40. »Und das vierte Königreich wir hart sein wie Eisen; denn gleichwie Eisen alles zerschlägt und zermalmt, all diese zerbrechen und zermalmen.«
Da wir von der Geschichte auch hier die Erfüllung kennen, wissen wir, dass dieses vierte Reich Rom war. Rom war auch das harte, eiserne Reich, das mit einer eisenharten Militärherrschaft die ganze damals (zur Zeit Christi) bekannte Welt beherrschte. Rom unterwarf und »zermalmte all diese«, so dass es fast 100 Jahre lang keine bedeutenden Kriege gab, denn niemand war dazu fähig, gegen die Herrschaft Roms eine Streitmacht aufzustellen.
Rom wird hier durch zwei eiserne Beine dargestellt war Rom je geteilt? Ja! Zur Zeit seines Niedergangs wurde es in ein östliches und ein westliches Reich geteilt. Die Hauptstadt des westlichen Reichs war Rom und die des Östlichen, das auch Byzantinisches Reich genannt wurde, Konstantinopel.
Italien, das Herz des ehemaligen Römischen Reiches, hat sogar die geographischen Umrisse eines Beins.
Rom war das stärkste all dieser Königreiche. Deshalb wird es hier durch Eisen dargestellt. Und warum war Rom nicht nur stark wie Eisen, sondern wird auch noch als ein Paar Beine dargestellt? Weil die Römer bekannt waren für ihre Gewaltmärsche! Sie waren die ersten Weltherrscher, die viele Straßen bauten. Sie legten überall Kopfsteinpflaster-Straßen an, damit die römischen Legionen möglichst leicht und schnell in jedes Land marschieren konnten, in welchem es Aufstände oder irgendwelche Unruhen gab.
Welches ist der längste Teil des Standbildes? Die Beine! Von all diesen Weltreichen Babylon, Medo-Persien, Griechenland und Rom bestand welches am längsten? Rom, nämlich beinahe 1000 Jahre!
41. »Und wie du gesehen hast die Füße und Zehen teils von Ton und teils von Eisen, wird es ein geteiltes Königreich sein; aber es wird etwas von der Festigkeit des Eisens in sich haben, wie du denn Eisen mit Tonerde vermengt gesehen hast.«
Das Eisen, woraus die Beine waren und welches in den Füßen und Zehen des Bildnisses weiter vorhanden war, ist eine Fortführung des Römischen Reichs. Nach seinem Untergang wurde es in die verschiedenen Länder von »Eisen« und »Ton« der Füße und Zehen zerteilt. Das symbolisiert die zwei typischen Regierungsformen, welche die Welt seit dem Fall Roms kennt: Diktaturen und Demokratien.
Ton symbolisiert in Gottes Wort immer das Volk. Wie es in Jesaia 64:8 heißt: »Wir sind der Ton.« Regierung durch das Volk, oder Demokratie, ist also eine »Ton«-Regierung. Das ist die schwächere Form einer Regierung, weil sie nicht »die Festigkeit des Eisens« hat, welches die totalitäre Militärdiktatur des starken Mannes und seiner Herrschaft »des Eisens« darstellt, die meist einen »Mann mit eiserner Faust« als Diktator hat genau wie die römische, »eherne« Diktatur und einige der früheren kommunistischen Ostblockstaaten Europas.
»Es wird ein geteiltes Königreich sein.« Seit dem Niedergang Roms hat es zwischen den Nationen einen Zwiespalt gegeben, und keine Macht konnte je die Welt beherrschen, obwohl einige wie Napoleon und Hitler es versuchten. Manchmal existierten zwei gleich mächtige »Weltreiche« nebeneinander, wie etwa das Britische, Französiche oder Spanische Reich, aber seit Rom dominierte keine Nation mehr die ganze Welt.
41. »Dass aber die Zehen an seinen Füßen teils von Eisen und teils von Ton waren, das bedeutet: das Reich wird zum Teil stark und zum Teil zerbrechlich sein.« »Das Reich wird zum Teil stark« - aus Eisen »und zum Teil zerbrechlich sein« aus Ton.
In Gottes Augen sind demokratische Regierungen schwach und zerbrechlich.
Viele Bibelkenner haben gesagt, dass »das Reich«, das Weltreich des Antichristen, praktisch eine Wiederbelebung des Römischen Reiches sein wird.
43. »Dass du aber Eisen mit Tonerde vermengt gesehen hast, bedeutet das: sie werden sich zwar nach Menschengeblüt miteinander vermischen, aber sie werden doch nicht aneinander festhalten, so wie sich Eisen mit Ton nicht mengen lässt.«
Wie wir gelesen haben, kommt ein Fuß aus dem Weströmischen und der andere aus dem Öströmischen Reich hervor. Fast genauso ist die Welt nach dem 2.Weltkrieg aufgeteilt worden: der Osten wurde fast ausschließlich zu kommunistischen Diktaturen (Eisen) und der Westen zu kapitalistischen Demokratien (Tonerde).
»Aber sie werden nicht aneinander festhalten.« Dies wird als die Aufteilung der Welt in Ost und West gedeutet. Wie gut kommen Diktaturen und Demokratien miteinander zurecht? Meist gar nicht oder nicht besonders gut.
Das Weltreich des Antichristen, des Teufels-besessenen Diktators, der bald an die Macht kommen wird (welchen wir im Detail in einem anderen Artikel behandeln werden), wird, wenn auch nur für kurze Zeit, diese ehernen und tönernen Nationen vereinen, die Diktaturen und sogenannten Demokratien, und die Welt in einer Art von Vereinten Nationen regieren. »Zehn Könige« werden unter dem Antichristen vereint sein, und obwohl das Reich eine Mischung aus Eisen und Tonerde sein wird, wird er fast Eisen daraus machen, denn er wird mit eiserner Hand regieren.
44. »Aber in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das ewiglich nicht zerstört und dessen Herrschaft keinem anderen Volke überlassen werden wird. Es wird all diese Königreiche zermalmen und zerstören, es selbst aber wird ewiglich bleiben.«
Der Stein, der »das Bild zerschlug« ist Jesus, und der »große Berg«, der »die ganze Erde erfüllte« (Vers 35) ist nichts anderes als das tausendjährige Reich Gottes, das Königreich Christi auf Erden! (Siehe Micha 4:1-3.) Im Millenium, nach der Schlacht von Harmagedon, wird Christus Sein Königreich auf Erden errichten. (Siehe Offb.19:11-21.) Dieser Stein zerschlägt das Bildnis mit Gewalt, zerstört es völlig und lässt nichts davon übrig! (Siehe Vers 35 & Jes.17:13.)
Man beachte, dass Seine Rückkehr nicht zur Zeit der Beine (Rom) geschieht, sondern der Füße, genauer gesagt zur Zeit der Zehen, »in den Tagen dieser Könige«, ganz am Ende der Herrschaft des Menschen.
»Diese Könige« haben noch eine weitere Bedeutung; die 10 Zehen in Daniel 2 symbolisieren dasselbe wie die 10 Hörner in Daniel 7 und Offenbarung 17: »Die zehn Hörner bedeuten...zehn Könige (oder Königreiche), die an die Macht kommen werden.« (Dan.7:24) Dies sind 10 Könige oder Königreiche der Endzeit, Weltmächte, die »ihre Macht und Gewalt dem Tier (dem Antichristen) geben.« (Off.17:12,13) Wir wissen, dass es 10 führende Nationen geben wird, weil das Bild zehn Zehen hatte (Verse 41-43).
In der »Zeit des Endes« (Dan. 8:17), wenn diese Könige an der Macht sind und der Antichrist sie endlich vereinigt hat, wird Jesus zurückkommen und alle Reiche des Menschen zerstören. Er wird sie »zermalmen« und sie einfach hinwegfegen, so dass von der Herrschaft des Menschen überhaupt nichts mehr übrigbleibt. (Offb.17:14) Das Königreich Christi wird dann die »die ganze Erde erfüllen« anstelle all dieser gottlosen Demokratien und Diktaturen der Herrschaft des Menschen.
45. »Wie du denn gesehen hast, dass ein Stein ohne Zutun von Menschenhand vom Berg herabgerissen wurde, der Eisen, Bronze, Ton, Silber und Gold zermalmte, als hat der große Gott dem König kundgetan, was künftig geschehen wird. Der Traum ist wahrhaftig und seine Deutung zuverlässig.«
Dieses Bildnis repräsentiert die großen Weltreiche des Menschen. Der Stein wurde aus einem Berg gerissen, der mit dem Bildnis gar nichts zu tun hatte. Gott war der Berg, von dem Jesus, »herabgerissen« (getrennt) wurde. Der Stein ist natürlich Jesus, »der Eckstein«. (1.Kor.10:4; 1.Pet. 2:6)
»Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden«, nämlich von Seinem neuen Königreich, dem Reich Gottes. (Ps.118: 22; Eph. 2:20)
»Seine Deutung ist zuverlässig.« Wir wissen demnach mit Sicherheit, was geschehen wird!
47. Der König antwortete Daniel und sprach: »Es ist kein Zweifel, euer Gott ist der Gott der Götter und der Herr der Könige und ein Offenbarer der Geheimnisse, da du dieses Geheimnis offenbaren konntest.«
48. Und der König erhöhte (ehrte) Daniel und gab ihm viele große Geschenke und machte ihn zum Statthalter über die ganze Provinz Babel und zum obersten Vorsteher über alle Weisen Babels.«
Daniel legte den Traum des Königs aus und gab ihm weisen Rat, deshalb beförderte ihn der König zum Nächstmächtigsten nach ihm selbst im ganzen Königreich! So wurde der kaum 20 Jahre junge Daniel zu einem sehr wichtigen, reichen und einflussreichen Mann!