30.12.2004
Flut: Keine Kadaver wilder Tiere gefunden
Naturschützer in Sri Lanka
vor Rätsel - Tiere geschützt durch den sechsten Sinn?
Die Flutkatastrophe in Südasien gibt der Naturschutzbehörde Sri Lankas Rätsel auf: Nach den verheerenden Flutwellen, ist die Region übersät mit menschlichen Leichen, bislang sind jedoch keine Kadaver wilder Tiere gefunden worden. Die Tiere im größten Naturreservat des landes haben die Flutkatastrophe offenbar zum größten Teil überlebt.
Die Flutwellen vom Sonntag waren bis zu drei Kilometer weit in den Yala National Park gepeitscht. In diesem Naturschutzreservat leben Hunderte wilder Elefanten, Leoparden und Bären. "Das Seltsame ist, dass wir keine toten Tiere entdecken konnten", sagte H.D. Ratnayake, Vizedirektor der Naturschutzbehörde, der Nachrichtenagentur Reuters.
"Sie wissen es"
"Es gibt keine toten Elefanten, nicht einmal einen toten Hasen oder ein totes Kaninchen", fügte er hinzu. "Ich glaube, die Tiere können Katastrophen spüren. Sie haben einen sechsten Sinn. Sie wissen es, wenn diese Dinge passieren."
Auch den Meeressäugetieren wie Walen und Delfinen dürfte aus diesem Grund wenig zugestoßen sein, urteilte Michael Keogh, Unterwasserökologe an der Universität Melbourne. "Delfine können solche Dinge spüren und sich wahrscheinlich in tiefere Gewässer in Sicherheit bringen", sagte er. Wesentlich düsterer ist die Prognose für die als Taucherparadiese bekannten Korallenriffs der Region. Keogh zufolge sind in diesem empfindlichen Öko-System wahrscheinlich große Schäden entstanden. Da Korallen nur einen halben Zentimeter pro Jahr wachsen, könnte es ihm zufolge "sehr lange Zeit dauern", bis sich die Riffs erholt haben.
Mit Material von REUTERS, AP