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07. Jun 13:08
Klimawandel von "übermorgen"


New York in der Film-Eiszeit
Foto: Twenthieth Century Fox


Im Film «The Day After Tomorrow» überzieht binnen Tagen eine Eiszeit die Erde. Deutsche Forscher haben das Szenario jetzt bewertet.

In Roland Emmerichs «The day after tomorrow» kommt eine globale Meeresströmung, der Europa sein mildes Klima verdankt, zum Erliegen. Dadurch werden Stürme ausgelöst, die die Erde binnen Tagen in eine neue Eiszeit stürzen. Wie wahrscheinlich es ist, dass dieses Szenario Wirklichkeit wird, haben jetzt Max-Planck-Forscher beurteilt.

Dramatische Konsequenzen

Die atlantische Ozeanzirkulation war in der Vergangenheit abrupten Änderungen ausgesetzt, heißt es in der Mitteilung des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI) in Hamburg. Das habe dramatische Konsequenzen für das Klima der Erde gehabt. Dass menschliche Einflüsse binnen Tagen einen Übergang in eine Eiszeit hervorrufen können, schließen die Wissenschaftler jedoch aus.

Zukünftige abrupte Änderungen der Ozeanzirkulation seien möglich, aber sehr unwahrscheinlich. So wird spekuliert, dass der vermehrte Einstrom von Süßwasser durch das Abschmelzen polaren Eises den Strom unterbrechen könnte. Sollte das Strömungssystem aus dem Gleichgewicht geraten, könnte es in Europa eine Abkühlung von etwa drei bis fünf Grad Celsius geben, während sich der Rest der Erde weiter erwärmen würde. Dadurch würde jedoch nicht ein Großteil der Erde im Eis versinken.

Kompliziert, aber wichtig

Menschengemachte Störungen des Klimas werden voraussichtlich zu einer Erwärmung der meisten Gebiete auf der Erde führen, sagen die Max-Planck-Forscher, insbesondere der Polarregionen. Dadurch wird der Meeresspiegel ansteigen, Wissenschaftler rechnen aber auch mit Änderungen im Wasserkreislauf. So komme es häufiger zu Extremereignissen im Niederschlag, Überschwemmungen, Dürren und Versteppung.

Den Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid einzudämmen sei daher eine komplizierte, aber wichtige Herausforderung für die Gesellschaft. Voraussetzung für langfristigen Klimaschutz seien fortgesetzte nationale und internationale Anstrengungen, die Komplexität unseres Erdsystems zu verstehen. In den letzten drei Jahrzehnten sind Fortschritte erzielt worden, doch einige kritische Aspekte wie die Häufigkeit und Stärke von extremen Wetterbedingungen, die Wahrscheinlichkeit von irreversiblen Überschreitungen eines Schwellenwerts und die gesellschaftlichen Konsequenzen solcher Ereignisse sind noch zu wenig verstanden.