Grafik: "Die Familie" Logo Grafik: Aufgeschlagene Bücher
Wer wir sind Link zur englischsprachigen Website, MP3 Music Downloads Weltweites Werk Produkte Lese-Ecke E-Cards, Link zur englischsprachigen Website Endzeit News
Inhalt:
Schreib uns
HomePage

ENDZEIT NEWS



Quelle: ZDF Heute. www.heute.t-online.de



21.10.2004
Taifun bringt Tod und Verwüstung nach Japan




dpa
Mindestens 67 Tote -
13.000 Menschen in
Notunterkünften



Der verheerendste Taifun seit einem Vierteljahrhundert hat in Japan mindestens 67 Menschen in den Tod gerissen und eine breite Spur der Verwüstung hinterlassen. Mehr als 330 Personen wurden teils schwer verletzt, 21 wurden noch vermisst, wie japanische Medien am Donnerstagabend (Ortszeit) berichteten.


Der Taifun "Tokage" zerstörte in weiten Gebieten des von Naturgewalten geprüften Inselreiches Wohnhäuser und Kulturstätten, brachte Züge zum Entgleisen und löste zahlreiche Erdrutsche und Überschwemmungen aus.


Die Nacht im Schlamm

Das Fernsehen zeigte Bilder von entwurzelten Bäumen, Autos standen metertief im Wasser, Windböen kippten Lieferwagen um, ganze Hänge wurden weggespült. Im Küstenort Muroto auf der Insel Shikoku ließen gewaltige Wellen von einigen Häusern nur das Betongerippe übrig. In weiten Teilen von West- und Südjapan waren Wohngebiete und Ackerland überflutet. Mehr als 13.000 Menschen suchten Zuflucht in Notunterkünften, wie die Behörden mitteilten. Viele Schulen blieben geschlossen, Zugverbindungen waren unterbrochen, mehr als 1000 Flüge wurden gestrichen.


Unter Erdrutsch begraben

Vielerorts gingen Erdrutsche nieder, Wohnhäuser wurden teils völlig zerstört, Bäume stürzten um, während sich ganze Straßen in Flüsse verwandelten. "Tokage", japanisch für Eidechse, ist der zehnte Taifun, der direkt den japanischen Archipel heimsucht, so viele wie nie zuvor binnen eines Jahres. Bisher verloren in diesem Jahr über 100 Menschen bei Taifunen in Japan ihr Leben.


Am Mittwoch wurde eine 24-jährige Frau in der Provinz Ehime von einem Erdrutsch begraben und starb. Ein 40-jähriger Mann kam beim Sturz von einem 19 Meter hohen Dach eines Hochhauses ums Leben, als er wegen des starken Sturms gerade ein großes Werbeschild abmontieren wollte. In Kochi starben drei Menschen, als ihr Haus von Flutwellen niedergerissen wurde.


Mancherorts mussten Rettungskräfte Bewohner schwimmend aus ihren überfluteten Häusern retten. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte ein Frau, die miterlebte, wie Flutwellen auf ihr Wohnhaus zurollten. "Ich habe diese Taifune satt", rief ein Mann erschöpft in die Fernsehkamera.


Schiffe auf Grund gelaufen

"Tokage", der bereits 23. Taifun in diesem Jahr, legte den Verkehr in den betroffenen Regionen lahm. In Tausenden von Wohnhäusern fiel vorübergehend der Strom aus. Mehrere Schiffe entlang der Küste liefen auf Grund. Hunderte Inlandsflüge mussten gestrichen werden. Der Wirbelsturm zog in nordöstliche Richtung weiter über die Hauptinsel Honshu und suchte auch die Region um die Haupstadt Tokio mit heftigen Regenfällen und starken Winden heim.


Vielerorts spielten sich dramatische Szenen ab. In der Provinz Hyogo versank fast die gesamte Stadt Toyooka unter schlammigen Wassermassen, als in Folge sintflutartiger Regenfälle die Deiche brachen. Bewohner flüchteten auf Hausdächer. "Ich dachte, es sei alles vorbei", sagte eine erschöpfte Frau. In der Provinz Kyoto mussten 37 Fahrgäste eines Reisebusses die ganze Nacht über durchnässt und frierend auf dem Dach des Busses ausharren, nachdem dieser von einem über die Ufer getretenen Fluss erfasst worden war.


Rettung von Segelschulschiff

Als das Wasser immer höher stieg, zertrümmerten die männlichen Fahrgäste die Fenster, kletterten aufs Dach und zogen die Frauen hinterher, bevor das Wasser schließlich bis unters Dach stieg. Erst nach zwölf bangen Stunden brachten Einsatzkräfte sie am Morgen mit Hubschraubern und Schlauchbooten in Sicherheit. 167 Schüler und Lehrer eines Segelschulschiffes in Yokohama wurden derweil in einer ebenfalls dramatischen Rettungsaktion von Bord geholt, nachdem schwerer Seegang das Segelschiff an eine Schutzmauer geworfen hatte.


Für andere gab es keine Chance zum Überleben: In der Provinz Kochi starben drei Küstenbewohner, als bis zu 18 Meter hohe Wellen über ihren Häusern niederstürzten. Andere ertranken in angeschwollenen Flüssen oder wurden von einem der vielen Erdrutsche begraben. Nach offiziellen Angaben erlebte Japan die höchste Zahl an Toten und schwersten Schäden durch einen Taifun seit 25 Jahren. Die Zentralregierung richtete einen Krisenstab ein und beauftragte ein Expertenteam, das ganze Ausmaß der Schäden vor Ort zu erfassen.


Zerstörung von Kulturgütern

In der alten Kaiserstadt Kyoto wurde das Dach der Tamura-Do-Halle des weltberühmten Kiyomizu-Tempels beschädigt, ebenso wie eine Wand des ebenfalls als Nationalschatz geltenden Zuiryu-Tempels in Takaoka. Auch viele Fischerboote wurden zerstört. "Es ist ein enormer Schaden für unsere Branche entstanden", klagte ein Fischer im Fernsehen. Auch Obstbauern fanden am Morgen ihre Felder teils völlig verwüstet und unter meterhohen Schlammmassen begraben vor. Dachplatten flogen umher, Bäume, Ampeln und Lastwagen stürzten um. Die unermüdlichen Einsatzkräfte retteten viele Bewohner schwimmend aus ihren Häusern.


Zu den Opfern gehörten aber auch viele Tiere: In Kyoto ertranken mehr als einhundert Hunde elendig in den Käfigen eines Zoohandels. "Tokage", japanisch für Eidechse, war der 23. Taifun in diesem Jahr und bereits der zehnte Wirbelsturm, der direkt den japanischen Archipel heimsuchte - so viele wie nie zuvor binnen eines Jahres. Unterdessen braute sich weit vor Japan bereits ein weiterer Taifun zusammen.


Mit Material von dpa, AP