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25.08.2005
Behörde: Hochwasser Folge des Klimawandels

Andreas Troge, Chef des Umweltbundesamtes
Foto: dpa

Der Chef des Umweltbundesamts hat weltweite Klimaschutzziele angemahnt. Die Bundesländer sollten sich auf die Folgen der Klimaerwärmung einstellen.

Der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, hat die weltweite Klimaerwärmung für das neuerliche Hochwasser in Bayern, Österreich und der Schweiz mitverantwortlich gemacht. «Höhere Temperaturen bedeuten höhere Luftfeuchtigkeit und häufigeren, starken Regen, was Klimaforscher seit mehr als einem Jahrzehnt vorausgesagt haben», sagte Troge der «Berliner Zeitung».

Als Konsequenz forderte Troge «anspruchsvolle weltweite Klimaschutzziele». Troge rief außerdem die Bundesländer dazu auf, «jetzt zügig Hochwasservorsorge zu betreiben und so Klimafolgen einzudämmen». Wer im Trockenen bleiben wolle, dürfe in Überschwemmungsgebieten zu künftig nicht mehr bauen, verlangte Troge.

Wetterextreme

Der Leiter des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, Klaus Töpfer, sagte der «Financial Times Deutschland»: «Wir leben bereits im Klimawandel. Die weltweite Zunahme von Starkregen, Dürren und Stürmen deutet darauf hin, dass sich der Treibhauseffekt bereits auswirkt. Die Gletscher schmelzen, die Polkappen gehen zurück, Wetterextreme häufen sich. Wir sehen im Moment genau das, was die Wissenschaft als Folge des Treibhauseffekts prognostiziert.»

Nur eine Doppelstrategie werde helfen, die Schäden des Treibhauseffekts möglichst gering zu halten: «Wir müssen dringend den Kohlendioxid-Ausstoß unserer Wirtschaft senken. Gleichzeitig geht kein Weg daran vorbei, unsere Infrastruktur und unserem Umgang mit Wasser an das geänderte Klima anzupassen», sagte Töpfer.

Verzicht auf Flussbegradigungen

Für Deutschland forderte Töpfer, die Wasserrückhaltefähigkeit in den Oberläufen der Flüsse zu verbessern. «Das heißt Aufforstung, Freihalten von Überschwemmungsgebieten, Verzicht auf Flussbegradigungen und Erhalt von Feuchtgebieten.» Deutschland habe hier wie andere europäische Länder bisher nicht genug getan. (nz)