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ENDZEIT NEWS



Jahrhundertflut und Unwetter in Deutschland,
Frühling/Sommer 2002

Quelle: "German News" - Website der Universität Ulm
www.mathematik.uni-ulm.de/germnews


Mo, 29.04.2002

Schwere Schäden durch Sturmböen in Nordrhein-Westfalen

Orkanböen haben in Nordrhein-Westfalen mindestens 2 Menschen verletzt und erhebliche Schäden angerichtet. Bäume wurden ausgerissen, Dächer und Autos beschädigt. Steine, Dachziegel und Äste prasselten auf die Strassen. In Mönchengladbach verursachten ein umherfliegendes Kassenhäuschen und ein Mülleimer Verkehrsunfälle. Ein Autofahrer erlitt leichte Verletzungen, als ein Baum auf sein Auto fiel. In Oberhausen verletzte eine vom Sturm losgerissene Reklametafel einen 14jährigen Schüler am Kopf. Die nordrhein-westfälischen Feuerwehren mussten zu dutzenden Einsätzen ausrücken.


So, 19.05.2002

Schwere Unwetter in Bayern


München/Fürstenfeldbruck. Nach den schweren Unwettern des gestrigen Abends und in der vergangenen Nacht sind noch immer Feuerwehrleute und Helfer mit der Beseitigung der Spuren beschäftigt. Alle verfügbaren Kräfte sind im Einsatz, um vollgelaufene Keller leerzupumpen und Strassen wieder befahrbar zu machen. Die heftigen Gewitter mit Blitzschlag und Hagel hatten zum Teil verheerende Schäden angerichtet. Am schlimmsten betroffen war der Landkreis Fürstenfeldbruck. Dort wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Vielerorts blockierten umgestürzte Bäume die Fahrbahnen. Bei Geltendorf wurde eine Bahnlinie von einer Schlammlawine verschüttet. In Oberjettenberg im Berchtesgadener Land wurden bei einem durch Blitzschlag ausgelösten Brand vier Menschen zum Teil schwer verletzt. Rund 50.000 Haushalte waren vorübergehend von der Stromversorgung abgeschnitten. Der verursachte Sachschaden lässt sich noch nicht beziffern, geht aber mit Sicherheit in die Millionen.


Do, 06.06.2002

Unwetter in Süddeutschland

Freiburg. Nach einem Unwetter mit sintflutartigem Regen spricht die Polizei von teilweise katastrophalen Zuständen in Baden-Württemberg. Betroffen sind vor allem die Regionen Breisgau, Oberrhein und Schwarzwald sowie angrenzende Landkreise. Viele Strassen sind überflutet. Es gab einige Erdrutsche, und in vielen Häusern sind die Keller voll gelaufen. Ähnlich sieht es in Teilen Oberfrankens aus. Der Deutsche Wetterdienst warnt für die kommende Nacht im Südwesten vor weiteren Unwettern mit Gewitter, Hagel und Sturmböen.

Bayreuth - Heftige Gewitter haben am Abend in einigen Teilen Bayerns erneut Keller unter Wasser gesetzt, Strassen überflutet und den Bahnverkehr behindert. Besonders betroffen waren Bayreuth, der Raum Kronach, der Landkreis Aichach-Friedberg und das Oberallgäu.


So, 09.06.2002

Millionenschäden nach Unwetter


München. Durch die Unwetter in Deutschland und Österreich ist ersten Schätzungen zufolge ein Schaden im dreistelligen Millionenbereich entstanden. Allein in Österreich verursachten Hochwasser und Schlammlawinen offenbar rund 100 Millionen Euro Sachschaden. Wie hoch der Schaden in Bayern ist, wurde noch nicht bekannt. In den schwäbischen Hochwassergebieten haben Anwohner und Helfer heute die Aufräumarbeiten fortgesetzt. Im Unterallgäu suchen Rettungskräfte weiter nach einer vermissten Frau. Die 27jährige war am Freitag bei Eppishausen von einer Schlammlawine mitgerissen worden. Die Polizei geht nicht davon aus, dass die Frau noch lebt.


Di, 18.06.2002

Hitzerekorde in Deutschland

Frankfurt am Main/München. In Bayern haben heute Höchstwerte von 35 Grad den Hitzerekord für den 18.Juni gebrochen. Der bisherige Höchstwert lag bei 29,1 Grad. Mit der Hitzewelle stiegen auch die Ozonwerte merklich an, in Bayern blieben sie allerdings unter der kritischen Marke von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. In Koblenz wurde heute der Spitzenwert von 39,4 Grad gemessen - das ist ein neuer deutscher Hitzerekord für den Monat Juni. Vielerorts erhielten Schüler hitzefrei. Die Hitzewelle, die sich noch zwei Tage fortsetzen soll, liess heute in ganz Europa die Temperaturen hochschnellen. Rekordwerte wurden unter anderem in Italien, Frankreich und Spanien erreicht.


Do, 11.07.2002

Gewitterstürme fordern sieben Menschenleben

Nach den schweren Unwettern in Berlin und Brandenburg hat sich die Lage weitgehend normalisiert. In der Hauptstadt war wegen Sturmschäden noch eine S-Bahnstrecke gesperrt. Allein bis Mitternacht war die Feuerwehr zu 2000 Einsätzen ausgerückt. In Berlin starben zwei Kinder in einem Zeltlager, mehr als zehn wurden verletzt. In Berlin-Brandenburg wurden fünf Menschen von Bäumen erschlagen. Insgesamt wurden 47 Menschen verletzt. Schwere Unwetter mit Sturmschäden und Blitzeinschlägen gab es auch in anderen Bundesländern. Umgestürzte Bäume blockierten Strassen und Schienenstränge.


So, 11.08.2002

Unwetter über Deutschland

Stuttgart. In Deutschland haben starke Regenfälle Strassen unter Wasser gesetzt und den Verkehr behindert. In Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen musste die Feuerwehr zahlreiche Keller auspumpen. Der Wasserstand des Neckars stieg bedrohlich an. Die Unwetter betreffen weite Teile Europas. In Italien sind zahlreiche Strassen überflutet worden. Auf Mallorca standen nach Wolkenbrüchen und Gewittern Strassen, Tiefgaragen und Wohnungen unter Wasser. An der südrussischen Schwarzmeerküste wurden nach dem Unwetter mindestens 52 Leichen geborgen.


Mo, 12.08.2002

Trittin führt starke Regenfälle auf Klimawandel zurück


Bundesumweltminister Trittin führt die schweren Regenfälle der vergangenen Tage auf den Klimawandel zurück. Wir seien heute mit den Wetterproblemen konfrontiert, die auf das Handeln der Elterngeneration zurückgingen, sagte der Politiker der Bündnis-Grünen in Berlin. Das Handeln heute bestimme möglicherweise das Wetter in 25 Jahren. Trittin verlangte erneut die Umsetzung des Kyoto-Protokolls zur Verminderung des Ausstosses von Treibhausgasen. Der Direktor des Instituts der Meteorologie der Freien Universität Berlin, Mahlberg, sieht dagegen kein Anzeichen für eine Klimaveränderung. Die ungewöhnlich starken Regenfälle seien aus wissenschaftlicher Sicht eine Ausnahmeerscheinung. Historische Aufzeichnungen belegten, dass lang anhaltende Niederschläge im Sommer alle paar Jahrzehnte aufträten.


Neue Überschwemmungen, 2 Tote in Österreich

In Deutschland haben Unwetter zu neuen Überschwemmungen geführt. Betroffen sind vor allem Bayern, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Die Pegel der meisten Flüsse in den baden-württembergischen Hochwasserregionen gehen deutlich zurück. In Ulm und dem bayerischen Neu-Ulm wurden jedoch wegen des Hochwassers von Donau und Iller Warnmeldungen herausgegeben. Der Höchststand wird für heute abend erwartet. Bei dem Hochwasser in Österreich sind 2 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Behörden wurde im Bundesland Salzburg ein Feuerwehrmann von den Fluten mitgerissen. Ausserdem ertrank ein Mann in einem vollgelaufenen Keller. In der Region herrscht Katastrophenalarm. Auch aus Oberösterreich werden neue Überschwemmungen gemeldet. Die Donau wurde inzwischen für den Schiffsverkehr gesperrt.


Di, 13.08.2002

Hochwasser

In den Hochwassergebieten Sachsens werden die Menschen in Sicherheit gebracht. In Dresden, Pirna, Zwickau, Wurzen und Eilenburg wurden die Einwohner aufgefordert, die Innenstädte zu verlassen. In Dresden steht das Wasser in der Zwischenzeit in der Semper-Oper, im Zwinger, im Landtag und im Hauptbahnhof. Teilweise ist der Strom ausgefallen. Auch die Notstromversorgung funktioniert nicht mehr. In Bayern wurde die Altstadt von Passau überflutet. Die Donau erreichte am Mittag einen Pegelstand von 10,75 Meter. Das ist der zweithöchste in Passau gemessene Wasserstand. Rheinland-Pfalz hat Bayern und Sachsen inzwischen seine Hilfe bei der Hochwasserbekämpfung angeboten. Die bayerische Landesregierung kündigte Nothilfen für unwettergeschädigte Bauern an. Inzwischen hat es in Bayern aufgehört zu regnen.


Mi, 14.08.2002

Hochwasser


Dessau. Der Schwerpunkt der Hochwasserwelle hat Sachsen-Anhalt erreicht. Auch in Sachsen steigen die Wasserstände teilweise noch. Dagegen entspannt sich die Situation in Bayern. In Sachsen-Anhalt hat das Hochwasser der Mulde erste Verwüstungen angerichtet. Im Landkreis Bitterfeld wurden zwei Ortschaften überschwemmt. In Dessau rechnet man für den Abend mit dem Eintreffen der Flutwelle. In der Region herrscht Katastrophenalarm. Im Kreis Bitterfeld bemühen sich Einsatzkräfte und freiwillige Helfer, die Dämme zu verstärken. Vor allem wird versucht, den Chemiepark Bitterfeld vor Überflutungen zu schützen. Andernfalls droht eine Umweltkatastrophe. In Dresden steigt der Wasserstand der Elbe nach wie vor an. Nach Angaben der Behörden müssen die berühmten Sehenswürdigkeiten der sächsischen Landeshauptstadt nach Abfliessen des Wassers noch wochenlang geschlossen bleiben. Bundeskanzler Schröder zeigte sich nach einem Besuch in der Hochwasserregion erschüttert über das Ausmass. Die Überwindung der Katastrophe sei eine nationale Aufgabe, sagte Schröder.


Do, 15.08.2002

Hochwasser


Dresden. In Ostdeutschland sind schätzungsweise mehr als 100.000 Menschen auf der Flucht vor dem Hochwasser. Aus Tschechien bewegt sich die zweite große Flutwelle heran. In Sachsen haben die Behörden damit begonnen, 30.000 Einwohner von Pirna und Heidenau in Sicherheit zu bringen. In Bitterfeld in Sachsen-Anhalt droht nach einem Dammbruch die vollständige Evakuierung. Durch den Bau eines mehrere hundert Meter langen Deiches aus Sandsäcken will man jetzt noch einmal Zeit gewinnen. In Magdeburg wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Bis Samstag sollen dort 20.000 Menschen evakuiert werden. Auch für Brandenburg wird das Elbe-Hochwasser immer bedrohlicher. Die Stadt Mühberg mit ihren fünftausend Einwohnern wurde fast komplett geräumt. Etwa 300 Menschen weigerten sich allerdings ihre Häuser zu verlassen. Auch Niedersachsen und Hamburg bereiten sich auf die Flutwelle vor. In Norddeutschland wird das Hochwasser der Elbe Mitte kommender Woche erwartet.


Sa, 17.08.2002

Damm bei Bitterfeld gebrochen

Bitterfeld. Die Lage in der vom Hochwasser betroffenen Stadt in Sachsen-Anhalt hat sich weiter verschlimmert. Nach einem Dammbruch droht jetzt die Überflutung der gesamten Innenstadt. Katastrophen-Helfer versuchen, den vier Meter hohen Damm wieder zu reparieren. Die Polizei rief die letzten Einwohner auf, ihre Wohnungen sofort zu verlassen. Im brandenburgischen Mühlberg ist der Pegel der Elbe seit einigen Stunden bei 9 Meter 96 stehen geblieben. Die Feuerwehr und Helfer der Bundeswehr versuchen den Damm zu verstärken, um eine Überflutung der Stadt doch noch zu verhindern. In Dresden beginnt sich die Lage zu entspannen. Dort geht der Wasserstand der Elbe seit dem Morgen wieder zurück. Am Nachmittag hat die Polizei eine herrenlose Elbfähre gesprengt. Sie trieb auf die historische Brücke "Blaues Wunder" zu. Inzwischen wandert die Flutwelle flussabwärts. In Meissen, Riesa und Torgau bereitet man sich auf Überschwemmungen vor. Zehntausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht.


So, 18.08.2002

Hochwasser fordert elftes Todesopfer in Sachsen

Dresden. Bei dem Hochwasser in Sachsen ist ein weiterer Mensch ums Leben gekommen. Im Fluss Mulde im Chemnitzer Land wurde die Leiche eines Mannes gefunden. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer in Sachsen auf elf. Im sächsischen Torgau ist ein Damm an der Elbe gebrochen. Durch das 30 Meter breite Loch strömen Wassermassen in das Gebiet nördlich von Torgau. Dort werden jetzt weitere Menschen in Sicherheit gebracht. In der Region mussten schon 20.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Auch bei Wittenberg hat ein Hochwasserdamm nachgegeben. Wasser aus der Elbe bedroht dort weitere 35 Dörfer. Nach einem Dammbruch bei Dessau rechnen die Behörden damit, dass die Mulde einen weiteren Stadtteil überflutet. Dort ist auch die Autobahn 9 vom Hochwasser bedroht.


Mo, 19.08.2002

Magdeburg bereitet sich auf Hochwasser vor


Im Norden des Hochwassergebiets steigt der Elbpegel stattdessen schneller als erwartet. Der Scheitelpunkt der Flutwelle wird Magdeburg voraussichtlich schon am Abend erreichen. Östlich der Elbe werden möglicherweise noch in der Nacht mehrere Stadtteile geräumt werden. Bis zu 20.000 Menschen müssten dann ihre Häuser verlassen. Der Krisenstab will am Abend noch einmal die Deiche besichtigen und dann eine endgültige Entscheidung fällen. Oberbürgermeister Trümper sagte, die Situation an allen Schutzdämmen in der Stadt sei kritisch.


Flutwelle bewegt sich nach Norden

Die Flutwelle hat nun die nördlichen Bundesländer Brandenburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern erreicht. Schon Übermorgen wird dort eine zweite Welle erwartet. Die Deiche wurden mit mehr als einer Million Sandsäcke verstärkt. Der Eisenbahnknotenpunkt Magdeburg und damit weite Teile des Bahnverkehrs in Ostdeutschland wurden heute vom Wasser lahmgelegt. In den zuvor betroffenen Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt haben die Wassermassen ganze Landstriche in riesige Seen verwandelt. Allein in den Elbnahen Gebieten des Landkreises Wittenberg gab es 7 Dammbrüche.


Leichte Entspannung der Lage in Sachsen

In Sachsen entspannt sich die Lage etwas, in Dresden geht der Wasserspiegel der Elbe weiter zurück. Im verwüsteten Hauptbahnhof fuhren die ersten S-Bahnen wieder. Auch in Torgau und Grimma sinken die Pegelstände. Nach Darstellung des Katastrophenschutzes kommen die Aufräumarbeiten gut voran. Der Landkreis Meissen hat heute den Katastrophenalarm aufgehoben.


Hochwasserschäden in Passau auf 11 Millionen Euro geschätzt

In der bayerischen Stadt Passau sind durch das Hochwasser der vergangenen Woche knapp 11 Millionen Euro Schaden entstanden. Das erklärte die Stadtverwaltung nach einer ersten Schätzung. Sie hat bisher ein Drittel der bis zu 350 geschädigten Objekte begutachtet. Rund 5 Millionen Euro entfielen auf das Inventar von Gewerbebetrieben hiess es, an Gebäuden sei ein Schaden von 4,5 Millionen Euro entstanden. Der Schaden für Privathaushalte sei verhältnismässig gering. Grund dafür sei eine Regelung, nach der es in Erdgeschossen der Innenstadt keine Wohnungen geben soll, weil es in Passau immer wieder zu Hochwasser kommt.


Di, 20.08.2002

Unwetterwarnung für Südwestdeutschland

Baden-Baden. Der Deutsche Wetterdienst hat für den Südwesten eine Unwetterwarnung herausgegeben. Im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg müsse man sich auf heftige Gewitter mit Hagel und starkem Regen einstellen. Vereinzelt sollen bis zu 70 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Der Wind soll Geschwindigkeiten von bis zu 110 Stundenkilometer erreichen.


Elbeflut auf dem Weg nach Norden

Potsdam/Magdeburg. Der Scheitel der verheerenden Elbe-Flutwelle hat sich heute durch Sachsen-Anhalt gewälzt und bewegt sich weiter in Richtung Norden. In pausenlosem Einsatz versuchten tausende Helfer überall im Land, aufgeweichte Deiche zu sichern oder weggebrochene Schutzwälle zu reparieren. Inzwischen sind auch im Norden Brandenburgs erste Evakuierungen angelaufen. Im Landkreis Prignitz sind fast 3000 Menschen betroffen. An der Prignitz liegt auch Wittenberge, wo man morgen oder übermorgen die Scheitelwelle erwartet. Glimpflich kam zunächst Magdeburg davon, allerdings gibt es auch hier noch keine endgültige Entwarnung. Positive Nachrichten kommen unterdessen aus Dresden: Die kostbaren Kunstschätze konnten nach neuesten Angaben ausnahmlos gerettet werden.


Mi, 21.08.2002

Hochwasser in Niedersachsen

Hannover. In Niedersachsen kämpfen mittlerweile mehr als zehntausend Katastrophenhelfer gegen das Elb-Hochwasser. In dem nicht von Deichen geschützten Ort Hitzacker wird mit einem Wasserstand von 7 Meter 50 gerechnet. Zunächst war eine Höhe von acht Metern befürchtet worden. Am Abend ist in der Nähe von Hitzacker eine Spundwand in den Nebenfluss Jeetzel eingezogen worden. Damit soll verhindert werden, dass das Elbwasser in die Jeetzel hineindrückt. Aus Angst vor Deichbrüchen wollen die Behörden, dass mehrere tausend Menschen ihre Häuser verlassen. Bisher liefen die Evakuierungen aber nur schleppend. Viele Länder schicken Sandsäcke nach Deutschland. Zur Sicherung der Deiche sind entlang der Elbe mehr als 30 Millionen Sandsäcke verteilt worden.


Wetterdienst warnt vor Unwettern in den Hochwassergebieten

Leipzig. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Unwettern in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Norddeutschland. Noch heute werde es kräftig regnen, sagen die Meteorologen. Für die Nacht erwarten sie zum Teil bis zu 40 Liter Wasser pro Quadratmeter. Morgen soll es in den Hochwasser-Gebieten weiter regnen. Besonders gefährdet sind dabei das Erzgebirge, das sächsische Hügelland und die Gegend um Leipzig. Unter anderem soll der Spiegel des Elbe-Nebenflusses Mulde wieder steigen. Die Mulde hat letzte Woche bei Bitterfeld riesige Flächen überflutet.


Do, 22.08.2002

Bundeswehr setzt 27.000 Soldaten ein


Hannover. Knapp 27.000 Bundeswehrsoldaten sind derzeit in den deutschen Hochwassergebieten im Einsatz. Sie dichten Deiche ab und helfen mit, Häuser zu evakuieren. Unterstützt werden sie von 500 britischen Soldaten und von 300 Mann der deutsch-französischen Brigade aus Baden-Württemberg. Bundesinnenminister Schily hat heute angeordnet, dass alle Katastrophenhelfer aus der Bundesverwaltung von ihrer Arbeit befreit werden und ihr Gehalt weiter bekommen. Mitarbeiter, deren Häuser durch die Überschwemmungen beschädigt wurden, sollen bis zu fünf Arbeitstage Sonderurlaub nehmen können.


Fr, 23.08.2002

Hochwasser

Hannover. In den norddeutschen Hochwassergebieten gilt die grösste Sorge inzwischen den durchweichten Elb-Deichen. Tausende Helfer sind im Einsatz, um die Stabilität der Dämme mit Sandsäcken zu erhöhen. Der Scheitelpunkt der Flutwelle bewegt sich derzeit durch Niedersachsen Richtung Hamburg. An immer mehr Stellen in den oft hundert Jahre alten Deichen sickert Wasser durch. Taucher verlegen pausenlos Folien, um weitere Unterspülungen zu verhindern. Im niedersächsischen Amt Neuhaus drohte ein Damm zu brechen, was die Einsatzkräfte gerade noch verhindern konnten. Der Krisenstab hat vorsorglich weitere Evakuierungen angeordnet. Insgesamt sind zur Zeit etwa 30.000 Menschen in Notunterkünften untergebracht.


Sa, 24.08.2002

Hochwasser an der Elbe

Lüneburg. Der Pegel der Elbe in Norddeutschland sinkt weiter. Trotzdem bleibt die Situation kritisch. So mussten beispielsweise in Amt Neuhaus in Niedersachsen weitere Sickerstellen im Deich abgedichtet werden. Mehrere tausend Einsatzkräfte kämpfen dort gegen das Wasser. Im Landkreis Lüchow-Dannenberg konzentrierten sich die Helfer auf den Deich in der Nähe von Pisselberg. Taucher versuchen mit Folien ein Durchnässen zu verhindern. Auch in Brandenburg kann noch keine Entwarnung gegeben werden. Ministerpräsident Platzeck sagte, man dürfe die noch bestehende Gefahr nicht unterschätzen. Die Erfahrungen der Oder-Flut von 1997 zeigten, dass die Deiche auch nach einigen Tagen abrutschen könnten.


THW sprengt Deich

Wittenberg. Das Technische Hilfswerk hat bei Seegrehna in Sachsen-Anhalt einen Deich gesprengt. Dadurch soll das Wasser aus dem überfluteten Gebiet schneller ablaufen und so Gemeinden im Wörlitzer Winkel vor einer möglichen Katastrophe bewahren. Die Behörden hoffen, dass der Elbpegel um bis zu 30 Zentimeter sinkt. Das THW setzte 300 Kilogramm Dynamit ein, um das zwei mal 30 Meter große Loch in den Deich zu sprengen.


So, 25.08.2002

Evakuierung im Landkreis Prignitz aufgehoben

Potsdam/Hamburg. Der Krisenstab in Brandenburg hat die Hochwasser- Evakuierung im Landkreis Prignitz aufgehoben. Seit heute dürfen die Bewohner der 37 geräumten Ortschaften wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurück. Der Katastrophenalarm bleibt aber bestehen. Während sich die Hochwasserlage in den ostdeutschen Bundesländern entspannt, müssen die Betroffenen in Norddeutschland noch etwa eine Woche lang mit Deichbrüchen rechnen. In Niedersachsen fällt der Elbpegel zurzeit rund einen Zentimeter in der Stunde. Die Deiche sind jedoch aufgeweicht und an vielen Stellen brüchig. Bundeswehr und Technisches Hilfswerk wollen ihre Hilfskräfte auch in den kommenden Tagen nicht reduzieren. Für beide ist es der grösste je dagewesene Katastropheneinsatz.


Mo, 26.08.2002

Pegelstände gehen überall zurück


In einigen Hochwassergebieten entlang der Elbe hat sich die Lage entspannt. Die Wasserstände gehen überall zurück, wenn auch mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Am schnellsten sinken sie in Sachsen-Anhalt und Brandenburg, langsamer weiter elbabwärts in Niedersachsen. In Sachsen-Anhalts Hauptstadt Magdeburg und im Landkreis Priegnitz hoben die Behörden den Katastrophenalarm auf. In 37 Gemeinden der Priegnitz konnten die Menschen in ihre Häuser zurückkehren.