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03. Feb 13:00
Klimakonferenz: Zeitplan
des Klimawandels vorgestellt





Die internationale Klimakonferenz im britischen Exeter geht zu Ende - mit einem detaillierten Ausblick auf die zu erwartenden Folgen der globalen Erwärmung rund um die Welt.

Einen Zeitplan zu den möglichen Folgen der globalen Erwärmung stellte der Klimaforscher Bill Hare am Mittwoch auf der Internationalen Klimakonferenz in Exeter vor. Durch eine umfassende Analyse zahlreicher, aktueller Studien zum Klimawandel ermittelte Hare, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die verschiedenen Ökosysteme haben wird und wann die Folgen der Veränderung spürbar werden.

Folgen erst nur in einigen Regionen spürbar

Demnach wird die globale Temperatur innerhalb der kommenden 25 Jahre auf ein Grad Celsius über dem vorindustriellen Wert steigen. Dies werde die ersten spezialisierten Ökosysteme, wie die Korallenriffe oder die tropischen Hochlandwälder in Australien, bedrohen. In einigen Ländern wird sich der Wassermangel verschärfen, ergab die Auswertung von Hare, der derzeit am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung tätig ist.

Mitte des Jahrhunderts werden die Temperaturen bei unvermindertem Kohlendioxidausstoß auf zwei Grad über dem vorindustriellen Wert angestiegen sein, schätzen Experten. In der Arktis wird das Schmelzen des Eises das Leben von Eisbären und Walrossen gefährden, im Mittelmeerraum könnten sich Waldbrände und Insektenplagen häufen, immer mehr Menschen werden von Wasserknappheit bedroht und in den Entwicklungsländern wird die Nahrungsmittelproduktion nachlassen.

Wenn die Temperaturen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts um drei Grad angestiegen sind, werden sich die Probleme weiter verschärfen. Wassermangel, Nahrungsknappheit, der Verlust von Artenvielfalt werden rund um die Welt zu spüren sein. So werden zum Beispiel im Kruger Nationalpark in Südafrika zwei Drittel der untersuchten Tierarten verschwunden sein, die Regenwälder am Amazonas werden kollabieren, die Korallenriffe vermutlich weitestgehend zerstört sein.

Afrika am stärksten betroffen

Am dramatischsten wird sich die globale Erwärmung auf dem afrikanischen Kontinent auswirken, so Hare. Diese Befürchtung äußerte auch der Nigerianer Anthony Nyong von der Jos Universität auf der am Donnerstag zu Ende gehenden Konferenz. Er rechnet mit einer Zunahme von Überschwemmungen einerseits und Dürren andererseits, wodurch das Krankheitsrisiko steige.

Britische Forscher um Chris Rapley hatten auf der Konferenz Ergebnisse eines Forschungsprojekts vorgestellt, nachdem das Eis der Westantarktis schneller schmilzt als bislang angenommen. Pro Jahr verliere die Eisdecke 250 Kubikkilometer Eis. Bisher sind Experten der Vereinten Nationen davon ausgegangen, dass die Eisdecke nicht vor dem Jahr 2100 zusammenbrechen wird – eine Ansicht, die den Experten zufolge revidiert werden muss. Allerdings sei bislang unklar, ob das Schmelzen der Eisdecke auf den Klimawandel zurückzuführen ist.

Die Untersuchung von Bill Hare zeigt, dass die Folgen des Klimawandels mit der Stärke des Temperaturanstiegs zunehmen. Aus diesem Grund spreche einiges für die Position der Europäischen Union, die Erwärmung auf höchsten zwei Grad über dem vorindustriellen Wert zu begrenzen, berichtet Hare. Dennoch scheine klar zu sein, dass selbst unterhalb dieser Grenze beträchtliche Risiken bestünden.