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Quelle: Deutsche Welthungerhilfe
www.welthungerhilfe.de

Riesige Subventionen für die Bauern der Industrieländer - für die Entwicklungshilfe bleibt dagegen immer weniger Geld

Die Industrieländer unterstützen ihre Landwirtschaft jährlich mit rund 350 Milliarden Dollar. Den Löwenanteil dieser Agrarsubventionen erhalten die Bauern in der Europäischen Gemeinschaft – oft zum Schaden der Entwicklungsländer. Subventionierte Agrarprodukte können auf dem Weltmarkt billig angeboten werden. Andere Produzenten, die keine staatliche Unterstützung erhalten, können da oft nicht mithalten.

Kleinbauern in den Entwicklungsländern haben mit ihren Produkten keine Chance, gegen Billigangebote aus der EU, den USA oder Australien zu konkurrieren. So mussten in Mexiko schon zahlreiche Maisbauern aufgeben, weil sie mit subventionierten US-Farmen nicht mithalten konnten. Europäisches Rindfleisch – zu Dumpingpreisen auf den Weltmarkt geworfen – ruiniert Fleischbetriebe in Afrika und Lateinamerika.

Gleichzeitig schützen die Industrieländer ihre einheimischen Bauern durch Zölle und andere Handelsbeschränkungen vor möglicher Konkurrenz aus dem Ausland. Die EU gibt zum Beispiel rund 2,7 Milliarden ¤ pro Jahr aus, um die europäische Zuckerproduktion profitabel zu machen. Gleichzeitig wird billiger Zucker aus tropischen Ländern praktisch völlig vom EU-Markt ferngehalten.

Durchschnittlich erheben die Industrieländer auf importierte Agrarprodukte neun mal höhere Zölle als auf Industriewaren. Außerdem schützen sie ihre Märkte durch sogenannte „nichttarifäre“ Handelshemmnisse. So werden technische und hygienische Standards oft so kompliziert gestaltet, dass Importe aus Entwicklungsländern drastisch erschwert werden. Afrikanische Exporteure von Getreide, getrockneten Früchten und Nüssen müssen jährlich über eine Milliarde Dollar zusätzlich aufbringen, damit die Behandlung ihrer Produkte gegen möglichen Pilzbefall den EU-Richtlinien entspricht. Selbst der Internationale Währungsfonds bezweifelt, dass in diesem Fall Kosten und Nutzen in einem vernünftigen Verhältnis stehen.

Solange die Industrieländer den Weltagrarmarkt mit subventionierten Billigangeboten überschwemmen, werden die Entwicklungsländer am Aufbau einer leistungsfähigen Landwirtschaft gehindert. Die Anstrengungen im Rahmen der Entwicklungshilfe werden auf diese Weise konterkariert.

Bei den Verhandlungen der Welthandelsorganisation zur Liberalisierung des Welthandels weigert sich die EU seit Jahren, ihre Subventionspraxis aufzugeben. Als „Durchbruch“ wurde deshalb schon gewertet, dass die EU bei den Verhandlungen im November 2001 in Doha in Aussicht gestellt hat, die Agrarsubventionen zu reduzieren, um sie eines Tages auslaufen zu lassen. Entgegen allen Forderungen hat die EU aber auch in Doha keiner schrittweisen Reduzierung zugestimmt, keinen Zeitpunkt für den Beginn des Subventionsabbaus genannt und erst recht keinen Zeitplan für das Auslaufen aller Exporthilfen aufgestellt.