13. Aug 14:01
Hitzeperioden nehmen zu
Mehr Hitzewellen wie in 2003 für Deutschland befürchtet.
Foto: ddp
Klimaforscher warnen vor längeren und stärkeren Hitzeperioden für Europa und die USA. Extreme Wetterlagen könnten gravierende Folgen haben.
Das Problem plötzlicher Hitzeperioden wird sich in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts verschärfen, warnen amerikanische Wissenschaftler. Nach Aussage von Gerald Meehl und Claudia Tebaldi vom National Center for Atmospheric Research werden Hitzewellen künftig nicht nur häufiger auftreten, sondern auch stärker ausfallen und länger anhalten. Sie untersuchten das zukünftige Klima der Erde und die Folgen von Treibhausgasen auf kommende Hitzeperioden in einem Klimamodell, das vom US-Energieministerium mitentwickelt wurde.
Auch Deutschland mehr betroffen
Durch die Zunahme an Wärme speichernden Treibhausgasen würden die ungewöhnlichen atmosphärischen Strömungsmuster, wie sie während früherer Hitzeperioden in Europa und Amerika beobachtet wurden, verstärkt, schreiben die beiden Wissenschaftler in «Science». Die Folge wären starke Hitzewellen in den Vereinigten Staaten und dem Mittelmeerraum. Neben anderen europäischen Gebieten steige auch für Deutschland das Risiko, stärker von solchen Phänomenen betroffen zu werden.
An den Folgen von Hitze könnten in kurzer Zeit mehr Menschen sterben als an jedem anderen Klimaereignis, schreiben die Klimaforscher. So waren im August 2003 allein in Frankreich schätzungsweise 15.000 Menschen in Folge ungewöhnlich hoher Temperaturen gestorben.
In Chicago gab es im Sommer 1995 innerhalb weniger Tage über 700 Hitzetote. Zudem entstehen durch anhaltende Hitzeperioden große Schäden für die Landwirtschaft, und das Risiko für Waldbrände steigt.
Anhaltend wolkenlos
Anhand ihres Modells wollen Meehl und Tebaldi die Eigenschaften von Hitzeperioden darstellen und Voraussagen möglich machen. Sie verglichen vergangene Jahrzehnte mit zukünftigen, um festzustellen, wie sich die Treibhausgase auf das Klima in Europa und den USA auswirken. «Mit dem Wandel des Klimas werden es die extremen Wetter- und Klimaereignisse sein, die mit die stärksten Auswirkungen auf die menschliche Gesellschaft haben werden», sagte Meehl.
Bei ihrer Arbeit konzentrierten sich die Forscher auf die Folgen für die Regionen um Chicago und Paris. Für beide Regionen simulierten sie die Folgen für die Jahre 2080 bis 2099. Änderungen im Atmosphärendruck, die schon bei den vergangenen Hitzewellen zu anhaltendem wolkenlosen Himmel und großer Hitze am Boden führten, wurden in ihrem Modell durch die Kohlendioxid-Zunahme in der Atmosphäre verschärft. Die Häufigkeit von Hitzewellen würde demnach im Laufe des Jahrhunderts in Paris um 31 Prozent zunehmen, in Chicago um 25 Prozent. In beiden Städten würden sie zunehmend stärker ausfallen und länger anhalten.