selbstsucht und ein Mangel an Liebe einen Großteil des Leidens in dieser Welt verursachen, dann ist selbstlose Liebe wahrlich die Antwort.


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