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17. Nov 11:44
Über 15.000 Arten vom Aussterben bedroht


Der Larvensifaka: ein bedrohte Lemurenart auf Madagaskar
Foto: Troy Inman


Die Artenvielfalt der Erde nimmt schneller ab als je zuvor. Eine neue Rote Liste nennt die vom Aussterben bedrohter Pflanzen- und Tierarten.

Weltweit sind rund 15.600 Pflanzen- und Tierarten vom Aussterben bedroht. Das geht aus der Roten Liste hervor, die jetzt auf dem Kongress der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) in Bangkok, Thailand vorgestellt wurde. Die Rate des Artensterbens übertreffe die natürliche um das Einhundert- bis Tausendfache.

Pflanzen, Pilze und Wirbellose

7266 Tier- und 8323 Pflanzen- und Flechtenarten seien vom Aussterben bedroht, teilte die IUCN mit. Die aktuelle Rote Liste ist damit gegenüber dem Vorjahr um 3330 Arten angewachsen. Dies sei auf neue Bewertungen des Gefährdungsstatus, aber auch auf erstmalige Erfassungen von Arten zurückzuführen. Bereits nachweislich ausgestorben sind in den vergangenen zwanzig Jahren 15 Arten, weitere zwölf existieren nur noch i menschlicher Obhut.

Doch die Zahl von 15.589 bedrohten Arten könnte das tatsächliche Ausmaß noch bei weitem unterschreiten, da nur die Gefährdung eines Teils der bekannten Arten eingeschätzt wurde. «In artenreichen Lebensräumen wie tropischen Wäldern sowie Meeres- und Süßwasserlebensräumen gibt es noch viel zu entdecken», sagt Craig Hilton-Taylor, Leiter des IUCN-Programms «Rote Liste». Pflanzen, Pilze und wirbellose Tiere wie Insekten, bilden den größten Teil der Artenvielfalt, sind aber bislang nicht vollständig erfasst.

Internationale Unterstützung

Eine umfassende Untersuchung der weltweiten Amphibienbestände wurde im September dieses Jahres abgeschlossen. Demnach ist etwa jede dritte Lurchart gefährdet. Der Anteil der bedrohten Arten ist in fast jeder systematischen Gruppe größer geworden. Mit 42 Prozent sei fast die Hälfte der Land- und Wasserschildkröten der Erde vom Aussterben bedroht. Bei Säugetieren ist es fast jede vierte Art (23 Prozent) und bei Vögeln etwa jede sechste (12 Prozent).

Foto: Colin Clubbe

Verursacher des Rückgangs sei fast immer – direkt oder indirekt – der Mensch. Die Schädigung und Zerstörung der Lebensräume sei die größte Bedrohung, heißt es in der Mitteilung der IUCN. Doch auch die Ausbeutung der Pflanzen- und Tierbestände für die Ernährung oder den Haustierhandel, vom Menschen eingeschleppte Arten und die Umweltverschmutzung schränke die Artenvielfalt zunehmend ein. Zudem wird der Klimawandel durch die globale Erwärmung als ernsthafte Bedrohung angesehen.

«Es ist nicht zu spät zu handeln», sagt der Primatenexperte Russell Mittermeier von der IUCN. Die ernüchternde Bilanz sollte als Startsignal für sofortige Maßnahmen zum Erhalt der natürlichen Vielfalt dienen. In vielen besonders artenreichen Ländern wie Brasilien, China oder Madagaskar sei das Pro-Kopf-Einkommen gering. Um Schutzmaßnahmen umsetzen zu können, bedürfen diese Länder internationaler Unterstützung.













Bedrohte Inselart: die Anegada-Akazie
Foto: Colin Clubbe


Für das Web ediert von Patrick Eickemeier

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