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Quelle: Deutsche Welthungerhilfe
www.welthungerhilfe.de

Verheerende Katastrophen

Immer häufiger führen Wirbelstürme, Überschwemmungen oder ausgedehnte Waldbrände zu verheerenden Katastrophen. In den 90er Jahren waren mehr als zwei Milliarden Menschen von großen Naturkatastrophen betroffen. Zwischen 1985 und 1999 starben bei solchen Katastrophen rund 560.000 Menschen - 96 Prozent davon in Entwicklungsländern. Nach Angaben des Worldwatch Instituts verlieren mittlerweile mehr Menschen durch Naturkatastrophen ihr Zuhause als durch Krieg und Bürgerkrieg.

Die Statistik verzeichnet in den 50er Jahren weltweit insgesamt 20 große Naturkatastrophen, die internationale Hilfe erforderlich machten. In den 70er Jahren waren es schon 47, und in den 90er Jahren stieg die Zahl auf 86. Auch die angerichteten Schäden wurden immer größer. Allein für das vergangene Jahrzehnt werden die erfassten Schäden auf über 600 Milliarden Dollar geschätzt - mehr als insgesamt in den vier Jahrzehnten davor.

Die Forscher des Worldwatch Instituts befürchten, dass Zahl und Ausmaß der Naturkatastrophen weiter zunehmen werden. Die Ursachen dafür liegen freilich weniger in der Natur als beim Menschen. Die Zerstörung der Wälder und die wirtschaftliche Nutzung großer Flüsse stören das natürliche Gleichgewicht ebenso wie die Trockenlegung riesiger Feuchtgebiete oder die Besiedlung bislang naturbelassener Regionen. Dazu kommen globale Klimaveränderungen infolge Luftverschmutzung und trotz aller guten Vorsätze weiter steigender CO2-Belastung.

Im 20. Jahrhundert ist der Meeresspiegel weltweit um 10 bis 20 Zentimeter angestiegen. In den kommenden 100 Jahren wird ein weiterer Anstieg um bis zu 90 Zentimeter befürchtet. Damit würden allein rund 200 Millionen Menschen zusätzlich von Sturmfluten bedroht sein. Schon heute leben rund 2 Milliarden Menschen weniger als 100 Kilometer von der Küste entfernt. 13 der 19 Megastädte mit über 10 Millionen Einwohnern liegen direkt am Meer.

Das Intergovernmental Panel of Climate Change (IPCC) schätzt, dass vor allem die ärmeren Länder unter den Folgen der Klimaveränderungen leiden werden. Allein Vietnam und Bangla Desh werden über 70.000 Quadratkilometer Land verlieren - und damit den Lebensraum von derzeit mehr als 32 Millionen Menschen. Doch auch die Industrieländer werden nicht verschont bleiben - insbesondere die Mittelmeeranrainer und die Regionen an der amerikanischen Atlantikküste.

Obwohl die größten Schäden in den Entwicklungsländern entstehen, fürchten die großen Versicherungen vor allem Naturkatastrophen in den reichen Ländern - hier sind die Schäden meist versichert. Zwischen 1985 und 1999 flossen nur etwa 8 Prozent aller Entschädigungen in Entwicklungsländer. Deshalb fordern Experten neben Fortschritten beim Umweltschutz auch eine bessere finanzielle Absicherung der armen Länder vor den Folgen von Naturkatastrophen.